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Zionoco
 
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Zionoco [Taschenbuch]

Leon de Winter , Hanni Ehlers
2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 6., Aufl. (August 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257230176
  • ISBN-13: 978-3257230178
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,2 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 187.350 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Léon de Winter
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Sex, Schuld und Sühne. Einmal mehr gelingt es Leon de Winter, tradierte Lebensformen auf ihre konkrete Lebbarkeit abzuklopfen, und das in sinnlicher, federnder Erzählkunst." (Die Weltwoche)
"Ein Buch über die kleinen und großen Lebenslügen, eine Persiflage auf die New Yorker Gesellschaft -und vor allem ist es ein herzerfrischend komisches Buch. Temporeich, hintersinnig, mit leichter Hand geschrieben - das reine Lesevergnügen." (Süddeutscher Rundfunk)
"Leon de Winter erzählt in einem atemberaubenden Tempo, mit viel Witz und Schärfe. Zwischen den unterschiedlichen Stilebenen wechselt er schnell hin und her. So stehen wilde Sexualphantasien neben Erörterungen über die jüdische Religion, die Bürgerlichkeit konkurriert mit der Boheme, die Realität verschiebt sich in die Phantasie." (Sender Freies Berlin)

Kurzbeschreibung

Daß der Flug von Boston nach New York sein Leben verändern würde, hätte er sich nicht träumen lassen. Und doch ist es so. Sol Mayer, der Rabbiner und Starprediger von Temple Yaakov, der großen Synagoge an der Fifth Avenue, verliebt sich heftig in seine Sitznachbarin, ein Umstand, der seine ohnehin vorhandenen Probleme nicht gerade erleichtert. Eine Reihe stürmischer und aufwühlender Ereignisse zwingen Sol zu Entscheidungen.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Die Menschen in den Büchern von Leon de Winter sind stets hungrig - körperlich nach Essen, Sex, Alkohol oder geistig nach religiöser Erkenntnis. In seinem Roman "Zionoco" zeigt sich der 42jährige Niederländer sexbesessener, aber auch religiöser denn je. Er erzählt die Geschichte Sol Mayers, eines aus Amsterdam nach New York emigrierten Rabbiners, den eine Frau und ein liberaler Zeitungsartikel aus dem Gleichgewicht und um seine Position bringen. Wie schon in seinen früheren Romanen "Hoffmans Hunger" (1994), "SuperTex" (1994) und "Serenade" (1996) gelingt es de Winter mit meisterlicher Leichtigkeit und untrüglichem Gespür für Dramaturgie, fesselnd, amüsant und farbenfroh zu erzählen. Dennoch hält das Buch dem Vergleich mit "Hoffmans Hunger" und "Serenade" nicht stand. Es beginnt damit, daß Sol Mayer sich in eine Sängerin verliebt, deren erotischer Ausstrahlung er sich nicht entziehen kann. In seiner eigenen Ehe findet seit über einem Jahr kein Sex mehr statt, und so gerne sich Mayer das Lechzen nach dem fremden Körper verböte, es gelingt ihm nicht. Zugleich wird sein Schwager dabei ertappt, wie er es mit der Tochter seines Hausmädchens hemmungslos auf dem Küchentisch treibt. Beide Männer sind in ihrem materiellen Wohlstand von ihren Frauen abhängig, da sie reich geheiratet haben. An seinem Schwager sieht Sol also, welcher Abstieg ihm droht - und kann sich doch nicht bezähmen. Sein Penis führt ein Eigenleben, da helfen auch die beharrlich zitierten Talmudverse nichts. Und so erledigt Sol Mayer sich selbst, ganz wie sein Vater es tat. Er treibt es mit einer anderen und wird erwischt. Sein liberaler, anti-chassidischer Artikel in einer jüdischen Zeitung hatte dazu geführt, daß seine Gegner ihn von Detektiven beschatten ließen. Videobänder seiner Sextreffen mit der Sängerin gingen an alle wichtigen Leute. Den Rest der Geschichte erfährt der Leser erst aus der Rückschau. Wie sein Vater flüchtet der Sohn in die ehemalige niederländische Kolonie Surinam. Dort, am Fuße des Berges "Zionoco", findet er seinen sterbenden Vater und einen von diesem zum Judentum bekehrten Indianerstamm vor, dessen Rabbiner er wird - gewiß ein etwas abwegiges Ende.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Ich habe dieses Buch geliebt. Ich habe dieses Buch verschlungen (obwohl ich eher ein langsamer Leser bin). Ich habe mir beim Lesen schon überlegt, welches Buch von de Winter ich als nächstes lesen werde. Und ich habe de Winter als meine persönliche, neue literarische Entdeckung gefeiert. Denn Leon de Winters Roman "Zionoco" ist ein unheimlich mitreißendes, temporeiches, gut komponiertes, sprachlich ansprechendes und kluges Buch. Und ein Buch, das eine wirkliche, erzählte Geschichte beinhaltet - so detailreich geschildert, dass "Zionoco" ohne Probleme als Drehbuch herhalten könnte.

