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Produktinformation
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Noch kurz zur DVD: das Menu ist schön gestaltet, außer dem Kinotrailer gibt es jedoch keine weiteren extras. Aber der Film ist so intensiv, daß dies nicht weiter ins Gewicht fällt.
Dieser Film ist sehr tiefschichtig und enthält mehrere detaillierte sowie allgemein gehaltene Aussagen. Bereits der Filmtitel "The Parallax View" deutet darauf hin. Eine Parallaxe ist eine Verschiebung die ein Objekt erfährt, wenn man es von zwei Orten aus betrachtet. D.h.: je nach Betrachtungsort ändert sich die Sichtweise und auch die Entfernung zum Objekt. Bildet man sich eine eigene Meinung so wird zwangsläufig der Blickwinkel und die Betrachtungsweise geändert. Betrachtet man diese Doppeldeutigkeit auch auf die im Film genannte "Parallax Cooperation", so wird der Öffentlichkeit ein (falscher) Blickwinkel vorgegeben währenddessen intern ein anderer Blickwinkel vorhanden ist. Und wer diesem Blickwinkel nicht entspricht ......
Der Film ist mehrfach interpretierbar. Einerseits sind ganz deutlich Parallelen zu dem Kennedy-Attentat erkennbar. Ein amerikanischer Senator wird von einem verwirrten Einzeltäter ermordet. Aber entgegen der Verlautbarung wurde dieser Einzeltäter von einer Organisation angeworben und ausgebildet. Auch das Filmende weist auf das Schicksal Lee Harvey Oswalds hin: der Einzeltäter stirbt, es ergeben sich offiziell keine weiteren Erkenntnisse. Die Filmhandlung ist in gewisser Weise dem Film "I - wie Ikarus" - der ebenfalls über das Kennedy-Attentat handelt - angelehnt. Der Film wurde 1974 gedreht, das Kennedy-Attentat war 1963. Aufgrund der zeitlichen Nähe scheint ein Bezug auf alle Fälle gegeben zu sein.
Aber es wurden weitere Handlungen eingebaut, weshalb der Film auch bewußt allgemeine Interpretationen zulässt:
- wer der Wahrheit zu nahe kommt und unabhängig bleibt, muß schweigen. Der unabhängige Politiker wird an dem Unabhängigkeitstag ermordert, der Chefredakteur in dem Moment, wo er zuviel weiß.
- vieles ist inszeniert. Offiziell gibt es nur die Erkenntnisse auf Einzeltäter; inoffiziell gibt es eine Art unsichtbares Netz, das über mehrere Schaltstellen gelegt ist. D.h., die Wahrheit wird nicht publik, "zufällige Unglücke" sind geplant.
- ein gewisser Wertezerfall ist zur Entwurzelung und Konditionierung gewünscht. Schlüsselszene ist der in der Parallax-Cooperation vorgeführte Film, in dem Anfangs dem Wort "Liebe" das Bild "Liebe" zugeordnet wird, zum Schluß aber dem Wort "Liebe" das Bild "Sex" zugeordnet wird. D.h. äußerlich gleich bleibende Begriffe werden mit neuem Inhalt gefüllt. Dies erfolgt zur bewußten Konditionierung.
- Menschen, die sich in den Schaltstellen nicht systemkonform verhalten, werden eliminiert. Sowohl der Filmanfang wie auch das Filmende vermitteln diese Botschaft, denn beides mal werden systemunkonforme Politiker eliminiert.
Man sieht: das ganze ist nicht nur ein hochspannender Verschwörungsthriller sondern noch ein bitterböser Film dazu. Dieser Film ist nichts für zwischendurch. Deshalb: in Ruhe ansehen, Bilder und Handlung auf sich wirken lassen. Und wenn dann nach Filmende die Gedanken kreisen und die Frage auftaucht "Könnte etwa Alan J. Pakula in diesem Punkt oder jenem Punkt etwa Recht haben ?" dann kommt die Gänsehaut ......
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