Kopfschmerzen
- Wie viele Arten von Kopfschmerzen gibt es?
- Kopfschmerzursachen
Nackenschmerzen
Die Zilgrei-Methode
- Was ist an Zilgrei so anders?
- Reaktionen
- Kontraindikationen
Die Zilgrei-Grundkonzepte
- Die korrekte Ausgangsstellung
- Die gezielte Bewegung
- Selbstwahrnehmung
- Der Zilgrei-Test
- Das Prinzip der Gegenrichtung
Die Atmung
- Die Wirkung der Atmungsdynamik auf die Wirbelsäule
- Hilfen zum Erlernen der Bauchatmung
Die Zilgrei-Atmung
- Ausführung der Zilgrei-Atmung
- Fehler bei der Zilgrei-Atmung und wie man sie vermeiden kann
- Zilgrei-Stellung bzw. Bewegung kombiniert mit - Zilgrei-Atmung
- Das Ganzkörperprinzig
Wie wähle ich die für mich passenden Zilgrei-Selbsthandlungen?
- Wie oft sollte man Zilgrei anwenden?
- Allgemeine Empfehlungen zur Zilgrei-Selbstbehandlung
Die Selbstbehandlungen
Schwan
Eisvogel
Adler
Kranich
Waldkauz
Rußalbatros
Raubwürger
Gebirgsstelze
Königsfalke
Bergfink
Sommergoldhähnchen
Teichrohrsänger
Kampfläufer
Zeisig
Zwergschnäpper
Goldfasan
Sperber
Rosenstar
Möwe
Rotkehlchen
Zitronengirlitz
Hausrotschwanz
Kormoran
Waldnachtigall
Rubinkehlchen
Was tun, wenn die gewünschte Wirkung ausbleibt?
Schlechte Angewohnheiten und gute Ratschläge
Zu guter Letzt
- Wie und wo können Sie die Zilgrei-Methode erlernen?
Vorwort zur neuen Taschenbuchausgabe
Die Erstausgabe des vorliegenden Buches hat sich im Verlauf der Jahre gut bewährt; die Zuschriften und Berichte zufriedener Zilgrei-Anwender zeugen davon. Diese überarbeitete Ausgabe ist nur in einigen wenigen Teilen verändert worden, um weiteren Erfahrungen und Einsichten bei der Entwicklung und dem Lehren der Zilgrei-Methode Rechnung zu tragen. Die Zilgrei-Grundansätze, die Überlegungen und Philosophie, die Frau Zillo und Dr. Greissing der Zilgrei-Methode verliehen haben, sind unverändert geblieben.
Sollten Sie Beschwerden nicht nur im Kopf- und Nackenbereich, sondern auch in anderen Körperteilen haben, finden Sie Grundübungen für den gesamten Bewegungsapparat in dem Buch Neue Hoffnung Zilgrei und in Zilgrei gegen Rückenschmerzen, erschienen im gleichen Verlag.
Die Zilgrei-Methode hat eine sehr spezifische und feste Grundlage, die erläutert und verstanden werden muss, will man die Selbstbehandlungen korrekt durchführen. Deshalb finden Sie in diesem wie auch in unseren anderen Büchern die Kapitel über die Grundkonzepte und Grundregeln wortgetreu wiederholt.
Dieses Buch soll Ihnen nicht nur Anwendungen an die Hand geben, wie Sie Ihre Kopfschmerzen in den Griff bekommen, sondern auch helfen, über deren Ursachen nachzudenken. Aber ohne sich dabei den Kopf zu zerbrechen! Achten Sie einfach darauf, wie Sie gehen und wie Sie stehen, wie Sie sitzen und wie Sie schlafen, wie Sie sich bewegen und wie Sie arbeiten, wie Sie sich kleiden und welche Hobbys Sie haben. Kurz alles, was Sie in Ihrem täglichen Ablauf beeinflusst und prägt, denn die Auswirkungen davon finden Sie in Ihrem Zustand wieder, in Ihren Muskeln, Bändern, Sehnen, Gelenken und in Ihrer Atmung. Das Kapitel Schlechte Angewohnheiten und gute Ratschläge im dritten Teil dieses Buches beleuchtet einige Beschwerdeursachen, die häufig gar nicht als solche erkannt werden.
Anhand der Zilgrei-Selbstuntersuchung lehrt Sie dieses Buch, Ihren Ist-Zustand zu erkennen - welche Bewegungen können Sie in diesem Moment ohne weiteres ausführen, und welche bereiten Schmerzen oder Unbehagen? Die therapeutische Konsequenz daraus ist das eigene, ganz individuell zugeschnittene Zilgrei-Selbstbehandlungsprogramm. Hierin liegt der Kern der Zilgrei-Methode, die wir zwei genialen Menschen verdanken.
