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Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.04.2003
Mit diesen vier Interviewaufzeichnungen hat der Südwestfunk die enttäuschte Rezensentin Hannelore Schlaffer nicht nur auf die Stimme der 2002 verstorbenen Journalistenlegende sondern wider Willen auch auf den Verfall der Gesprächskultur als "Niedergang jeglicher Spontaneität" aufmerksam gemacht. Auch findet sie, dass sich aufschlussreichere Gespräche als die hier dokumentierten hätten finden lassen. In der ältesten Aufzeichnung von 1953 sieht sie wegen der vielen Nebengeräusche und der Spontaneität der Gesprächsteilnehmer auch ein amüsantes Dokument der Geschichte der akustischen Kommunikation, vor dem sich die lupenreine Akustik heutiger Aufzeichnungen für sie "wie Grabesstille" ausnimmt. Das von Hermann Rudolph geleitete Gespräch von 1984 wisse noch von der Verpflichtung, "den Gesprächspartner intellektuell etwas abfordern zu müssen". Im Gespräch von 1998, mit dem die Edition beginne, empfand die Rezensentin den Gesprächsleiter von Peter Köster nur noch gemimt. Es gelinge ihm nicht, dem längst Bekannten gegenüber einen eigenen Standpunkt einzunehmen. Im zweiten, aus dem gleichen Jahr stammenden Gespräch, fand sie die Gesprächsleiter zwar gewitzter, Dönhoffs Antworten jedoch schon "der neuen Mündlichkeit" verpflichtet. Ihren Lebenslauf verkürze sie in diesem Gespräch auf markante Stellen, schnell abrufbare Anekdoten und kleine Mythen.
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Pressestimmen
"In Marion Gräfin Dönhoff verliert Deutschland eine unbestechliche moralische Instanz, eine politische Publizistin von unvergleichbarem Scharfsinn, eine unüberhörbare Stimme der Vernunft, der Demokratie und des Gemeinsinns." (Bundeskanzler Gerhard Schröder)
Sie hat vorgelebt, wie Trennendes überwunden werden kann, damit ein Leben ohne Hass und Streit in friedlicher Nachbarschaft möglich wird." (Bundespräsident Johannes Rau)