Weil mich die bisherigen Arbeiten von A.R.Strubel begeisterten, habe ich mir diesen Band zugelegt. Von ihr selbst ist ein Auszugskapitel aus dem angekündigten Roman "Tupolew 134" enthalten, das Lust auf mehr macht. Desweiteren enhält der Band Kurzgeschichten, Gedichte und Romanauszüge von insgesamt 38 jüngeren deutschen Autoren, die meisten in den späten fünfziger und sechziger Jahren geboren, darunter auch so weit bekannte Autoren wie Ingo Schulze oder Kathrin Röggla. Aufgenommen sind nur ganz "frische" Beiträge, an denen die Autoren in den letzten 6 Monaten vor Zusammenstellung dieses Bandes gearbeitet haben, eine Art aktuelle Werkschau also. Geordnet sind die Beiträge in vier "Zonen" mit aufsteigenden Graden östlicher Länge (6-13), also tendenziell von West nach Ost - buchstäblich ein "Querschnitt" durch Deutschland. Mich hat die bunte Mixtur aus teilweise sehr nachdenklichen Texten außerordentlich fasziniert, insbesondere die Vorstelung, daß all dies nahezu zeitgleich entstanden ist. Gibt es den "Zeitgeist" 2003/2004? Wenn ja, könnte dieser Band ein paar Hinweise auf seine Gestalt liefern. Und ganz nebenbei bekommt man jede Menge Lust, mehr von den (zumindest mir) bisher unbekannten Autoren zu entdecken.