Inhalt
In Köln schart Tariq, ein unauffälliger irakischer Student, vier Männer um sich. Sie ahnen nicht, dass er einen Terroranschlag plant und Bomben in der vollbesetzten U-Bahn hochgehen lassen will. Sein Ziel ist es, den Terror nach Deutschland zu bringen, der bereits New York, London und Madrid in Angst und Schrecken versetzte. Während sie in einem Hinterzimmer den Anschlag vorbereiten, ist die Polizei der Zelle bereits auf der Spur - und als sich die Ereignisse dann plötzlich überschlagen, beginnt ein gnadenloser Wettlauf mit der Zeit.... Terrorismus als bewusste Inszenierung tödlicher, sinnloser Gewalt - aufrüttelnd, ungeschönt und authentisch gibt Bijan Benjamin einen eindrucksvollen Blick hinter die Kulissen der Verantwortlichen. Zelle ist ein spannendes und außergewöhnliches Politdrama, das unter die Haut geht.
Bildbewertung:
Jeden Monat, seit Februar 2009, veröffentlicht "Renaissance Medien", innerhalb der Reihe "Neue Deutsche Filme" ein weiteres filmisches Werk junger Filmemacher in erstklassiger Aufmachung und mit umfangreichem Bonusmaterial. Die Auswahl der veröffentlichten Filmtitel ist dabei höchst abwechslungsreich und von hohem Unterhaltungswert geprägt. Das Ganze ist in seiner Gestaltung mit einem anspruchsvollen Corporate Design perfekt geeignet, sich die Filme in der Form einer Sammelreihe zuzulegen.
Der deutsche Film hat in den letzten Jahren stetig an Bedeutung und Qualität gewonnen, das nicht nur in Deutschland selber, sondern auch international. So ist es eine begrüßenswerte und sehr gute Idee von "Renaissance Medien", jungen Filmemachern die Möglichkeit zu geben, ihre Werke über das Medium DVD, einem großen Publikum zu präsentieren und vorzustellen.
Mit dem Film "Zelle", präsentiert sich der Deutsch-Iraner Bijan Benjamin, innerhalb der Reihe "Neue Deutsche Film", mit seinem ersten eigenen, abendfüllenden Spielfilm. Neben der Regie schrieb er zudem noch am Drehbuch mit und war auch am Schnitt beteiligt.
Als Ergebnis zeigen sich der Film und seine Geschichte in einer frischen und ideenreich gemachten Inszenierung, voller Spannung und mit alle dem, was zu einem gut gemachten und außergewöhnlichen Politdrama dazu gehört. Der Film greift das topaktuelle Thema Terrorismus auf und zeigt in überzeugender Art, die in ihm ruhende Sinnlosigkeit und Widersprüchlichkeit in ungeschönt ehrlichen, stark berührenden und authentischen Bildern.
Dabei beeindruckt der Erzählstil mit seiner unvoreingenommenen, den Zuschauern die Möglichkeit gebende, sich eine ihm eigene Meinung bilden zu können, sehr. Der Film schafft es, mit seiner erzählten Geschichte nicht nur schwarz und weiß - gut und böse aufzuzeigen. Vielmehr geht der Blick auch hinter die Kulissen der Verantwortlichen, versucht Gründe und Ursachen zu zeigen, unternimmt den Versuch uns Unverständliches wie geplante Terrorakte mit ihrer sinnlosen Grausamkeit, aus Sicht der potentiellen Planer zu betrachten, ohne dabei den erhobenen Zeigefinger zu zeigen oder gar belehrend oder den Zuschauer bevormundet daher zu kommen.
Die in der Reihe "Neue Deutsche Film" durch "Renaissance Medien" veröffentlichten Titel sind Produktionen, welche ohne großen Etat und finanzielle Mittel entstanden sind. Da ist es umso erfreulicher, dass erfahrene und kompetente Partner den jungen Filmemachern, beratend und unterstützend zur Seite stehen. Bei der "Zelle" war es die "Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion - GFF", die in Zusammenarbeit mit "StraightFilms", die Produktion übernahm. Hinter der "Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion - GFF" steht kein Geringerer wie Hans W. Geißendörfer, der Kopf und Macher, der seit vielen Jahren sehr erfolgreichen TV-Serie "Lindenstrasse".
Mit Yunus Cumartpay, Erkan Gündüz, Atilla Oener, Kasem Hoxha und Aurel von Arx wurden die einzelnen Charaktere und Rollen innerhalb des Films passend und gelungen besetzt. Ein für sicher viele schon bekanntes Gesicht unter den Darstellern, dürfte Erkan Gündüz sein. Er spielt u.a. in der TV-Serie "Lindenstrasse" die Rolle des "Murat". Alle Schauspieler überzeugen in ihren Rollen, die in ihrer Darstellung authentisch und glaubhaft wirken.
Der Film von der DVD dieser Veröffentlichung kommt im Bildformat 16:9 (1.85:1) anamorph mit einer Laufzeit von ca. 90 Minuten zur Ansicht. Er ist wie schon angeführt ein mit geringen finanziellen Mitteln produzierter Film. Daher kann auch kein Bild wie bei einem millionenschweren Hollywood-Film erwartet werden. Dennoch überzeugt das Bild mit natürlichen Farben und gut gewählten Einstellungen bei der Schärfe und im Kontrast. Bildrauschen oder Mängel digitaler oder analoger Art fallen wenig auf. Dem Kameramann Yan B. Peter gelang es trotz des kleinen Budget ein interessantes visuelles Konzept für die Bilder zu erstellen.
Gut gelungen sind die mit Animationen und Sound unterlegten Menüs auf der DVD. Neben dem Filmstart, bieten diverse Menüpunkte verschiedenste Anwahlmöglichkeiten von der DVD. Neben einem Kapitelmenü finden sich als Extras Interviews mit verschiedenen an der Filmproduktion beteiligter Personen sowie der offizielle Filmtrailer und eine Vorschau auf weitere Filme innerhalb der Reihe auf der DVD.Das Cover der DVD ist ein "Wendecover", welches gedreht, ohne das FSK-Zeichen zur Ansicht kommt.
Tonbewertung:
Ein Ton im Format Dolby Digital 2.0 kommt von dieser Veröffentlichung zu Gehör. Die Verständlichkeit zeigt leider an einigen Stellen leichte Defizite, durch die für meinen Geschmack zu dominierenden Hintergrund- und Nebengeräusche, die zum Teil das gesprochene Wort der Dialoge überlagern. Über die Einstellungen im DVD- Menü können optional englische Untertitel eingeblendet werden.
Gesamteindruck:
Renaissance Medien veröffentlicht mit diesem Film einen weiteren Titel der Reihe "Neue Deutsche Filme" auf DVD. Für alle Genrefans sehr zu empfehlen.
Autor: Torsten
www.Fernseh-Serien-Auf-DVD.de