»Genial ist der Mensch, der Augen hat für das, was ihm zu Füßen liegt«, hatte Goethes Mutter gesagt. Diese Art der Genialität besaß Dr. Hans Greissing, ein begnadeter amerikanischer Chiropraktiker deutscher Abstammung, der in seiner Wahlheimat Italien zusammen mit seiner Patientin, Adriana Zillo, die Zilgrei-Methode entwickelte. »Die Ursachen unserer Beschwerden liegen ganz nah bei uns, wir erzeugen sozusagen unsere eigene Krankheit selbst. Die Gnade besteht aber darin, dass wir mit geeigneten Maßnahmen auch unsere eigene Gesundheit erzeugen können«, war seine Lehre. Die zehn Schritte, die der Patient von der Türe seines Praxisraumes bis zum Schreibtisch zurücklegen musste, reichten Dr. Greissing oft aus, um nicht nur den gesamten Menschen, sondern auch dessen Beschwerdeursachen erfassen zu können. »Ihr müsst den ganzen Menschen sehen, müsst ihn genau anschauen, von unten bis oben, von oben bis unten, links und rechts, vorne und hinten, ihr müsst beobachten, wie er sich bewegt, ohne fixiert zu sein auf den Punkt, wo seine Schmerzen auftreten. Nur dann könnt ihr erfahren, was er hat und was er braucht«, belehrte er uns, seine Schüler, immer wieder mit Nachdruck.
Aber auch Frau Zillo ist von der Genialität, die Naheliegendes als nützlich erkennen lässt. Ihren aufmerksamen Beobachtungen an sich selbst verdankt Zilgrei zwei der ausschlaggebenden Besonderheiten, die die Methode so wirksam machen: die dynamogene Atmung in Verbindung mit dem Prinzip der Gegenrichtung. »Wenn ich den Kopf in die schmerzfreie Richtung drehe, nimmt mein Schmerz ab«, bemerkte sie, »und wenn ich dazu die Bauchatmung mache, verschwindet er«, teilte sie Dr. Greissing mit. Diese wertvollen Beobachtungen, verbunden mit den anatomischen und physiologischen Ansätzen und Zusammenhängen der Chiropraxis und mit Dr. Greissings Forschung auf dem Gebiet der Nutzung natürlicher Phänomene zur Krankheitsbehandlung, bildeten die Grundlagen zur gemeinsamen Entwicklung Ende der siebziger Jahre, der Zilgrei-Methode.
Dr. Greissing ist im Januar 2002 in Mailand nach einem reichen, abenteuerlichen und arbeitsamen Leben gestorben. Er war ein Pionier auf dem Gebiet der natürlichen Gesundheitspflege und Krankheitsbehandlung, ein feuriger Verfechter seiner Ansichten und vor allem der Überzeugung, dass der Mensch nur dann frei ist, wenn er sich selbst helfen kann. Frau Zillo ist Ehrenpräsidentin des italienischen Zilgrei-Verbandes und unterstützt nach Kräften die Arbeit zur Verbreitung der Zilgrei-Methode. Beiden gebührt mein tiefer Dank für die Befreiung von meinen Schmerzen, für die Bereicherung, die ich durch sie erfahren durfte, und für das Geschenk meiner Lebensaufgabe: der Verbreitung der Zilgrei-Methode als aktive, wirksame Hilfe zur Selbsthilfe.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und baldige Genesung mit Zilgrei!
Charlotte Rogers Zilgrei International
Vorwort zur Erstausgabe
Liebe Leserinnen und Leser, von manchen Menschen sagen wir, dass sie kopflastig und halsstarrig oder hartnäckig sind. Die Eigenschaften, die die Umgangssprache damit benennt, sind in der Regel auch dem Körper eingeprägt.
Gerade bei Menschen mit Rundrücken und Hohlkreuz lastet der Kopf auf dem weit vorgebeugten Hals. Bei anderen ist der Hals gerade und stolz emporgereckt, aber so starr, dass Kopfdrehung und -kippung stark eingeschränkt sind.
Das alles geschieht ganz unbewusst. Keiner ist sich zum Beispiel bewusst, dass er nachts mit den Zähnen knirscht, ständig Zähne oder Lippen aufeinander presst oder die Schulter dauernd so hochzieht, dass er einen harten Nacken bekommt.
