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Ein wunderbares Buch über Chadô, den Tee-Weg
Im Laufe der letzten Jahrzehnte sind die Zen-Künste in Europa recht populär geworden, was nicht bedeutet, daß ein allgemeines Verständnis dessen existiert, was Zen ist oder sein könnte. Der Japanologe Horst Hammitzsch portraitiert den durch den Zen-Buddhismus geprägten Tee-Weg sehr kenntnisreich, indem er aufzeigt, wie sich hier spirituelle Lehre, ästhetische Ideale, Poetik, Malerei, Architektur und natürlich die Tee-Kunst gegenseitig durchdringen.
Im Einführungskapitel schildert der Autor seine erste Berührung mit dem Tee-Weg. Die Beschreibung dieser Tee-Zeremonie, zu der ein Tee-Meister in Nagoya eingeladen hatte, läßt den Leser erahnen, welchen „Geschmack" Chadô besitzt:
Es geht um Achtsamkeit, um Sanftheit, um Stille und Freiheit aber auch um ein tiefes In-Der-Wirklichkeit-Gegründet-Sein. Der Tee-Weg führt hin zum Leben, zur Verfeinerung der Wahrnehmung dessen, was wir als alltäglich erachten.
Hammitzsch skizziert die historische Entwicklung des Tee-Weges, stellt das Schaffen einiger herausragender Meister dar und erläutert verschiedene geistige Prinzipien des Chadô. Dabei gelingt es ihm, auch etwas vom Charakter des Zen zu vermitteln.
Fazit: Ein Buch für jeden Leser, der sich für den Geist der Zen-Wege interessiert. Ich wünschte mir nur, es wäre etwas umfangreicher.