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Zeitverschwendung
 
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Zeitverschwendung [Gebundene Ausgabe]

Paul Feyerabend , Joachim Jung
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 250 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 3 (4. April 1995)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518406930
  • ISBN-13: 978-3518406939
  • Größe und/oder Gewicht: 20 x 12,8 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 656.972 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Paul Feyerabend
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Es hätte nicht viel gefehlt, und Paul K. Feyerabend wäre Opernsänger geworden. Eine solide Gesangsausbildung hat er jedenfalls genossen, und dem Musiktheater galt seine Leidenschaft mindestens ebensosehr wie der Wissenschaftstheorie, in der er berühmt geworden ist mit dem Satz: Anything goes. Auch wenn ihm die Universität "ein beachtliches Einkommen" und zudem die Möglichkeit bot, seinem Hang zum Geschichtenerzählen nachzugehen, empfand er die Wissenschaft nicht als Mittelpunkt seines Lebens. Deshalb ist dieses Buch auch keine "intellektuelle Autobiographie", die den normativen Ansprüchen einer philosophischen Vernunft an die Wissenschaftsentwicklung noch einmal den Prozeß machte, um am Schluß das Urteil zu fällen, alles sei möglich. Gewiß, Feyerabend gefällt sich als Elefant im Porzellanladen der popperianischen Forschungslogik. Viel lieber aber und mit Akribie erinnert er sich über Jahrzehnte hinweg an eine Vielzahl von Theateraufführungen und an die Leistungen einzelner Schauspieler und Sänger. Feyerabend hat dieses Buch 1993, im letzten Jahr seines Lebens, geschrieben. Zu Beginn wußte er noch nicht, daß ihn nach Abschluß des Manuskripts der Tod erwartete. Fast ohne Dokumente, nahezu ausschließlich auf die Erinnerung gestützt, blickt er ein wenig verwundert auf ein Leben zurück, das ihm - trotz der Turbulenz der äußeren Ereignisse - manchmal leer erscheint, in dem er jedenfalls zuviel Zeit für unwichtige Dinge verschwendet habe. Ihn selbst irritiert das eigentümliche Gefühl des unbeteiligten Staunens, mit dem er nicht nur als Kind die Skurrilitäten und Grausamkeiten der Welt wahrgenommen habe. Nichts schien haftengeblieben von der Enge einer kleinbürgerlichen Kindheit in Wien oder von den Kriegserfahrungen als Offizier der großdeutschen Wehrmacht. Der Krieg erschiendem Oberschüler "mehr als Unannehmlichkeit denn als moralisches Problem". Schon damals bemerkt er an sich als zentralen Charakterzug die "Neigung, seltsame Meinungen zu übernehmen und auf die Spitze zu treiben".

Über den Autor

Paul K. Feyerabend (1924-1994) lehrte Philosophie und Wissenschaftstheorie u. a. in Berkeley, London und Zürich.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Das Buch ist für alle diejenigen eine Fundgrube, denen der Slogan "Anything goes" entweder lieb und teuer oder unausstehlich ist. Beide Seiten finden im Lebens- und Denkbericht von Paul Feyerabend reichen Stoff über die Verrichtungen des Alltags, die hinter der Biografie des Trümmermanns der Wissenschaftstheorie stehen. Fast nebenbei beschreibt der Meisterdenker seine intellektuelle Entwicklung, um am Ende klar werden zu lassen, daß er Selbst sein Leben lang nicht wußte, auf welcher Grundlage er gelebt und gedacht hat. Das er auf dem Sterbebett die Liebe für diese Rolle entdeckt zeigt, wie sehr sich der mit den harten Werkzeugen der Logik brillierende Autor noch immer mit groben Bildern abmüht und wie man als Denker alle greuen Zwischentöne verdecken kann. Den Freunden und Feinden der Wissenschaft und allen Anhängern und Verächtern großer Gefühle kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen. Keine Leseminute ist Zeitverschwendung...
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Alles geht 27. September 2002
Format:Taschenbuch
Den Buchtitel seiner eigenen Autobiographie „Zeitverschwendung" zu nennen, hat schon was. Der Philosoph Paul Feyerabend schriebt dieses Buch gegen Ende seines Lebens, ein Jahr vor seinem Tod. Er zeigt viel Sinn fürs Detail, ist unterhaltsam und amüsant. Aber was den Leser fesselt ist die fast berührbare Nähe, die er in diesem Buch zulässt.

Der Autor unterteilt sein Leben in fünfzehn gut gewählte Kapitel und beginnt, wie sollte es anders ein, mit seiner Familie. Kindheit und Schulzeit wird genügend Raum gewidmet. Zu diesem Zeitpunkt des Lesens fühlt man sich schon fast wie ein Schulkamerad von Paul. Es folgt der Krieg mit einer sicher prägenden Verletzung seines Körpers und auch seiner Seele. Trübsal gehörte sicher nicht zu den Fächern, die der Theaterwissenschaft, Geschichte, Mathematik, Astronomie und Philosophie studierende Feyerabend mit Begeisterung in sich aufnahm. Das Philosophie am Ende steht und zu dem wird, was er zukünftig unterrichtet ist sicher kein Zufall.

Ruhelos oder neugierig durchstreift er die westliche Welt und ist gern gesehener Dozent an Universitäten in Bristol, Berkeley, London, Berlin und Neuseeland (die Liste ist damit nicht vollständig). Ein mit Arbeit und Liebe erfülltes Leben endet für Paul Feyerabend mit dem Wunsch, das nicht sein Geist sondern allein die Liebe weiterlebe.

Das Buch enthält leider nur wenige, aber gut gewählte schwarzweiß Fotos aus Feyerabends Leben. Für den, der mehr über den Autor und sein Leben wissen möchte ist dieses Buch ein Leseschmaus. Ebenso werden es interessierte Leser von Biographien zu schätzen wissen.

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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zeitverschwendung? 26. Juni 2001
Format:Taschenbuch
Der Titel der Autobiografie Feyerabends ist auf jeden Fall nicht das, was man beim Lesen dieses Buches empfindet, nämlich keine Zeitverschwendung, eher eine Lektion im Verbringen eines hochinteressanten, abwechslungsreichen aber manchmal auch rastlosen Lebens und die späte Erkenntnis (bei jenem, der sich ständig mit der Erkenntnistheorie beschäftigte), daß es auch die lebensdominierende Liebe noch gibt. Gewollt gehetzt reist Feyerabend sein ganzes Leben durch die Welt und wird magischer Anziehungspunkt für Universitäten und Studenten (wegen unorthodoxer Lehrpraktiken und Lebensweisheiten), oft aber leidend unter einer eigenen inneren Ruhelosigkeit oder eines fehlenden Gegenpols. Was zählt ist aber der eigene Wille und eigene Ziele im Leben und ein bischen Vernarrtsein in das andere Geschlecht.
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