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Zensiert, verschwiegen, vergessen: Autorinnen in Ostdeutschland 1945 - 1989
 
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Zensiert, verschwiegen, vergessen: Autorinnen in Ostdeutschland 1945 - 1989 [Gebundene Ausgabe]

Ines Geipel
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 300 Seiten
  • Verlag: Patmos Verlag; Auflage: 1 (15. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3538072698
  • ISBN-13: 978-3538072695
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,6 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 227.510 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Ines Geipel
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ines Geipel schildert erschütternde Lebensgeschichten von Autorinnen in der DDR, deren Werke aus politischen Gründen ohne Öffentlichkeit blieben. Als staatsgefährdend eingestuft, zensiert oder völlig totgeschwiegen, entstanden die Texte ohne jede Rezeption durch das Publikum. Es wurden Dokumente künstlerischer Authentizität in einer Zeit, in der Kritisches durchweg extrem behandelt wurde. Das Buch ist ein originärer Beitrag zur Aufarbeitung der deutschen Nachkriegsgeschichte. Als Überblick über regimekritische, bislang unbekannte Autorinnen eröffnet es zugleich einen neuen Blick auf die Angst der Diktatur vor dem Wort.

Über den Autor

Ines Geipel, geb. 1960 in Dresden, sechs Jahre DDR-Hochleistungssport mit Zwangsdoping und Weltrekord über 4 x 100 Meter. Nach dem Germanistik-Studium in Jena 1989 Flucht nach Westdeutschland und Studium der Philosophie und Soziologie in Darmstadt. 1996 gibt sie Gedichte und Prosa von Inge Müller heraus; daneben u.a. eigene Texte (ein Roman, eine Gedichtsammlung). Heute ist sie Professorin an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch und Mitarbeiterin des Hannah-Arendt-Instituts.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Beeindruckend 13. September 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Ich habe in dem Buch Autoren wiedergefunden, deren Bücher ich aus den späten 80er Jahren kannte. Wer könnte jemals die Gedichte von Inge Müller vergessen! Die meisten der Dichterinnen, von denen erzählt wird, waren eine Neuentdeckung für mich. Ich habe mir mehrere Bücher der "Verschwiegenen Bibliothek" inzwischen gekauft und begonnen zu lesen.

Die Autorin versteht es ausgezeichnet, das Schicksal der Dichterinnen eindrucksvoll zu erzählen. Dabei gelingt es ihr, die konkrete politische Situation in der damaligen DDR zu schildern und die Konflikte zwischen Literatur und Staat verständlich zu machen. Die unmittelbare Nachkriegszeit, die Zeit der Gründung der DDR, die strengen 50er Jahre werden erdrückend anschaulich beschrieben. Dabei stellt sie immer wieder Parallelen zwischen den einzelnen Biographien her.

Daß die Gefängnisse in der DDR schlimm waren, ganz besonders Hoheneck, weiß ich aus Büchern, Filmen und Dokumentationen. Wenn hier Briefe und Schilderungen zu lesen sind von Frauen, die diese Hölle selbst erlebt haben, dann ist es erschütternd, immer wieder neu. Lebensläufe endeten und zerbrachen hier. Große Kunst konnte nicht vollendet werden.
Daran darf der Rückblick auf 40 Jahre DDR niemals vorbeischaun. Deshalb füllt das Buch eine große Lücke über die Literatur während der DDR-Zeit.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Über den Fotos auf der vorderen Umschlagklappe des Buches steht in roten Lettern "Zensiert, verschwiegen, vergessen", und so sind uns Leser diese Gesichter eigentlich weitgehend unbekannt und weshalb, das verrät der Klappentext:"Dieses Buch erzählt von einer unbekannten literarischen Welt. Von Dichterinnen deren Texte zur DDR-Zeit unveröffentlicht blieben. Ihre Gedichte galten als tendenziös, ihre Prosa als hetzerisch, ihre Lebenshaltung als systemzersetzend. Nicht wenige wurden verfolgt und verhaftet."

Es geht insgesamt um das Leben, Denken und Dichten von zwölf Frauen, auf neun trifft die Aussage des Klappentextes zu, in den drei anderen Fällen trifft das nicht ganz zu.

Die Schriftstellerin und Germanistin Ines Geipel beginnt ihre Darstellung mit der Person und dem schöpferischen Werk von Richarda Huch, die weder bei den braunen Machthabern, noch in der DDR auf das Abstellgleis des Vergessens geschoben werden konnte, das lies sie einfach nicht zu.

. Die zweite Literatin heißt Susanne Kerckhoff. Die Feuilletonchefin der Berliner Zeitung" im Osten der Stadt Berlin, schrieb Gedichte und einen Roman. Ihr Mädchenname lautete Harich und so blieb auch sie eigentlich nicht unbekannt, insbesondere deshalb weil ihr Halbbruder Wolfgang Harich 1977 als Staatsfeind von Ulbrichts Gerichten zu zehn Jahren Zuchthaus bestraft wurde. Susanne Kerckhoff hat das allerdings nicht mehr miterlebt, weil sie 1950 durch Suizid aus dem Leben schied.

Mit einem Selbstmord endete auch 1966 das Leben von Inge Müller. Ihre Namen findet man im Schriftstellerlexikon, jedoch keinen Hinweis darauf weshalb sie Suizid begangen hat. Ines Geipel recherchierte gründlich und bracht zahlreiche Beweisstücke ans Licht, vordergründig Ermittlungsberichte der Stasi.

Die übrigen neun Dichterfrauen haben die Spitzeleien und Anschuldigungen der Stasi überstanden. Sie wurden in finstere Ecken verdrängt, einige von ihren auch inhaftiert. Das ist der Grund dafür, das wir erst jetzt nach dem Ende der DDR von ihrem Leben und Leiden, ihren Gedichten und Geschichten hören. Nicht alle von ihnen haben nach 1989/90 ihr schriftstellerisches Wirken wieder aufgenommen und wäre nicht dieses Buch von Ines Geipel, das glasscherbenscharf und eingehend tief diesen Teil deutscher Vergangenheit spiegelt, dann hätte die gesamtdeutsche Öffentlichkeit auch heute noch nichts von Ursula Adam, Hannelore Becker, Edeltraut Eckert, Heidemarie Härtl, Sylvia Kabus, Eveline Kuffel, Raja Lubinetzki, Jutta Petzold und Gabrielle Stötzer gehört..

Wenn Ines Geipel auch einige sprachliche Ausrutscher und sachliche Fehler unterlaufen sind, die bei gewissenhafter Korrektur hätten leicht vermieden werden können, so ist ihr mit "Zensiert, verschwiegen, vergessen". Autorinnen in Ostdeutschland 1945 - 1989, mit ihrer einfühlsamen Sprache, mit großer Sachkenntnis und bemerkenswerten Einfühlungsvermögen eine beeindruckende Lektüre gelungen. Die bedauerlichen "Schönheitsfehler" können die angestrebte Rehabilitierung der Dichterfrauen nicht mindern.
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