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Die Zeit der schlafenden Hunde
 
 
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Die Zeit der schlafenden Hunde [Gebundene Ausgabe]

Mirjam Pressler
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
  • Verlag: Beltz; Auflage: 1 (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3407809123
  • ISBN-13: 978-3407809124
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 14,2 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 625.871 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Mirjam Pressler
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 25.08.2003
Überzeugt ist die Rezensentin Cathrin Kahlweit von Mirjam Presslers Jugendroman über eine junge Frau, die mit ihrer Familie in Konflikt gerät, nachdem sie während einer Israelreise mit dem dubiosen Verhalten ihres Großvaters während der Arisierungsphase im NS-Staat konfrontiert wird.. Ein "vielschichtiges, kompliziertes Buch" habe die Autorin da vorgelegt, welches aber "gleichzeitig ganz einfach" sei, meint die Rezensentin. "Unprätentiös, leise und unaufgeregt" käme dieser "Entwicklungsroman" daher, der trotz des schweren Themas eine durchaus verdauliche Kost für ein jugendliches Publikum darstelle.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Johanna deckt eine dunkle Seite ihrer Familiengeschichte auf: Ihr Großvater war, wie viele Deutsche, ein Nutznießer der Enteignung jüdischen Besitzes. Ein neuer, grandioser Roman von Mirjam Pressler über drei Generationen einer Familie und deren unterschiedlichen Umgang mit deutscher Vergangenheit.

Herbst 1995: Johannas Familie gehört das traditionsreiche Modehaus Riemenschneider. Der Großvater hat es gegründet und "mit seiner Hände Arbeit" zum Erfolg geführt. So heißt es - aber als Johanna mit einer Schülergruppe nach Israel fährt, trifft sie Frau Levin, deren Familie das Modehaus gehörte, als es noch Heimann & Compagnie hieß. Im Zuge der Arisierung jüdischen Besitzes hat der Großvater das Geschäft gekauft, ganz legal, nach den Gesetzen des Dritten Reiches. Johanna ist verunsichert: Gründet der Wohlstand ihrer Familie auf Unrecht? Darf sie selbst dazu schweigen? Auch das Verhältnis zu ihrem Freund Daniel ist überschattet, denn sie hat ihm noch nichts von Doron erzählt, dem Enkel von Frau Levin. Sie fühlt sich hin- und hergerissen zwischen ihrer Wahrheitsliebe und dem Bedürfnis, keine schlafenden Hunde zu wecken. Doch nach dem plötzlichen Tod des Großvaters will sie den wahren Hintergründen der Firmengeschichte, die zugleich Familiengeschichte und politische Geschichte ist, auf die Spur kommen. Sie beginnt zu recherchieren und gerät zunehmend in Konflikt mit ihrem Vater. Der Streit eskaliert und führt fast zum Bruch. Aber es ist ein notwendiger Streit. Am Ende ist Johanna ihrem Gewissen und ihrer Verantwortung gerecht geworden. Befreit und neugierig steht sie auf der Schwelle zu ihrem eigenen Leben.


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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Valentine TOP 1000 REZENSENT
Format:Audio CD
Die achtzehnjährige Johanna ist behütet in einer kleinen Stadt aufgewachsen, das Leben der Familie stand stets im Zeichen des traditionsreichen, familieneigenen Modehauses.

Mit ihrer Geschichts-AG reist Johanna nach Israel, um dort acht Frauen zu besuchen, die bis zur Nazizeit das Gymnasium besucht haben, auf das Johanna heute geht.

Nach dieser Reise ist nichts mehr so wie früher, denn Meta Levin, eine jener acht Frauen, hat hasserfüllt von Johannas Großvater als verdammter Nazi" gesprochen. Erhard Riemenschneider, Johannas geliebter Opa, soll sich am Leid der jüdischen Familie bereichert haben und für ein Butterbrot das Modegeschäft von Frau Levins Eltern gekauft haben, das die Grundlage für seinen heutigen Reichtum bildet.

Johanna ist entsetzt. Sie versucht sich mit diesen Tatsachen auseinanderzusetzen und gerät dabei auch mit ihrem Vater in Konflikt. Wer war ihr Großvater wirklich? Sie versucht Nachforschungen anzustellen und mehr über diesen Mann herauszufinden, der anscheinend ganz anders war als der Opa, den sie kannte...