Andere Formen des Überspanntseins dringen in unser Bewusstsein vor und weisen uns schmerzhaft darauf hin, dass etwas nicht in Ordnung ist: Kopf-, Nacken-, Schulterschmerzen, Neuralgien.
Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die in diesem Buch beschriebenen Übungen dazu beitragen werden, dass Sie sich in Ihrem ganzen Körper wieder wohl fühlen können, auch im Bereich von Kopf, Hals und Nacken.
Natürlich ist Ihnen nicht damit geholfen, dass Sie das Buch unters Kopfkissen legen oder einfach nur durchlesen, sondern nur dann, wenn Sie die für Sie geeigneten Übungen herausfinden und tagtäglich anwenden.
Hilfe zur Selbsthilfe
Schmerzen und Missempfindungen im Bereich von Kopf, Hals und Schultergürtel, Augen, Ohren, Nase und Zähnen sind nicht selten. Riesenanstrengungen werden unternommen, um die Ursachen solcher Schmerzen herauszufinden und wirksame Medikamente, Geräte und Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung zu entwickeln.
Und nun soll es plötzlich möglich sein, Schmerzen und Beschwerden in Wohlbefinden umzuwandeln, und zwar mit geringstem Aufwand?
Durch ein paar Minuten atmen und sich bewegen - was wir ohnehin den ganzen Tag tun.
Ich selbst habe etwa drei Jahre lang von verschiedenen Seiten Hinweise auf die in diesem Buch dargestellte Zilgrei-Methode bekommen, stets verbunden mit einem sehr euphorischen Unterton, was mich vermuten ließ, es handle sich mal wieder um eine jener »epochalen« neuen Heilslehren, die ein paar Jahre durch die Alternativszene geistern und dann wie eine Seifenblase zerplatzen. Bis mich ein ganz sachlich klingender Beweis veranlasste, das von Greissing und Zillo entwickelte Verfahren praktisch kennen zu lernen.
Nun war's an mir, euphorisch zu werden! Inzwischen ist es für mich selbstverständlich, dass die Methode wirkt. Sie tut es freilich nur bei genauer und richtiger Durchführung. Auch braucht man mitunter etwas Geduld: Je weniger ein Mensch sich selbst in seinem Körper spürt, je unbeweglicher er ist, je verhärteter seine Knochen, Sehnen und Muskeln sind, desto länger kann es dauern, bis der gewünschte Erfolg sich einstellt.
Konzepte
In der Medizin gibt es verschiedene Therapiekonzepte, die einander ergänzen. Eines davon lautet: Fördere die Selbstheilungskräfte des Organismus.
Denken Sie an unsere herrlichen alten Dome. Sie stehen seit Jahrhunderten an ihrem Platz, doch nur deswegen, weil sie ständig erneuert werden. Von Generation zu Generation sind Baumeister damit beauftragt, verwittertes Gestein zu entfernen und durch neuen festen Stein gemäß altem Bauplan zu ersetzen.
Nach demselben Prinzip funktioniert auch unser Körper. Solange wir leben, wird Verbrauchtes abgebaut und Neues - vorwiegend nachts im Schlaf - gemäß Bauplan wieder aufgebaut. Altern heißt: Das Verwittern geht schneller als der Wiederaufbau. Leichte Beschwerden in einem Körperteil können bedeuten: Der Baumeister bekommt nicht genügend Informationen über den Zustand der Bausubstanz dort. Verhärten, unbeweglich werden heißt: Die Transportwege für die Arbeitskolonnen sind durch Gerümpel verlegt und kaum noch passierbar.
Zilgrei-Übungen - richtig durchgeführt - erleichtern unserem Organismus den täglich notwendigen Wiederaufbau. Die vertiefte Atmung verbessert die Sauerstoffversorgung der Zellen.
Verkrampfte Muskulatur löst sich, wird besser durchblutet. Infolgedessen können verklemmte Wirbelgelenke wieder in die richtige Stellung zurückgleiten, verklemmte Nerven werden aus dem Würgegriff harter Muskelstränge oder verdrehter Wirbel befreit, und so weichen schließlich Schmerzen oder Missempfindungen. Kurzum: Hindernisse werden beseitigt, so dass der Baumeister die Selbstheilungskräfte wieder überall hinschicken kann, um die Restaurierung im Körper in Angriff zu nehmen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen guten Erfolg mit diesem Buch.
