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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Für Fans von Zeitreiseromanen empfehlenswert, 10. August 2008
'Zeitspuren', erschienen in der vom Heyne-Verlag herausgegebenen Reihe Meisterwerke der Science-Fiction, versammelt die zwei Romane "Von Zeit zu Zeit" aus dem Jahre 1970 und die Fortsetzung "Im Strom der Zeit", die der Autor Jack Finney 1995 kurz vor seinem Tod noch fertig stellte.
(Das bekannteste Buch des Autors ist übrigens "Die Körperfresser kommen", das bereits mehrmals verfilmt wurde, zuletzt unter dem Titel "Invasion" mit Daniel Craig und Nicole Kidman.)
Der erste Roman ist mit etwas mehr als 500 Seiten der umfangreichere gegenüber den ca. 350 Seiten des Fortsetzungsromans.
Um es vorweg zu nehmen: Eigentlich hätte nur der erste Teil es verdient, in die Liste der "Meisterwerke der Science-Fiction" aufgenommen zu werden; die Fortsetzung fällt leider deutlich ab (trotz sehr spannendem Beginn und interessanter Ausgangslage). Was den ersten Teil angeht, so muss man aber sagen, dass er in einer Liste der besten Zeitreise-Romane einen Platz weit vorne verdient hätte.
Protagonist beider Romane ist Simon Morley, der von einer im Geheimen operierenden (aber von der Regierung und der akademischen Wissenschaft unterstützen) Organisation angeworben wird, die das Zeitreisen ermöglichen will. Morley erweist sich schnell als ausgesprochen talentiert und es gelingt ihm, Reisen in die Vergangenheit durchzuführen.
Die Zeitreise-Methode, die der Roman vorstellt, ist ausgesprochen simpel und originell zugleich. (Da dies einen wesentlichen Reiz des Romans ausmacht, soll an dieser Stelle nicht verraten werden, wie es funktioniert. Erfreulicherweise kommt der Autor gänzlich ohne pseudo-physikalische Erklärungen oder Zeitreise-Maschinen aus.)
Morley reist im ersten Roman in das New York Ende des 19. Jahrhunderts, im zweiten Roman in das New York im Jahre 1912. Das Besondere an beiden Romanen ist sicherlich auch, dass der Autor zahlreiche historische Photographien von Gebäuden und Menschen in den Text einfügt und es geschickt so darstellt, als habe die Hauptfigur die Fotos selbst gemacht.
Überhaupt macht es den Reiz des ersten Buches aus, dass die Begeisterung, die der Zeitreisende emfindet, als er das New York der Vergangenheit durchstreift, deutlich wird. Ausführlich werden die Gebäude und Straßen, die Gesichter der Menschen und ihre Kleidung geschildert, und aus allem spricht das Gefühl des Überwältigtseins von der Erfahrung dieses Erlebnisses. In diesem Punkt ist Jack Finneys Zeitreise-Roman vielleicht unerreicht.
Mancher Leser wird womöglich finden, dass die Beschreibungen zu ausführlich sind und die Handlung dadurch zu langsam voranschreitet. Aber es lohnt sich, weiterzulesen, das letzte Drittel des ersten Teiles ist sehr spannend und der Schluss wartet mit einer sehr gelungenen Pointe auf.
Wie bereits erwähnt, reicht die Fortsetzung leider nicht an das Original heran. Der zweite Roman beginnt zwar sehr gut, lässt im weiteren Verlauf aber immer mehr nach und kann mit der an sich sehr guten Ausgangsidee nichts anfangen. Obwohl er weitaus intensiver als der erste Teil die entscheidende Frage nach der Beeinflussung der Vergangenheit zur Veränderung der Zukunft thematisiert, vermag der zweite Teil nicht zu fesseln, die Handlung tritt hier tatsächlich auf der Stelle. Auch der Schluss des Romans ist unbefriedigend. Wichtige Fragen scheinen zudem nicht mitbedacht und bleiben demzufolge auch ungeklärt.
