Prinz Pi zieht ins nächste Gefecht. Nach seinem extremen Output der letzten Jahre kommt diesmal nicht neues Material, sondern ältere und unveröffentlichte Songs. Diese wurden überarbeitet, neu eingespielt und von den Royals - dem neusten No Peanuts Signing - auf frische Beats gemischt.
Prinz Pi selbst wandelt jetzt schon seit 1979 im Berliner Untergrund herum. Mit 19, also 1998 taucht sein Name immer öfter auf. Unter anderem kannte man ihn damals noch als Doc Murdock, Slick Spingo, Doc Mabuse und eben Prinz Porno One.
"Zeitlos" behandelt anders als seine sonstigen Alben weniger sozialkritische Themen und gesellschaftliche Trends, man erfährt neben dem eigentlichen "Ego-Ding" viel über ältere Zeiten. Sehr überraschend sind viele Anspielungen zur Graffitikultur auf dem Album. Folglich scheint sein Studium zum Kommunikationsdesign nicht von ungefähr zu kommen.
Auf der Tracklist findet man 17 Tracks die komplett vom Beat-Quartett The Royals und Biztram produziert wurde. Neben den Produzenten findet man drei weitere Namen, die "Zeitlos" mit Features abrunden: Kobra, Boba Fettt und Jonarama.
"16Bit vs PS3" ist wohl der ungewöhnlichste Song auf dem Album. Der Name sagt auch schon alles, von damaligen Floppy-Disks bis hin zur SNES und Street Fighter wird alles durchgenommen. Dabei ist der Inhalt in eine komplette Story verpackt und durch bekannte Samples, wie zB aus Super Mario Kart, unterstützt.
Weiter werden auch einige Themen wieder aufgegriffen. "Reiche Kinder" erinnert sehr an den Song vom "Erste Liga"-Album mit Seperate. "Battleking" wiederum spricht auch schon inhaltlich alles aus. Prinz Pi festigt sich selbst. Von Untergrund MCs bis hin zu Millionenproduktionen wird alles zerrissen.
Der Beste Beat in Verbindung zum Inhalt stellt auf "Zeitlos" klar "Willkommen in Berlin" dar. Wäre dann nicht das Boba Fettt Feature auf dem Song, könnte man ihn fast als Speerspitze bezeichnen. Leider zieht Boba den Song gewohnt runter - schade.
Inhaltlich sollte man sich auf "Mein Leben" freuen. Man lernt Prinz Pis damalige Leute kennen. Er gibt Probs an Savas und Taktloss, ihre Arbeit für Berliner Hip Hop und seine Jungs, der Beatfabrik. In "Mein Leben" lernt man Prinz Pi einmal ganz anders kennen. Simples Instrumental, simpler Flow - mörder Track.
Letzt endlich bleibt Eins zu sagen. Die letzten Releases bekamen hier und da vermehrt negative Stimmen - nie viele aber einige. "Zeitlos" representet Prinz Pi ganz neu - aber auf alten und unbekannten Style. "Zeitlos" ist jeden Cent wert!