Eine berührende, unaufgeregt erzählte Auseinandersetzung mit der deutschen Nazivergangenheit, die nur an einer Stelle etwas zu sehr mit erhobenem Zeigefinger daherkommt. Man kann sich als Hörer sehr gut in Johanna hineinversetzen, was nicht zuletzt an der hervorragenden Lesung durch Eva Gosciejewicz liegt, deren helle, klare Stimme Johanna förmlich vor dem Auge des Lesers erstehen lässt und mit einer einfühlsamen, ruhigen Vortragsweise genau den Nerv des Textes trifft.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Juli
Format:Gebundene Ausgabe
In ihrem neuen Jugendbuch, ,,Die Zeit der schlafenden Hunde" erzählt Mirjam Pressler die Geschichte der achtzehnjährigen Johanna Riemenschneider, die bei einer Klassenfahrt nach Israel plötzlich mit ihrer Familiengeschichte zu Zeiten des Naziregimes konfrontiert wird. Dort trifft sie die alte Frau Levin, deren Familie vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten das Modehaus Riemenschneider, welches nun Johannas Familie gehört, besaß. Während der Arisierung hatte Johannas Großvater das Geschäft weit unter seinem wahren Wert gekauft und profitierte so von der Notlage der jüdischen Bevölkerung. Nach der Rückkehr aus Israel ist für Johanna nichts, wie es einmal war. Sie kann nicht mit ihren Schuldgefühlen und dem Gefühl Verantwortung für das einst von ihrem Großvater begangene Verbrechen tragen zu müssen umgehen. Johanna ist verzweifelt, da sie längst Vergessenes nicht wachrütteln will, zumal dies ihre Beziehung zu ihrer Familie zerstören könnte. Ebenfalls weiß sie nicht, wie sie sich gegenüber ihrem Freund Daniel verhalten soll, den sie mit Frau Levins Enkel Doron betrogen hat. So kann sie sich nicht entscheiden, ob sie Daniel den Seitensprung beichten oder weiterhin versuchen soll, zu tun als sei nichts geschehen. Während Johanna von diesen Fragen geplagt wird, bringt sich unerwartet ihr Großvater um, was Johanna dazu bewegt, in ihrer Familiengeschichte zu recherchieren, verborgenes aufzudecken und ihren Vater mit totgeschwiegenen Fakten zu konfrontieren. Zusehends gerät sie in einen Konflikt mit ihm, da er nichts von der Vergangenheit hören will. Als es schließlich zur Eskalation der Streitigkeiten kommt, spricht Johanna alles aus, was ihr auf der Seele liegt. Als sie ihrem Freund Daniel ebenfalls alles gesteht und dieser sich von ihr abwendet scheint es zunächst so, als hätte Johanna jede wichtige Beziehung in ihrem Leben verloren. Nach einer Weile der Einsamkeit verzeihen ihr Freund und ihr Vater ihr trotzdem und so erreicht Johanna schließlich doch, was sie immer wollte. Sie schafft Klarheit und steht mit reinem Gewissen zu sich selbst, mit der Gewissheit nichts unversucht gelassen und ihren Ängsten den Rücken gekehrt zu haben.

