Dieses Spiel ist meiner Meinung nicht sooo schlecht, wie oft behauptet. Allerdings stimmt es schon, dass es nicht jedermanns Sache ist.
Mir persönlich fällt es leicht, ZELDA II zu mögen, denn mit diesem Spiel wurde für mich das Tor zur Welt der Videospiele aufgestoßen - als ich es vor über 20 Jahren zu Gesicht bekommen habe, war es mein erstes überhaupt und es hat mich damals natürlich begeistert und in seinen Bann gezogen. Aber ich war auch noch nicht verwöhnt durch üppige 3D-Grafiken oder die Tiefe und Rätselfreude, die die anderen Teile der Reihe boten. Trotzdem finde ich das Spiel immer noch gut und spiele es nachwievor gerne und fühle mich dabei gut unterhalten.
Gameplay
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Das Gameplay dieses Spiel ist in der ZELDA-Reihe einzigartig - aber nicht jedermanns Sache. Die gewohnte schräge Vogelperspektive aus ZELDA I, III und der diversen Gameboy-Spiele ist so nicht anzutreffen.
Es gibt 2 verschiedene Perspektiven, zwischen denen man hin und her wechselt. Die eine ist eine Art Vogelperspektiven-Kartenansicht, die größtenteils der Reise zwischen den verschiedenen Aktionsschauplätzen dient. Auch mit dieser Perspektive sind einige Rätsel und Gegenstände verbunden - doch die "Action" findet in der anderen Perspektive statt.
Trifft man in der Kartenansicht auf periodisch auftauchende Gegner oder betritt man einen Ort (Stadt, Tempel, Dungeon, Höhle usw.), wechselt man in die Action-Perspektive, welche eine 2-D-Sidescroller-Perspektive ist, so wie z. B. bei "Castlevania" oder den alten Mario-Bros-Spielen. In dieser kann man springen, verschiedene Schwerthiebe ausführen oder sonstige Waffen und Gegenstände, wie z. B. den Bumerang einsetzen.
Natürlich ist die Action-Komponente in dieser Perspektive anders und gewöhnungsbedürftig. Aber ich würde nicht soweit gehen, es mit "Castlevania" gleichzusetzen. "Castlevania" ist viel Arcade-lastiger, der Schwerpunkt liegt da viel eher auf der Action und wenn man bei "Castlevania" irgendwo nicht weiterkommt, dann liegt es immer an einer besonders schwierigen Stelle oder einem Gegner - und der Weg führt meist unweigerlich linear von A nach B nach C usw.. Das ist aber bei ZELDA II nicht so, denn man kann sich in den Gängen frei bewegen (soll heißen, man kann umkehren und den selben Ort mehrmals aufsuchen) und hat es mit den ZELDA-typischen lLabyrinthartigen Gebilden zu tun, anstatt mit einem streng vorgegebenen linearen Weg. Um weiterzukommen, benötigt man an vielen Stellen besondere Gegenstände, welche man ZELDA-typisch an besonderen Orten findet (und nur dort), besondere Schwertkampfkünste (es sind 2 und diese können in bestimmten Städten erlernt werden,) Magie-Künste (diese spielen eine enorm wichtige Rolle), wie z. B. "Jump" - "Hochsprung" oder "Fairy" - "Feenform" und weitere. Zudem wollen noch Gegenstände dungeon-intern gefunden und benutzt werden, wie z. B. Schlüssel.
Zuweilen ist der Schwierigkeitsgrad recht hoch - aber mit dem klugen Einsatz der erlernten Fähigkeiten und etwas Übung ist alles zu packen.
ZELDA II beinhaltet also Einzigartiges sowie Gewohntes und ist trotz aller Besonderheiten ein echtes ZELDA-Spiel.
Für heutige Verhältnisse mag vieles oben beschriebene selbstverständlich und altbekannt vorkommen - doch 1987, als das Spiel erschienen ist, brachte dieses Spiel eine Spieltiefe und Rätselkomponente mit, die seinesgleichen suchte und in mancherlei Hinsicht auch ZELDA I übertraf.
Die Endgegner sind allesamt interessant und eine Herausforderung - und genau so sollte es auch sein. Allerdings sind es eher weniger die Riesenviecher, die man sonst gewohnt ist - die Bosse bei ZELDA II zeichnen sich mehr durch ihre Nehmerqualitäten und ihre besonderen und gefährlichen Attacken aus. Spannend und atmosphärisch sind diese Kämpfe allemal. Ich liebe einfach diesen Moment - man nähert sich dem Boss-Raum, erahnt , dass jetzt eine besondere Herausforderung auf einen zukommt - die Falltür hinter einem geht plötzlich runter, es wird still, die Musik wechselt und aus dem hinteren Teil des Raums kommt auf einmal eine finstere Gestalt hervor, von der man weiß, dass sie seeehr gefährliche Hiebe austeilen kann...
Grafik
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Nach heutigen Kriterien kann selbst das grafisch beste NES-Spiel wohl niemand vom Hocker reißen. Damals war die Grafik jedoch gut, wenn auch nicht so üppig wie z. B. bei "Castlevania". Aber "Castlevania" war ja auch in einer Stunde durchgespielt - dass schafft man mit ZELDA II wohl kaum... Der Link sieht in der Action-Perspektive auf jeden Fall um Längen besser aus, als bei ZELDA I und auch sonst haben die Gegner und sonstigen NPCs ihren Charme.
Sound
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Auch hier gilt: NES-Gedüdel ist natürlich nicht mehr zeitgemäß. Doch verglichen mit den damaligen Standards auch ziemlich gut - der Score ist recht umfangreich, es gibt unterschiedliche Palast- und Stadtmelodien und auch die Klänge sind ausdifferenziert. Doch zugegebenermaßen kann das eine oder andere Musikstück schon anfangen, zu nerven und auch der eine oder andere Klangeffekt hört sich ziemlich albern an. Insgesamt sind Sound und Musik also nicht super, für NES-Verhältnisse aber OK.
Story
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Der Master-Plot ist ziemlich simpel und auch sonst finden die "Dialoge" nur in Form von kurzen Hinweisen statt. Die NPCs bleiben allesamt ziemlich farblos und spärlich charakterisiert. Aber das war ja bei ZELDA I auch nicht anders. Ich finde sogar, dass ZELDA II im Vergleich zu ZELDA I auf jeden Fall eine Steigerung diesbezüglich bietet - es gibt jedenfalls mehr Side-Quests, und es macht Spaß, die Geheimnisse jeder Stadt aufzudecken, wobei jede ihre eigenen Geheimnisse und Rätsel hat. Für damalige Verhältnisse immer noch eine ganze Menge.
FAZIT
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Meiner Meinung nach ist ZELDA II zu unrecht "verschrien". Nostalgiker und NES-Fans werden kein Problem mit der Nichterfüllung heutiger Standards haben. Für die Videospiel-Historie war dieses Spiel ebenfalls sehr wichtig, und große ZELDA-Fans sollten dieses Spiel zumindest bis zum Ende des ersten Palastes antesten.