Zeugen der Angst spielt sich teilweise sehr stark auf psychologischer Ebene ab, es ist ein andauerndes Psychoduell zwischen den beiden Protagonisten. Auf der einen Seite versucht Gaut die Schlinge um Falk immer enger werden zu lassen, auf der anderen Seite versucht Falk Fehler von Gaut zu provozieren und setzt dabei irgendwann als letzte Chance auch das Leben von Helen Andersson und ihrer kleinen Tochter aufs Spiel. Dies macht er erst noch unbewusst, es ist erst ein Fehler, über den er selbst erschrickt, denn wohl zum ersten Male weicht er von seinen Prinzipen ab, erst einmal die Menschen zu schützen, doch dann billigt er es, und tötet damit kurzfristig ein weiteres Stück Emotionalität von sich selbst. Das Psycho-Duell der beiden kommt am deutlichsten in kurzen Telefonaten zum Tragen.
Doch dieser Film lebt nicht allein von dem Psycho-Duell der beiden Protagonisten. Äußerst ungewöhnlich für einen skandinavischen Krimi spart dieser Film nicht an Actionszenen. Dies zeigt sich gleich fast zu Beginn bei einer rasanten Verfolgungsjagd, kommt aber auch in vielen Schießerei zum Vorschein. Als auch Fans dieses Genre können hier etwas auf ihre Kosten kommen, wobei die Action insgesamt eher in den Hintergrund gedrängt wird, von der doch recht anspruchsvollen Story.
Einer Story, die wirklich voll ist mit Nervenkitzel und der Zuschauer mitreißt und mitfiebern lässt, und nur ganz wenige kleine Schwächen und Pausen aufweist.
Dazu ist der Film voll mit lauter kleinen emotionalen Szenen, natürlich wenn Falks Kollegin Anja auf dem Dachboden von Falk zwischen lauter Spielzeug Fotos von Falks Verlobter entdeckt, darunter eins welche diese hochschwanger zeigt oder genauso als Falk von ca. 6 Polizisten verhaftet wird und diese plötzlich anhalten, und ihn freilassen, mit den Worten „Wir wollen nicht zu Gauts Handlangern werden".
Ich kann den Film trotz des schwachsinnigen Titels jedem nur empfehlen, der auf spannende Krimis steht, vor allem natürlich Fans von den Filmen aus dem hohen Norden und den Büchern aus diesen Ländern.