Zugegeben, ich bin nicht unbedingt der größte Fan von Bernd Eichinger bzw. Ulli Edel, jedoch kam von beiden schon ein riesiger Stapel an genialen und sehr guten Filme, dementsprechend war ich auch sehr skeptisch, als ich von diesem Filmformat hörte und wollte eher, dass es nicht ernst gemeint war, selbst als Bushido-Fan.
Als es jedoch so weit war, habe ich es mir doch gegönnt, den Film anzuschauen, und war doch überrascht, welche Darsteller noch im Film zu sehen waren. Uwe Ochsenknecht, Martin Semmelrogge, Karel Gott, Fler...die Palette war nicht schlecht, wirkte jedoch in vielen Situationen sehr deplatziert, besonders Moritz Bleibtreu, welcher zwar seine Rolle nicht ausfüllen konnte, in meinen Augen aber der einzige war, den ich in seiner Rolle ernst nehmen konnte.
Ich muss zugeben, als ich den Film im Kino schaute, war ich zu Beginn doch recht positiv überrascht und letztlich auch begeistert von dem Film. Er hat mir gefallen, hätte ich nicht gedacht - mittlerweile bin ich aber eher der Meinung, dass dieser Umstand dem Geschehen im Kino selbst zu verdanken war. Noch nie hatte ich so ein Publikum erlebt, was nicht nur die Passagen von Bushido mitrappte, sondern - und das sorgte für Gänsehaut und Verwunderung - das ganze Publikum sang am Ende sogar den Biene Maja-Hit mit sowie dann sogar noch "Für immer jung" - ja, das Publikum im Kino war sehr gut drauf, und ich denke mal das war der große Umstand, warum der Film besser war als ich dachte.
Der Film selber ist komplett schlecht gemacht. Das Ziel von Eichinger/Edel war vielleicht nicht gerade schlecht, und auf dem Papier klang es ja evtl. auch noch ganz gut, die Umsetzung aber ist nichts geworden. Bushido als Schauspieler harmoniert ungefähr genauso wie ein Obdachloser als Villabesitzer oder Glassplitter auf meinem Mettwurstbrötchen. Komplett monoton, keine schauspielerische Anstrengung, keine Emotionen - nichts! Bushido sollte das Schauspielern lassen, da erzählen seine Musikvideos mehr Geschichten als der ganze Film. Die Gastrollen hingegen gehen eigentlich noch, aber bis auf wie schon angedeutet Moritz Bleibtreu kann mich selbst da keiner überzeugen, außer evtl. noch Elyas M'Barek als Bushido Jr., welcher sich doch ganz gut ins Gesamtbild einfügte.
Was mich am meisten störte war jedoch die Art und Weise, wie der Film aufgebaut war. Die Zeitsprünge waren so schlecht, dass man einfach nicht weiß, was der Film einem nun sagen will. Etwa dass die Geschichte innerhalb 1 Tages geschah? Suspekt, aber nun gut. Besonders dämlich: Die Trennung von Aggro Berlin und Bushido sowie die anschließende Trennung zwischen Fler und Bushido...ein Handshake? Was soll die Gülle? Ebenfalls angekotzt hat einen diese schreckliche Liebesgeschichte, die einfach nur nervig dargestellt wurde. Und dann steht die Alte ernsthaft am Ende im Publikum beim Konzert zufälligerweise auch noch in Sichtweite? Genau wie Fler, mit dem bis dahin nicht wirklich filmoffizieller Friede geschlossen wurde? Häää!? Das einzige, was man umsetzen konnte, war die Familiengeschichte, mehr nicht. Nicht einmal den Aspekt von HipHop hat man eingebaut, das war eher nebensächliches Beiwerk. Und dann dieser ganze Schwachsinn mit von wegen Respekt hier, Respekt da, Ehre da, Ehre dort...macht einfach den Kopf zu. Vielleicht hat Bushido ein hartes Leben gehabt, aber dafür solch einen Rotzfilm hinzuwerfen, das ist schlecht. Und mehr als 3x kann man sich den Film nicht anschauen um zu merken wie schlecht er ist.
Der Film will die Leute auf HipHop aufmerksam machen? Na ganz super, Experiment erfolgreich gescheitert. Wenn man DAMIT den Leuten diese Kultur näher bringen will, dann zeigen die einem höchstens den Vogel, der aber nicht, der Film ist degradierend bis ins letzte Detail und zerstört das Bild auf HipHop.
Drogen, Sex, Gewalt, Ehre, Respekt...das einzige was vorkommt, kaum Musik.
Es war von Beginn an klar, dass Edel/Eichinger einen Fehlgriff landen, auch wenn die Absicht eine sehr interessante war. Man merkte dem Film jedoch stark an, dass die beiden von der Materie nicht sonderlich viel Ahnung hatten, auch wenn sie sich sonst so sehr bemühten. Das Zusatzmaterial mag zwar witzig und interessant sein, kann die DVD aber auch nicht retten.
Kaufempfehlung? Für Bushido-Fans ja, der Rest sollte die DVD nicht einmal vom Cover her betrachten.