Norddeutsch bis ins Mark kommt Leander Haußmanns Film Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe daher. Eine tragikkomische Geschichte nach dem Buch von Gernot Gricksch, die in Hamburg spielt und von Element of Crime, mit der Stimme Sven Regeners perfekt unterlegt wird. Das, zusammen mit einer Schar von Schauspielern, die ihre Charaktere in großer Spiellaune präsentieren, ergibt einen Film, der vielleicht klein und wenig bekannt ist, aber mit Sicherheit einer der Geheimtipps des Jahres wird.
Der 25jährige Robert Zimmermann(Tom Schilling) hat ein großes Erbe zu tragen. Seine Eltern gaben ihm Bob Dylans wirklichen Namen und damit eine Last für den Rest seines Lebens. Robert ist Game Designer und entwickelt Spiele für die Konsole. Mit seiner Freundin Lorna läuft es eigentlich gut, bis er sich das Jacket bekleckert und in der Heissmangel und Schnellreinigung Monika(Maruschka Detmers) gegenübersteht. Die könnte zwar glatt seine Mutter sein, aber Robert spürt es sofort: Das ist Liebe auf den ersten Blick. Er macht Monika den Hof, verliert Lorna, muss feststellen, dass in seiner Familie alles drunter und drüber geht und kriegt Monika einfach nicht mehr aus dem Kopf. Die wehrt sich tapfer gegen die Avancen des jungen Verehrers, aber kann sie standhalten? So verliert Robert den Kopf, seine lesbische Schwester wird schwanger, seine Eltern trennen sich und Sven Regener singt dazu ein Lied. Ja, das ist so ungefähr das Storybook. Ich sage nur: Komisch, bewegend, melancholisch, unterhaltsam und schräg.
Haußmann spielt mit Licht und Worten, während er uns seine deutsche Version des Graduate im Kleinformat präsentiert. In dieser Bojebuck Produktion stimmt(jedenfalls meiner Meinung nach) alles. Da darf Detlev Buck in einer Gastrolle natürlich nicht fehlen und als Schmankerl gibt es Garfunkel jr. noch als Beigabe dazu. Da ist es auf der Uhr schon mal 7 nach Viertel nach 5 und der Hamburger Hafen im Morgengrauen gibt eine Kulisse ab, die jedem der nördlich des Weißwurstäquators geboren ist Tränen der Rührung in die Augen treibt.
Klein, aber fein! Mein Fazit für Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe. Diesmal heißt es nicht: Entscheiden sie selbst, sondern: Anschauen! Unbedingt!