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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Japan mal von einer anderen Seite, 13. Oktober 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Zeit für Japan: Reportagen aus einem unbekannten Land (Broschiert)
Ein interessantes Buch, dessen herrliche Aufnahmen ebenso bemerkenswert sind wie die informativen Begleittexte. Man merkt dem Autor an, dass er ZDF-Korrespondenz ist: Oft leicht ironisch, aber nie respektlos und häufig mit einem selbstkritischen Blick auf deutsche Eigenheiten ermöglicht er dem Leser einen Einblick in Alltägliches und Besonderes, auf die Gewohnheiten und manchmal für den Europäer skurill anmutenden Eigenheiten der japanischen Gesellschaft. Wer sich für Japan interessiert, sollte sich dieses Buch unbedingt anschauen, da es weitab der üblichen Bildbände nicht die üblichen schöngefärbten Klischees wiederholt. Warum dann nur 4 Sterne: Ganz einfach: Für ein Buch dieser Preisklasse ist die Bindung zu bemängeln: Selbst bei sorgfältigem Umgang hat sie nicht einmal das einmalige Lesen durchgehalten. Der Einband löste sich schon vorher von dem Buchblock. Daher ein Stern Abzug!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Bekanntes und Spezielles aus einem herrlichen Land, 23. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Zeit für Japan: Reportagen aus einem unbekannten Land (Broschiert)
Gert Anhalt hat dieses Buch sehr subjektiv geschrieben. Er liebt Japan. „Zeit für Japan“ ersetzt kein Sachbuch und keinen Reiseführer. Es richtet sich an Menschen, die von Japan fasziniert sind und statt einem Bildband mit den immer gleichen Fotos der wichtigsten Sehenswürdigkeiten einen etwas anderen Blick auf Nippon suchen. Allein schon der Bilder wegen lohnt sich die Anschaffung des Buchs! Wie auch bei der Auswahl der Reportagen hat Anhalt bei den Fotos einen guten Mittelweg aus Motiven, die der Leser erwartet (Samurai, Geishas, Fuji-san) und Ungewöhnlichem (Kosupuree, Unnordnung im Alltag) gefunden. Anhalt geizt nicht mit Insiderwissen, er ist ein hervorragender Lehrer, der gut informiert und Lust darauf macht sich eingehender mit den Themen, die er anreißt zu beschäftigen. Sein Schreibstil mag manchem mitunter zu arg witzig daherkommen, aber er findet durchaus den richtigen Ton, wenn es etwa um kritische Themen geht, wie etwa die Zersiedlung der Landschaft. Das sich Anhalt selbst bereits viel Zeit für Japan genommen hat, gibt ihm einen deutlichen Vorsprung gegenüber den Lesern, die vor ihrer ersten Japan-Reise stehen. Man bekommt beinahe ein schlechtes Gewissen, weil man sich erst einmal für die bekanntesten Ziele Tokyo, Kyoto, Nikko und Nara interessiert. Wer bereits ein fortgeschrittener Japan-Reisender ist wird sich über zehn Reiseziele am Ende des Buchs freuen, die Anhalt für sich entdeckt hat und die abseits der herkömmlichen Touristenziele des durchschnittlichen Gaijins liegen. Einige wenige Schnitzer könnten in einer Zweitauflage des Buchs behoben werden. Es stimmt nicht, daß der Fuchs als Götterbote an jedem Shinto-Schrein anzufinden ist. Und dann gibt es das Foto auf dem eine Horde Japaner und ein riesiger Europäer abgebildet ist. Hier entsteht der Eindruck, daß die Japaner kleinwüchsig sind. Dem ist nicht so! Wenn man einen Japaner, der 1,78 Meter mißt neben einen 2 Meter großen Europäer stellt, dann entstehen solche Bilder. Im Gegensatz zu anderen Veröffentlichungen über Japan, in denen etwa steht, daß die Fahrt mit dem Taxi vom Tokioter Flughafen Narita ins Zentrum mehr als 100 Euro kostet und gleichzeitig verschweigt, daß es sich dabei um eine Strecke von 90 Minuten handelt, kann man Anhalt aber weder grobe Schlamperei noch bösen Willen unterstellen. Ganz im Gegenteil! Er räumt mit Vorurteilen auf. „Zeit für Japan“ hätte für den angebotenen Preis ruhig als Hardcover daherkommen können. Erfreulich wäre es wenn Gert Anhalt weitere Japan-Bücher und möglichst auch DVD’s von dieser Güte veröffentlichen würde. Ein guter Autor und Fotograf. Ein tolles Buch!
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4.0 von 5 Sternen
Willkommen in Japan, 25. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Zeit für Japan: Reportagen aus einem unbekannten Land (Broschiert)
Japan-Kenner werden sich wohl schon im ersten Kapitel „Augen auf, Ohren zu – und durch!“ ein Lächeln des Widererkennens kaum verkneifen können. Hier wird beim Schnellgang durch Tokio die typische Geräuschkulisse der Millionenmetropole beschrieben: Presslufthammer, Durchsagen eines Fahrers, der seine Navigationsabsichten kundtut, Sirren der Zikaden und Rabenkrähen, Düsenjägermotor und die vielen, vielen, vielen Lautsprecherdurchsagen, die auf Sonderangebote aufmerksam machen sollen. Anhalt beschreibt nicht nur die andere Lebensweise, sondern wertet auch aus der Perspektive des Nichtjapaners. Dabei wirken seine Urteile jedoch nie überheblich oder intolerant. Im Gegenteil: Sie wecken bei dem Leser Verständnis für die fremde Kultur und lassen immer wieder den tiefen Respekt erahnen, den der Autor dem Land entgegenbringt. Anhalt spricht sowohl positiv Konnotiertes der japanischen Kultur an, wie die kulinarischen Köstlichkeiten, die alte Badetradition oder die Verbundenheit von Tradition und Moderne; er scheut sich jedoch auch nicht, Negatives anzusprechen, zum Beispiel die mitunter durch Platzmangel und den Bau überirdischer Stromleitungen hässlichen Stadteile. Vor allem erwähnt er auch soziale Probleme wie die überproportional hohe Selbstmordrate der Japaner und der traurigen Realität, dass es sogar einen Lieblingswald für Selbstmörder in der Nähe von Tokio gibt. Im Land der aufgehenden Sonne gibt es natürlich Mangas, Sushi und Geishas, aber es hat noch so viel mehr zu bieten. Anhalt wird den Leser mit seinem Buch überraschen, Dinge aus und über Japan erzählen, die er noch nicht gewusst hat und dazu Bilder zeigen, die er nicht oder noch nicht so oft gesehen hat. Yokoso – Willkommen in Japan!
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