Und wieder versucht man, ein im Grunde ernstes Buch über die "Vollidiot"-Schiene zu verkaufen, weil witzige Bücher sich in den letzten Jahren einfach super verkaufen. Die Erwartungen sind beim Kauf also oftmals ganz andere und viele Leser kommen damit dann nicht klar. Dieses Schicksal teilen sich irgendwie leider alle Jonathan Tropper-Bücher, obwohl sie es absolut nicht nötig hätten.
Aber zurück zum Thema:
Die ehemaligen Schulfreunde Ben, Lindsay, Allison und Chuck sind 30 und 30 zu werden ist sch... wierig. Vor allem, wenn man noch nicht ansatzweise so weit ist, wie man mit 30 eigentlich sein sollte/wollte. Die guten alten Zeiten sind vorbei und irgendwie rast die Zeit unaufhaltsam davon und mit ihr geraten auch die Ziele, die man sich fürs Leben gesetzt hatte, immer mehr außer Reichweite. Doch das, so glauben die 4, ist nicht das Thema an sich, denn das eigentliche Problem ist Jack, der 5. Schulfreund im Bunde und mittlerweile gefeierter Filmstar, der die Kontrolle über seinen Koks-Konsum schon lange verloren hat. Freiwillig will er sich nicht helfen lassen, doch als gute Freunde sehen sich Ben, Lindsay, Allison und Chuck gezwungen, das Leben von Jack zu retten... und damit irgendwie auch ihr Eigenes.
Nach "Mein fast perfektes Leben", ist dies mein zweit liebster Roman von Jonathan Tropper. Ich liebe es einfach, mich von der Stimmung in seinen Büchern einfangen zu lassen und die Geschichte so mit allen Sinnen zerleben zu können. Mit einfachen Mitteln und einer bildlichen Sprache, schafft Tropper eine dichte Atmosphäre, der man nur schwer entkommen kann. "Zeit für Plan B" ist für mich einfach ein wunderschöner Roman über die Quarterlife Crisis (Begriffserklärung siehe Wikipedia), das Leben, die Freundschaft und die Liebe charmant, lebhaft und bildlich erzählt von einem meiner absoluten Lieblings-Autoren.