Zeppelin ... Bei diesem Begriff fallen mir spontan drei Dinge ein: zum ersten Graf Zeppelin.
Geboren wurde er in Konstanz am Bodensee. Zunächst wuchs er in Emmishofen in der Schweiz auf, ging ab 1952 in Stuttgart zur Schule, besuchte ab 1855 die Kadettenanstalt in Ludwigsburg, studierte schließlich an der Universität Tübingen. Von dort ging es zum Ingenieurskorps in Ulm. Er diente als Adjutant und verbrachte gar mehrere Monate in Nordamerika, um den amerikanischen Bürgerkrieg zu beobachten. Es war eine Ballonfahrt in Minnesota, die seine Begeisterung für die Luftfahrt weckte. Als Graf Zeppelin wegen eines Reitunfalls das Bett hüten durfte, begann er sich mit dem Antrieb von Flugschiffen zu beschäftigen. Ob man Schiffsschrauben dazu nutzen konnte? Damit kannte er sich aus, schließlich war er am Bodensee aufgewachsen ...
Nun, die Biografie von Graf Zeppelin in dem vorliegenden Buch ist kurz und knapp auf etwas mehr als drei Seiten untergebracht. Drei Seiten inklusive Bildern wohlgemerkt. Sie sollten also nicht zu viel erwarten.
Als zweiter Punkt fällt mir zum Begriff ZEPPELIN das Unternehmen ein, welches es heute noch gibt. Ein Unternehmen, in welchem zum Beispiel auch
Claude Dornier groß wurde. Allerdings hört und liest man in diesem Buch von Claude Dornier nichts. Obwohl gleich sein erstes Projekt, die drehbare Luftschiffhalle für Zeppeline, im Jahr 1912 patentiert und mit einem Preis des Preußischen Kriegsministeriums ausgezeichnet wurde. Die später entwickelten Flugboote Dorniers? Kein Wort zu den anderen Unternehmensbereichen der Luftschiffbau Zeppelin GmbH.
Drittens der Zeppelin selber. Dr. Brigitte Kazenwadel-Drews, die (laut Klappentext) Archäologie, Vor- und Frühgeschichte sowie Kunstgeschichte studiert hat, mit langjährigen Forschungsaufenthalten im Orient, legt den Schwerpunkt von diesem Buch einerseits auf das Luftschiff, andererseits erhält der Leser sehr viele Informationen über den Bereich Luftpost/Flugpost. Unzählige Briefe und Postkarten mit Sonderbriefmarken und Sonderstempeln sind abgebildet.
Die Entstehungsgeschichte wird erzählt, inklusive der Schwierigkeiten, die es zu bewältigen galt. Der Fokus liegt jedoch nicht auf den technischen Details, vielmehr erzählt die Autorin gut verständlich für Menschen, die nicht unbedingt einen technischen Hintergrund haben. Parallel dazu die Anfänge der Luftpost. Man erfährt wie die Luftschiffe im Ersten Weltkrieg genutzt wurden und wie es danach weiterging.
Auf nach Amerika! Wie die Luftschiffe zur Überquerung des Atlantiks verwendet wurden. Porzellangeschirr und Tafelsilber. Drinks und musikalische Darbietungen. Die Reise mit einem Zeppelin war ein Ereignis. Natürlich wird auch das tragische Ende von LZ 129 'Hindenburg' im Mai 1937 beschrieben. Es sollte sehr lange dauern bis die Zeppeline zurückkehrten. Heute kann man sie während der Tourismussaison täglich über dem Bodensee beobachten. Die Rundflüge starten von der Friedrichshafener Werft aus, bei der Messe Friedrichshafen am Flughafen gelegen. Das Passagierterminal sowie das Dornier-Museum sind auf der gegenüber liegenden Seite untergebracht.
Positiv aufgefallen sind mir die Informationen zur Zeitgeschichte, die im Buch verteilt auf blauem Hintergrund den Inhalt ergänzen. Angaben zum Kriegsverlauf und Zeittafeln sowie Bilder von Zeitzeugen und sonstige Dokumente sind darin enthalten.
Die Gestaltung von diesem Buch ist sehr abwechslungsreich. Viele Bilder lockern den Inhalt auf.
Und noch ein Lesetipp für alle Zeppelin-Begeisterten:
Zeppelin and the United States of America. An Important Episode in German-American Relations. Ein bedeutendes Kapitel deutsch-amerikanischer Beziehungen von Hans G. Knäusel. Zwar nur mit schwarz-weiß Aufnahmen und auch nicht so bunt und abwechslungsreich gestaltet, dafür mit sehr viel Detailinformationen.
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PS:
Wieso ich in der Überschrift 'oberflächlich' geschrieben habe ... wer schon einige Bücher über Zeppeline gelesen hat, dem wird auffallen, dass das eine oder andere Detail fehlt: zB der Produktionsstopp des LZ 124 (siehe oben genanntes Buch von Hans G. Knäusel). Dafür punktet dieses Buch mit seiner Gestaltung, den geschichtlichen Überblicken und den Informationen zur Flugpost. Um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, ist dieses Buch also geeignet. Ich könnte es mir zB auch sehr gut als Geschenk für Kinder/Jugendliche vorstellen.