Im Grunde mag ich keine Bücher der Genres SciFi oder Fantasy. Auf der anderen Seite mag ich Geschichten im Spannungsfeld von Traum und Realität. Erzählungen über das, was übrig bleibt, wenn wir den Dingen den Schleier der Oberflächlichkeit entziehen. Und solche entschleierten Dinge und Phänomene werden dem Leser des Zeitpuzzle sehr zahlreich und ausführlich präsentiert. Ja, er wird förmlich erschlagen davon!
Um was geht es? Darauf habe ich beim ersten Lesen noch keine Antwort bekommen. Allerdings habe ich später öfter mal wieder ein Kapitel gelesen und auf mich wirken lassen. Zwar habe ich immer noch keine abschließende Antwort erhalten, doch das Puzzle fügt sich mehr und mehr zu einem Gesamtbild zusammen.
Aber kommen wir zum Inhalt: Es geht um einen scheinbar unsterblichen Grafen, dem der Erzähler in regelmäßigen Abständen wieder begegnet. Der Graf erzählt Geschichten über sich bekämpfende Sekten, Verschwörungen, atlantische Klon-Technologien, Bergkristallen als Speichermedium für Bewusstsein, Zahlenmagie und dergleichen mehr. Sind das Fantasien oder stimmen die vom Grafen vorgelegten Beweise? Oder wenigstens einige davon? Und wenn ja, welche. Was ist in diesem Mix aus Traum, Behauptungen und Erfahrungen real? Was also darf der Leser als feststehend annehmen? Den Grafen. Den Helden? Die Begegnungen der zwei? Irgendwie reist der Graf durch Raum und Zeit und verbindet Dinge, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Oder etwa doch? Sind alle Dinge miteinander vernetzt? Gibt es ein allumfassendes Bewusstsein? Ist der Held der Erschaffer seiner individuellen Realität oder nur ein Spielball des Grafen? Fragen über Fragen!
Wer sich mit diesen Fragen beschäftigt, sollte das Buch lesen. Wer eine spannende Erzählung konsumieren möchte, sollte es besser lassen.