Dr. Manfred Werner Marburg, im September 1991
Kopfschmerzen
Nur ganz wenige Menschen können sich glücklich schätzen, nicht zu wissen, was Kopfschmerzen sind. Schon ab dem Schulalter treten sie in leichterer oder heftigerer Form auf. In der Tat sind Kopfschmerzen die am weitesten verbreiteten körperlichen Beschwerden und die am schwierigsten zu behandelnden. Statistiken zeigen, dass nur eine von zehn Personen nicht darunter leidet, die übrigen neun haben in der einen oder anderen Form zumindest einmal oder auch öfter, zum Teil sogar häufig, darunter gelitten. Man darf dabei natürlich nicht vergessen, dass dieser Prozentsatz auch deshalb so hoch ist, weil Kopfschmerzen oft Vorboten oder Begleiter fast aller somatischen und psychosomatischen Erkrankungen sind, z.B. von Erkältungen, Grippe, Lungenentzündung, Rheumatismus, Verdauungsbeschwerden oder vielem anderem mehr. Wir sind schon so daran gewöhnt zu hören: »Heute habe ich schreckliches Kopfweh«, dass wir schon gar nicht mehr darauf achten.
Die Schmerzzone bei Kopfweh erstreckt sich hauptsächlich auf die Kopfhaut und auf das Gewebe, das die Schädelknochen umgibt. Unter dem medizinischen Ausdruck Cephalaea versteht man jedoch alle Schmerzen, die im Bereich des Schädels auftreten. Sie sind in zwei Hauptgruppen unterteilt: primäre und sekundäre Kopfschmerzen. Bei der ersten Gruppe ist die Schmerzursache weder spezifisch noch bekannt, das einzige Symptom ist der Kopfschmerz, und der Schmerz verschwindet normalerweise mit der geeigneten Therapie.
Der sekundäre Kopfschmerz ist meist das Anzeichen für andere Krankheitszustände verschiedenster Art, wie beispielsweise Kreislauf-, Stoffwechsel- und Blutdruckbeschwerden, neurovegetative Überempfindlichkeit, Infektionen, Beschwerden des Verdauungsapparates, Vergiftungen, Arteriosklerose, Muskelverkrampfungen, aber auch Gehirnerkrankungen wie Hirnhautentzündung. Der Kopfschmerz ist dann eine Alarmglocke, die anzeigt, dass in unserem Organismus etwas nicht stimmt. In solchen Fällen muss die Ursache gefunden und behoben werden, denn weder Schmerzmittel noch Zilgrei oder andere Therapien werden imstande sein, diese Art von Kopfschmerzen auf Dauer zu beseitigen.
Wenn Kopfschmerzen auf nur einer Schädelseite mit pochenden Schmerzen auftreten, handelt es sich meist um die so genannte Migräne (von hemi crania = halber Schädel). Oft wird sie begleitet von Übelkeit, Erbrechen, Überempfindlichkeit der Sinnesorgane, das heißt Licht- und Geräuschempfindlichkeit, sowie Flimmern vor den Augen und Schwindelgefühl.
Wie viele Arten von Kopfschmerzen gibt es?
Die Varianten sind äußerst vielfältig und unterschiedlich: Da gibt es den leichten, anhaltenden Schmerz, der nicht nachzulassen scheint, aber an Intensität auch nicht zunimmt; oder den heftigen Schmerz, der abwechselnd zu- und abnimmt; dann das langsam ansteigende Kopfweh, das mit der Zeit immer stärker wird; oder den gleich bleibenden, hämmernden Schmerz; es gibt die Kopfschmerzen, die wie ein Eisenring langsam mit zunehmender Intensität den Kopf zusammenzudrücken scheinen; oder gleichzeitig zwei, übereinander gelagerte Schmerzen: einer dumpf und unterschwellig, der andere heftig und pochend.
Kopfschmerzen können in einer bestimmten Zone des Schädels auftreten und dort fixiert bleiben oder an einer Stelle beginnen und sich dann auf andere Kopfteile ausbreiten.
Kopfschmerzursachen
Wie bereits erwähnt, sind Kopfschmerzen häufig nur das Symptom einer Erkrankung oder eines Zustandes, der sich in einem ganz anderen Körperteil abspielt als im Kopf. Davon abgesehen gibt es noch viele andere Kopfwehursachen, die mehr oder weniger bekannt sind, wie zum Beispiel Empfindlichkeit gegen Zugluft, Stress, Erkältungen, Alkoholkonsum, Rauchen, Wetterfühligkeit usw.
