Jeder, der sich mit Bob Dylan ausführlicher beschäftigt, weiß natürlich, dass die wirklich wichtigen Bücher über ihn nicht in Deutsch geschrieben worden sind. Keine Detering-Monographie kommt an die Authentizität eines Michael Gray heran, kein Benzinger zählt die Erbsen so gut mit wie Clinton Heylin, kein Haberl beackert Dylans Texte so interessant wie Christopher Ricks, der in Haberls Buch übrigens noch nicht einmal Erwähnung findet. Die deutschen Dylanologen schieben sich die Bälle alle in der 'Zweiten Liga' zu. Wichtig wäre, sich nicht gegenseitig wieder einmal zu beweisen, wer mehr über Bob Dylan weiß und wer weniger Sachfehler macht, sondern Bücher über ihn zu schreiben, welche die Staffel an eine andere Generation weitergeben und die Zwanzig- und Dreißigjährigen für Dylan zu gewinnen, die ihn nur wenig kennen.
Das was 'Zimmys Jukebox', manchmal ein bisschen poetisch schlampig und durcheinander, aber mit viel Charme macht, ist schon richtig: weg von einer leidigen enzyklopädischen Buchhalterei der Konzerttermine, 'setlists', Songtitel etc. und hin zu einem ganz persönlichen Interpretationsansatz, bei dem die Lyrik Dylans im Mittelpunkt steht. Dylan ist sowieso viel zu groß, als dass er je in ein geschriebenes Buch passen könnte. Und er braucht auch keinen seiner Interpreten.