Dennoch: Als ich das Buch am Ende zuklappte, war ich nur noch enttäuscht und sogar wütend. Jedenfalls so durch den Wind, dass ich de Winter erstmal von meiner künftigen Leseliste streichen werde. Der Grund: das Buch hat einen zweiten Teil. Und dieser weicht - weniger in seiner Qualität, so aber von seiner Geschichte und der Personenentwicklung her - so unheimlich deutlich vom ersten Teil ab, dass selbst geübte, aufgeschlossene Leser sich nur wenig bis gar nicht damit identifizieren oder gar anfreunden können. "Zionoco" hätte dieses Ende nicht verdient.

Es gibt eine wunderbare Passage in diesem Roman, in dem der Protagonist - der New Yorker Rabbi Sol Mayer - endlich mit der jungen Frau zusammenkommt, die er zu Beginn des Romans kennenlernt und in die er sich leidenschaftlich, obschon etwas schuljungenhaft verliebt hat. Diese Passage markiert gleichsam ein Omega - um in der in diesem Buch oftmals bemühten religiösen Terminologie zu sprechen - des Romans, der auf der ersten Seite in der ersten Begegnung Sols mit dieser Frau sein Alpha hatte. Jemand sagte in diesem Forum, man solle den Roman nach dem ersten Teil weglegen. Jene Passage beendet das vorletzte Kapitel des ersten Teils, ziemlich genau nach drei Vierteln des Buches. Man sollte den Roman danach wirklich zur Seite legen, um sich den Zauber von "Zionoco" zu bewahren.

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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Rabbi auf Abwegen 29. Mai 2003
Format:Taschenbuch
Der Roman "Zionoco" führt den Leser durch das ganze Spektrum menschlicher Emotionen.

Sol Mayer, Rabbiner der größten Synagoge in New York besitzt ungefähr acht goldene Kreditkarten. Dieser Reichtum schenkt ihm aber keine Zufriedenheit. Anstatt sich seines privilegierten Lebens zu erfreuen, gerät der Rabbi von einer Schwierigkeit in die andere.
So versucht Sol die Ehe seines Schwagers zu retten, was gründlich daneben geht. Diese Episode gehört zu den komischen Passagen des Romans.

Wirklich traurig ist die Geschichte des kleinen Joel, der mit elf Jahren an Krebs stirbt. Anrührend ist auch teilweise die Vergangenheit des Rabbis, der fünfzehn war als seine Mutter starb. Seit diesem Zeitpunkt hatte Sol zu seinem Vater ein gestörtes Verhältnis. Er leidet darunter, daß sein Vater in Surinam in einem Fluß ertrank, bevor die beiden ihre Beziehung verbessern konnten.
Dazu kommt, daß Rabbi Sol Ärger mit der chassidischen Gemeinde hat und daß seine Ehe ebenfalls unglücklich ist. Er sucht Trost bei einer Aushilfssängerin, die ihren Lebensunterhalt als Kellnerin verdient, obwohl sie Astrophysikerin ist. Die Episode in der sich die beiden über Gott und das Weltall unterhalten hat mich ausgesprochen gelangweilt. Allen, denen es ebenso geht, sei gesagt, daß der Roman danach wieder unterhaltsamer wird. Pech für Rabbi Mayer, daß es zwischen ihm und der Kellnerin nicht bei weltanschaulichen Gesprächen bleibt. Diese Affäre ist der Auslöser dafür, daß sich der New Yorker Star-Rabbiner -wie einst sein Vater- in Surinam wiederfindet.

Mir gefällt das Buch, weil es eine unterhaltsame Mischung aus absurden, komischen, traurigen und ernsten Momenten bietet und es eine mit einem Augenzwinkern geschriebene Hommage an das Leben ist.

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