Eine häufige und teilweise sehr quälende Ursache stellt die Neuralgie dar, eine schmerzhafte, aber klinisch nicht erfassbare Reizung der Nerven. Besonders oft befallen ist der Trigeminusnerv, was zu heftigen, messerstichartigen Schmerzanfällen führen kann. Meist ist von diesen Attacken nur eine Gesichtshälfte im Bereich des Ober- oder Unterkiefers befallen. Zu Beginn dauern die Anfälle in der Regel nur ein paar Sekunden, wiederholen sich aber dann nach mehr oder weniger langen Intervallen.
Manchmal treten Kopfschmerzen immer wieder unter besonderen Umständen auf. Typisch dafür sind die Anfälle vor, während oder nach der monatlichen Menstruation.
Auch die Verdauung spielt beim Kopfschmerz eine wichtige Rolle. Zu üppige, fetthaltige Mahlzeiten und der Genuss von zu viel Alkohol haben oft den klassischen »Stahlring« um den Kopf zur Folge. Manchmal ist in solchen Fällen die schnellste und natürlichste Abhilfe, den Finger in den Rachen zu stecken und so den Magen zu entleeren.
Ab und zu ein Festessen schadet niemandem, aber überreichliche Mahlzeiten sollten nicht die Regel sein. Besonders am Abend sollte man nicht zu spät und nur wenig und leichte Kost zu sich nehmen. Wenn man sich zudem nach einem üppigen Abendbrot direkt vom Tisch zum Sofa vor den Fernseher begibt, die Füße hochlegt, in dieser »bequemen« Stellung, die Magen und die inneren Organe zusammendrückt, vor dem Schlafengehen die nächsten zwei bis drei Stunden verbringt, darf man sich nicht wundern, wenn der Schlaf unruhig ist, die Verdauung nicht richtig klappt und beim Aufwachen der Kopf schmerzt.
Psychosomatische Verdauungserkrankungen wie Reizdarm, Gastritis, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür, chronische Verstopfung usw. sind sehr häufig von quälenden Kopfschmerzen begleitet.
Stressbedingte Verhaltensweisen sind heutzutage sicherlich eine der Hauptursachen für Kopfschmerzen. Sie kennen zweifelsohne den Ausdruck »die Zähne zusammenbeißen«, wenn es darum geht, ein schwieriges Problem zu lösen oder eine belastende Situation zu meistern. Nun, sehr viele nervöse und stressgeplagte Menschen tun das buchstäblich, unbewusst und nicht nur tagsüber, sondern auch nachts. Nächtliches Zähneknirschen wie auch verkrampfte Schlafstellungen sind oft verantwortlich für dieses morgendliche Gefühl des »Erschlagenseins«, begleitet von unterschwelligen oder auch starken Kopfschmerzen.
Es ist klinisch nachgewiesen, dass die ständige Verkrampfung der Kaumuskulatur nicht nur die Kiefergelenke übermäßig belastet, sondern direkt und indirekt für eine ganze Reihe von krankhaften Erscheinungen verantwortlich ist, nicht zuletzt für Kopf- und Rückenschmerzen. Wenn Sie sich bewusst sind, dass Sie dazu neigen, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Sie vor dem Einschlafen die Muskulatur des gesamten Körpers, insbesondere die Gesichtsmuskeln, entspannen. Letzteres erreichen Sie sehr gut, wenn Sie vor dem Schlafengehen folgende Selbstbehandlungen ausführen: KAMPFLÄUFER, ZEISIG,ZWERGSCHNÄPPER und ADLER.
Auch falsches Kauen kann immer wieder auftretenden Kopfschmerzanfällen zu Grunde liegen. Wenn die Zähne unregelmäßig sind, das heißt, auf einer Seite höher als auf der anderen, oder wenn einseitige Zahnlücken vorhanden sind oder wenn auf Grund von nicht behandelten einseitigen Schmerzzuständen immer nur auf einer Seite gekaut wird, entsteht eine erhebliche Stresssituation in den Kiefergelenken, was tatsächlich zu ständigen Kopfschmerzen und anderen Beschwerden führen kann. Ein regelmäßiger Zahnarztbesuch ist daher nicht nur für den guten Zustand der Zähne wichtig, sondern für das Allgemeinbefinden überhaupt.
Dann gibt es noch die so genannten Wochenend-Kopfschmerzen. Sie sind meist nur das Ergebnis der Überforderungen des Körpers: zu viel Schlaf, zu viel ungewohnter Sport, zu viel Nahrung und Alkoholgenuss. Auch das kann der Körper als Stress empfinden.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Taschenbuch
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