Trotz der vielen Erfolge Mirjam Presslers, wie die Überarbeitung des Buches ,, Anne Frank" ,,Ich sehne mich so", kann man bei ,,Die Zeit der schlafenden Hunde" nicht von einem gelungenen Jugendbuch sprechen. Vielleicht liegt es daran, dass Mirjam Pressler einfach zu alt geworden ist, um die junge Generation zu verstehen und sich mit ihr zu identifizieren. Jede Kleinigkeit im Laufe des Romans erweckt den Eindruck, als ob Mirjam Pressler krampfhaft versucht, einem Jugendlichen zu zeigen, dass er auch wirklich ei Jugendbuch in den Händen hält. So erwähnt sie überflüssige Einzelheiten aus der Welt der Jugendlichen, die teils nicht stimmen oder einfach nur falsch recherchiert sind. Beispielsweise heißt die bekannte Band Nirvana plötzlich ,,Nirwana". Die jugendlichen Helden des Romans zeigen kaum Individualität und sind aus den typischen Klischees zusammengesetzt, die alte Menschen nun mal von Jugendlichen haben. Ohne besonderen Wert auf Feinheiten zu legen denkt die Autorin jeden Jugendlichen in einem Satz charakterisieren zu können. Es gibt den Modebegeisterten, der immer nach den neusten Trends Ausschau hält, es gibt die abenteuerlustige ,,Globetrotterin" und den ständig aufgedrehten Klassenclown. Die Absicht der Autorin Jugendliche ansprechen und vor allem belehren zu wollen ist klar, was ebenfalls den vielleicht glaubwürdigen Seiten der Geschichte Unglaubwürdigkeit verleiht und einen daran hindert den Inhalt der Geschichte ernst zu nehmen.
Die Frage ist doch, ob eine Autorin, die auf unverschämt unsensibelste Weise versucht, in die Welt der Jugendlichen einzutauchen, die sich nicht im Geringsten in der Welt der anderen Generation auskennt und trotzdem verbissen versucht, sich den Jugendlichen anzupassen, überhaupt Bücher für Jugendliche schreiben, sich geschweige denn eine Jugendbuchautorin nennen darf.
Abgesehen von der Ungeschaffenheit ein Jugendbuch zu sein, zeigt die Geschichte der Heldin ebenfalls keine Tiefe, ist unglaubwürdig, lässt Langeweile aufkommen und dreht sich im Kreis. Angefangen bei der nebensächlichen Geschichte um Johannas Freund, die wegen der oberflächlichen Behandlung gänzlich Überflüssig scheint, bis hin zur Entwicklung der Hauptfigur, scheint alles lieblos niedergeschrieben und zeigt kaum Fortschritt.
Der gesamte Roman dreht sich um die Angst Johannas, ihren Vater mit der Familiengeschichte zu konfrontieren. Geht es in Johannas Kopf einmal zwei Schritte vorwärts, dauert es nicht lange, bis es einen zurückgeht. Die restliche Geschichte ist von sinnlosen Abweichungen wie Gedanken um die neuste CD und schlechten Beschreibungen der Stadt Israel, die kaum eine Atmosphäre aufkommen lassen, aufgefüllt. Diese lassen Heldin nur unkonzentriert wirken und bringen die Geschichte in keinem Punkt weiter. Die Gefühle Johannas sind ebenfalls so verbissen und übertrieben dargestellt, dass das ernste Thema der Schuldfrage unglaubwürdig wirkt und sogar ins Lächerliche treibt.
Alles in allem ist ,, Die Zeit der schlafenden Hunde" ein Buch, dass weder Jugendliche begeistern kann, noch das Thema „Schuldfrage,, oder geschichtliche Zusammenhänge ausführlich genug behandelt. Um einen Jugendlichen anzusprechen bedarf es mehr, als schlecht recherchiere Informationen zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. So ist Mirjam Presslers neustes Werk ist ein Überflüssiges, das keinen Spaß beim Lesen hervorruft. Um wenigstens einen positiven Aspekt der Geschichte zu nennen, sollte man das Ende der Geschichte beachten. Dort zeigt sich, dass man nicht vor seinen Problemen und Ängsten flüchten sollte, sondern sich ihnen stellen, nicht um anderen Menschen gerecht zu werden, sondern im Einklang mit sich selbst zu stehen, um unbeschwert leben zu können.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von andydrei
Format:Taschenbuch
Mirjam Pressler kenne ich als Autorin zahlreicher spannender Kinderbücher und natürlich als Übersetzerin. Von daher wunderte es mich auch nicht, dass einige Kollegen an meiner Schule dieses Buch mit ihren Schülern im Unterricht lasen. Neugierig geworden, habe ich es mir dann in den Ferien selber vorgenommen. Ich muss gestehen, dass regelmäßig nach ein paar Seiten eine große Müdigkeit über mich kam und ich weite Teile des Buchs nur quergelesen habe. Die Handlung nimmt einfach nicht Fahrt auf, es kommt keine Spannung auf, die Charaktere sind hölzern bis langweilig, zuweilen klischeehaft. Der Brisanz des Themas wird diese literarische Auseinandersetzung jedenfalls nicht gerecht. Falls Sie darüber nachdenken, dieses Buch im Unterricht zu behandeln: Ich rate davon ab. Es gelingt Pressler nicht (mehr?) authentisch über und für Jugendliche zu schreiben, zudem fehlt ein Spannungsbogen. Greifen Sie dann doch lieber zum "Vorleser" von Schlink.
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