"Zeit für Gefühle/ Ehsaas" (2001): Der mutterlose Rohan (Master Mayank Tandon) kommt sich vor, wie in einem Militärlager: sein Vater Ravi (Sunil Shetty) will einen Sieger aus ihm machen und drillt ihn in stetigem Lauftraining. Ziel: den Schulrekord brechen. Die verwitwete junge Nachbarin Antra (Neha) und deren Schwiegermutter Maya (Kiron Kher) nehmen Anteil am Schicksal der beiden. Bald bahnt sich zwischen Antra und Ravi eine zarte Romanze an. Doch dann hat Rohan einen Unfall und zerstört die Träume Ravis. Und Antra soll auf Wunsch ihres Vaters in New York einen Heiratskandidaten kennenlernen. Der mittellose Ravi will sie gehen lassen, weil er ihr nichts bieten kann ...
Hauptthema des Films: Sorgen und Ehrgeiz eines alleinerziehenden Vaters, der nicht auf die Macht der Gefühle, sondern auf Disziplin vertraut. Eher eine Vater-Sohn- oder Sportlerstory, als eine Liebesgeschichte. Vor allem gefällt mir die Botschaft, dass Kinder Verständnis brauchen, statt Leistungsdruck. Leider lassen Filmqualität und Musik zu wünschen übrig und es gibt ganze Erklärungs- und Rechtfertigungsmonologe. Doch dann schaffen die Inder es doch wieder, mich zu überraschen und anzurühren.
Der junge Darsteller des Rohan gefällt mir ausgezeichnet. Sunil Shetty wirkt etwas hölzern als Lover, passt aber als gestrenger Vater. Sein Raghavan in "Main Hoon Na" hat mir besser gefallen. Neha macht ihre Sache nicht schlecht, wenn ich z.B. an die Nachthemdprovokation im Regen denke - jedenfalls sucht Ravi dringend Abkühlung. Aber mein Liebling in diesem Film ist der ganz witzige Hausbedienstete Joe (Sanjay Narvekar).
Eine einfache Geschichte mit pädagogischem Hintergrund für Freunde des gesprochenen Wortes - anrührend wegen des Schmerzes des überforderten Jungen. Diese Thematik wird in "Taare Zameen Par" mit Aamir Khan aber eindrücklicher und qualitativ höherwertiger dargestellt - allerdings bezüglich Lernschwäche. Dennoch insgesamt nette Unterhaltung, v.a. für Sunil Shetty-Fans.