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Mit
Zerrissene Herzen legen Ingke Brodersen und Rüdiger Dammann eine ebenso fundierte, wie gut lesbare Geschichte des jüdischen Glaubens, Lebens und Leidens in Deutschland vor. Das von Klaus Ensikat sehr schön illustrierte Buch, dessen Aufmachung an die Bände der von ihm grafisch betreuten Reihe
Die Kinder-Uni erinnert, wendet sich zwar vor allem an ein jüngeres Publikum, kann aber mit bestem Gewissen Interessierten aller Altersstufen zur zweifellos lehrreichen Lektüre empfohlen werden.
Von den Anfängen des Judentums über den Konflikt zwischen Rom und Jerusalem, die Glaubensspaltung zwischen Christen und Juden, den gesellschaftlichen Aufstieg der Juden nach den Ächtungen des Mittelalters, den Zionismus und Antisemitismus des beginnenden 20. Jahrhunderts und die nationalsozialistische "Endlösung der Judenfrage" bis in die Gegenwart des jüdischen Lebens in Deutschland reicht der Bogen, den die Autoren spannen. Ein Anhang mit einer 3761 vor Christus (dem Jahr 1 der jüdischen Zeitrechnung) beginnenden und bis zur Einweihung des zentralen Denkmals für die ermordeten Juden Europas in Berlin im Jahr 2005 reichenden Zeittafel, einem Glossar, das die wichtigsten jüdischen Begriffe erklärt, sowie einem Überblick über das jüdische Jahr rundet den rundherum überzeugenden Band gelungen ab. -- Andreas Vierecke
Kurzbeschreibung
Solange sie streng nach seinen Regeln lebten, so versprach Gott den Israeliten am Berg Sinai, werde er sie schützen. Nicht nur durch ihren Glauben sollten sie sich von anderen unterscheiden; auch ihre Feiertage und ihre Rechtsordnung, ihre Kleidung und ihre Speisegesetze sollten aller Welt kundtun, dass Gott sie zu seinem "heiligen Volk" auserwählt hatte. Dennoch wurden die Juden vor 2000 Jahren aus ihrem "Heiligen Land" vertrieben und mussten - in alle Welt zerstreut - in der Fremde leben. Viele ließen sich in deutschen Fürstentümern nieder. Die Dienste der weltgewandten unter ihnen wussten Könige und Fürsten zu nutzen, ihre "Hofjuden" schützten sie. Alle anderen aber waren rechtlos und galten als andersartige "Fremde". Sie selbst wollten gläubige Juden und gleichberechtigte Deutsche sein, und doch erwies sich dies als ein Spagat, so der Dichter Heinrich Heine, durch den das eigene Herz "mitten entzweigerissen" wird.