Eigentümlich an diesem Buch ist die seltsame Distanzlosigkeit zu seinem Gegenstand, die bei einem Professor für Buddhismusstudien, der noch dazu im Vorwort betont, zehn Jahre lang an diesem Buch gearbeitet zu haben, eigentümlich berührt. Wenn der offensichtlich stockblaue Hauptheld des Buchs bei einem heftigen Gelage das Erbrochene eines Zechkumpanen auflöffelt, dann muss man nicht unbedingt der Begründung der Hauptfigur, das sei die Zen-gemäße Ablehnung einer Unterscheidung zwischen Reinem und Unreinem kommentarlos folgen. Wer sich ein derart wüstes Gelage vorstellen kann, dem fallen auch andere Interpretationsmöglichkeiten ein. Auch die bewegte Zeit, in der der Schwertmeister Tesshu tatkräftig - auch in der Politik - wirkte, wird allenfalls als Folie herangezogen, vor deren Hintergrund sich Geschichte an Geschichte reiht. Wen das nicht stört, der bekommt ein Buch, das ein wahrer Lesespaß ist, das aber eher in die Tradition der Heiligenerzählungen wie etwa der "Blümelein des Heiligen Franziskus von Assisi" einzurordnen ist als in die Tradition der Biographie. Wer an gut erzählten, tiefgründigen und zum Teil skurrilen Geschichten seine Freude hat, dem wird das Buch gefallen.