Klappentext:
Willow, ihr lang ersehntes Kind, ist perfekt. Das ist das Erste, was Charlotte O'Keefe hört, als sie ihr Baby auf dem Ultraschallbild sieht. Ja, es ist perfekt. Daran ändert auch Willows Krankheit nichts. Charlotte liebt ihr Kind abgöttisch und will nur eines: sie beschützen. Denn Willow braucht allen Schutz der Welt. Beim kleinsten Stoß brechen ihre Knochen. Doch auch ihr Herz kann brechen. Genau das scheint Charlotte zu vergessen, als sie vor Gericht das Geld für die richtige Behandlung erkämpfen will. Sie verklagt ihr Frauenärztin. Die Krankheit hätte schon zu Beginn der Schwangerschaft erkannt - und die Eltern gewarnt werden können. Charlotte muss behaupten, ihr geliebtes Kind sei besser nie geboren worden...
>> "Zerbrechlich" hat alles, was die Fans von Jodi Picoult erwarten: Sie erzählt in ihrer gewohnt tiefgründigen, gefühlvollen Sprache... Provokativ und komplex. <<
BookPage Magazine
Inhalt:
Charlotte O'Keefe liebt ihre beiden Kinder. Sie hätten kaum perfekter sein können... Doch eines überschattet das Familienglück. Ihre jüngste Tochter leidet unter Osteogenesis imperfecta, die sogenannte Glasknochenkrankheit. Der kleinste Stoß, ein unbedeutender Fehler beim Gehen, ein kleiner Stolperer, ja sogar das Niesen, kann dazu führen, dass die kleine Willow sich die Knochen bricht. Ein Unfall, ausgerechnet im Disneyland, ist der Ausschlag dafür, dass Willow's Eltern auf Schadensersatz klagen wollen. Doch diese Klage war nicht vielversprechend für Marin Gates, die Anwältin. Da musste etwas anderes her... Also sah sie eine Chance darin, Piper Reece zu verklagen. Piper Reece, eine Gynäkologin aus Bankton, New Hemphire. Und gleichzeitig die besten Freundin von Charlotte O'Keefe. Das Intention: Piper Reece habe Charlotte nicht früh genug darauf hingewiesen, es stimme etwas nicht mit Willow und ihr somit die Chance genommen haben, zu entscheiden, das Kind abzutreiben oder, trotz Schwerstbehinderung, auf die Welt zu bringen. Dafür müsste Charlotte aber behaupten, ihr Kind wäre besser nicht beoren worden. Charlotte's ganz persönlicher Spießrutenlauf beginnt...
Meine Meinung:
Ich sitze nun seit einer geschlagenen Stunde an dieser Rezension und bin noch immer überwältigt. Mir schwirrt so viel im Kopf herum, einiges liegt mir auf die Zunge und doch schaffe ich es nicht, all' das zu schreiben. Mir fehlen einfach die Worte, meine derzeitigen Gefühle zu beschreiben. Doch dieses ganz besondere Talent hat definitiv Jodi Picoult. Natürlich kann man hier sicher sein, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat, doch es geht hier nicht nur um Recherche. Jodi Picoult hat ein Buch geschrieben, bei dem ich das Gefühl hatte, im Kino zu sitzen. Mitten drin... Ich war nicht nur ein stiller Beobachter, sondenr ein Teil der Familie, der namentlich nicht erwähnt wurde. Doch gehen wir etwas mehr auf den Inhalt ein: Jodi Picoult unterteilt das Buch in verschiedene Perspektiven. Sie schreibt als Charlotte&Sean O'Keefe, Amelia, die ältere Schwester und aus der Sicht von Piper Reece. So kam man nicht umher, für jeden einzelnen Verständnis aufzubringen. Es war nicht so, dass man nur für eine Person, Sympathie entwickeln konnte, sondern für alle. Sean, der eher herbe Typ Mensch. Charlotte, die Mutter. Verzweifelt, kämpfend, aber dennoch (ver)zweifelnd. Amelia, die nicht gehört und gesehen wird. Die ältere Schwester, die auch ein bisschen Aufmerksamkeit haben möchte und nicht versteht, dass Charlotte so handelt. Und dann Piper Reece. Nicht nur Charlotte's (ehemals) beste Freundin, sondern auch ihre behandelnde Gynäkologin. So durchläuft der Leser jede Station der jeweiligen Beteiligten und die Geschichte setzt sich so weiter fort. Man kann also alle verstehen und gewinnt einen Eindruck, wie ihr Gefühlsleben durcheinander gerät. Ich muss gestehen, ich habe stets versucht, meine Tränen zu unterdrücken, egal, wie traurig die Situation auch war. Aber zum Schluss - ein bestimmtes Ereignis, welches ich euch nicht verraten möchte -, konnte ich nicht mehr. Mir kullerten ein paar Tränen und ich brauchte einen Moment, um mir klar zu werden, dass diese Geschichte fiktiv ist und nicht wirklich geschehen war.
Fazit:
Erschütternd. Tief bewegend. Sensibel. Das sind die Schlagworte, die mir zu diesem Roman einfallen. Dieses Buch kann ich jedem wärmstens empfehlen! Es ist ein tiefgründige Thematik, gemischt mit ethischen Fragen und gepaart mit einigen Wahrheiten eines OI (Osteogenesis imperfecta) Patienten. Lasst euch die Möglichkeit nicht entgehen, auch mal in euch hinein horchen. Ich habe es getan und mir selbst dabei überrascht, welche Ansichten ich eigentlich hatte und diese, nach dieser Geschichte, überdenken musste.