Fazit: Für alle Fans von Zeitreise-Romanen lohnt sich der Kauf aufgrund des hervorragenden ersten Teils auf jeden Fall.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Weniger bekannte Klassiker zum Thema Zeitreisen, 24. November 2008
Zeitspuren von Jack Finney
In der Reihe der Meisterwerke der Science Fiction des Heyne-Verlages erschien dieser Doppelband mit den Romanen Von Zeit zu Zeit aus dem Jahr 1970 du Im Strom der Zeit von 1995.
Eingeleitet wird der Band mit einem Vorwort von Wolfgang Jeschke zu Jack Finney und der Zeitreiseproblematik in der Science Fiction.
Finney lässt seinen Zeitreisenden in Von Zeit zu Zeit mit Hilfe von Suggestion Hypnose und Imagination in das New York des Jahres 1882 zurückversetzen. Eigentlich soll er nur beobachten und mehrere hundert Seiten wird eine detaillierte Beschreibung der Stadt wiedergegeben, doch dann wird er in einen mysteriösen Kriminalfall hineingezogen und erlebt aktiv einen der größten Brände New Yorks im 19. Jahrhundert.
Die Verwicklungen werden lebensbedrohlich und er kann sich nur noch retten in dem er sich wieder in seine Zeit zurückversetzt. Doch er ist nicht allein sondern hat eine junge Frau aus dem 19. Jahrhundert als Begleitung.
Und nun folgt eine Konfrontation dieser jungen aufgeschlossenen Frau mit unserer Zeit, die ihr recht gut gefällt. Aber der Zeitreisende ist sich bewusst, dass die Schrecknisse unserer Zeit wie Kriege und Kriegtreiberei viel zu gefährlich sind und sie kehrt zurück in ihre Zeit.
So wie sich Morley bemüht hat keinerlei Änderungen im historischen Ablauf geschehen zu lassen, gibt es aber doch Kräfte in der Leitung des Projekts die ganz andere Ziele verfolgen.
Der zweite Roman im Strom der Zeit erschien 1995 und setzt die Handlung des ersten fort.
Bereits bekannte Protagonisten tauchen auf und wieder ist Simon Morley die Hauptgestalt.
Diesmal kehrt aus dem 19. Jahrhundert zurück und soll nach einer Möglichkeit suchen, den Ersten Weltkrieg zu verhindern. Nun begibt er sich in das Jahr 1912, denn zu diesem Zeitpunkt soll es noch möglich sein, dies zu erreichen.
Wie wir wissen muss es ihm wohl nicht gelungen sein, denn der Weltkrieg fand statt. Wie es dazu kam liest sich auch in diesem zweiten Band interessant, aber ohne jede spektakuläre Action.
Trotzdem gehören diese beiden Romane zu den Klassikern zum Thema Zeitreisen und es ist schön, dass der Heyne-Verlag sie erstmalig als vollständige Ausgaben herausgebracht hat.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Vorsicht..., 27. Oktober 2008
Vorsicht! Hier trennen sich die Gemüter: Auch wenn es sich um einen Zeitreiseroman handelt, der mit einer recht witzigen Idee des Zeitsprungs daher kommt, so sollte man nicht das genretypische Abenteuer erwarten. Dies habe ich aber...
Vielmehr entpuppt sich der Roman als eine Lesereise durch die Stadt New York in ihren Anfängen. Zeitweise fühlte ich mich an die Wanderungen durch die Mark-Brandenburg" vom guten Fontane erinnert. Seitenweises überlesen war die Folge, bis die Handlung wieder weiter ging. Das darf aber nicht sein, bzw. hier stelle ich meine persönliche Lebenszeit an erste Stelle. Für Anglistik-Studenten, die nichts zu tun haben, bietet sich hier ein netter Boden. Ansonsten kann ich den Hype um dieses Buch nicht ganz nachvollziehen.
Fazit: Die anfängliche Motivation verliert sich nach dem ersten Drittel und zurück bleibt ein netter Roman der sich mit zunehmener Entwicklung der Geschichte (?) nahezu gänzlich vom Thementypus Zeitreise entfernt. Dies sollte beim Kauf beachtet werden.
Bemerkung in eigener Sache:
Wen interessieren eigentlich die Vorworte von Pseudonamhaften Autoren?
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