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37 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. April 2005
Es gab eine Zeit, da erschienen Philip K. Dicks Stories auf dem billigen Papier billiger Science-Fiction-Magazine, seine Romane mit reißerischen Raumschiffszenen als Titelbild im Taschenbuchformat. Oder gar nicht, wie etwa sein Dutzend Mainstream-Romane der fünfziger Jahre, die allesamt von Verlagen abgelehnt wurden und erst nach seinem Tod eine Öffentlichkeit finden sollten. Das war die Zeit des Kalten Krieges, der sich als heißer Krieg in monströsen Schlachten einer mutigen Menschheit gegen den Vernichtungswillen abgrundböser Außerirdischer zwischen den Buchdeckeln widerspiegelte. Langsam aber begann Science Fiction als Genre im Schlepptau zahlreicher Trivialromane erwachsen zu werden. Es war auch die Zeit, in der Philip K. Dick sich einen Bart wachsen ließ. Nicht nur sein erstes Kind kam zur Welt, sondern auch ein Roman, der in seiner trivialen Sprache seltsam postmoderne Fragen aufwarf und typisch für Dicks lebenslange Suche nach der Wirklichkeit war.
1958 erschien Zeit aus den Fugen erstmals. Es ist die Geschichte Ragle Gumms, eines Mannes, der sich mit dem Preisgeld durchschlägt, das er aus dem Lösen eines Zeitungsrätsels gewinnt. Woche für Woche ist er den Hauptgewinner. Dennoch quält er sich mit der Frage und dem Vorwurf, ein Taugenichts zu sein. Während alle um ihn herum das saubere Vorstadtleben des Amerikas der 50er Jahre führen, wartet Gumm auf die nächste Zeitung oder träumt seiner hübschen Nachbarin hinterher. Und da sind diese merkwürdigen Deja-vu-Erlebnisse und vagen Erinnerungen, die nach dem Besuch eines Katastrophschutz-Trainings auftreten. In die gelangweilte Alltäglichkeit schleicht sich langsam ein beklemmendes Gefühl ein. Die Dinge scheinen nicht zu sein, was sie sind.
Aus dem verzweifelter werdenden Suchen nach der Wirklichkeit baut Dick eine ständig wachsende Spannung auf. Was ist das für eine Welt, in der alle immer an einen zu denken scheinen? Lange vor der Trueman Show wirft Dick die Frage auf, ob Wahrnehmung und die Wirklichkeit tatsächlich deckungsgleich sind. Diese Frage taucht seltsam beiläufig im banalen Leben des Ragle Gumm auf und bleibt beim Lesen genauso beiläufig wie hartnäckig im Kopf hängen. Nebenbei, und vielleicht gar nicht mal absichtlich, zeigt Dick dabei, wie hohl der amerikanische Traum in seiner Auflage der 50er Jahre ist.
Philip K. Dick starb 1982, kurz bevor mit Blade Runner die erste Verfilmung eines seiner Romane ins Kino kam. Seine Geschichten sind Vorlage für viele Kinohits (Total Recall, Minority Report,Paycheck). Um so erfreulicher, wenn Zeit aus den Fugen wie eine ganze Reihe anderer Titel nun in einer neu übersetzten und edel gestalteten Reihe wieder aufgelegt wird. Diesmal übrigens bei Heyne, in der allgemeinen Reihe. Den Kinderschuhen des Trivialromans ist Dick posthum endgültig entstiegen.
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37 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
HALL OF FAMEam 21. März 2003
nicht das beste Buch von Philip Dick - da gibt es andere, wie Blade Runner. Dennoch stellt dieses Buch eines der bedeutendsten Werke der Sci-Fi Literatur dar.
Philip K. Dick erzählt in diesem Buch die Geschichte eines Mannes, der Ende der 50iger Jahre in einer amerikanischen Kleinstadt lebt. Der Beruf dieses Mannes ist etwas seltsam: Er ist Dauergewinner eines Ratespiels in einer Zeitung - und somit auch etwas wie eine landesweite Berühmtheit. Dennoch fühlt er sich nicht ganz wohl in seiner Haut, denn um ihn herum passieren immer wieder seltsame Dinge. Erst sehr langsam kommt er dahinter, dass die "Zeit aus den Fugen" ist.
Lange bevor wir im Kino mit der Truman Show und der Matrix alternierende Realitäten zu sehen bekamen hat Dick (im Jahr 1959) ein Buch geschaffen was dieses Thema aufgreift und in seiner Tiefe sogar detaillierter beschreibt als die genannten Filme. Dieses Buch ist ein sehr tiefgründiges und spannendes Sci-Fi Buch, was sich von den vielen Raumschlacht-Büchern wohltuend abhebt. Daneben erschafft Dick immer wieder sehr lebendige Welten, so dass es insgesamt immer wieder erfrischend ist Dick und speziell dieses Buch zu lesen. Für Sci-Fic Fans: KAUFEN....
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. Juli 2005
Ragle Gumm verbringt seine Zeit damit zu erraten, in welchem Kästchen, bei einer Auswahl von mehreren Hunderten sich ein grünes Männchen am nächsten Tag zeigen wird. Diese doch sehr seltsame Beschäftigung wird von einer Tageszeitung vorgegeben und ist ein Gewinnspile, in dem Ragle Gumm der ungekrönte Meister ist und das schon seit Jahren. Er bekommt für sein richtiges Erraten von der Zeitung immer wieder einen gewissen Geldbetrag, so dass er ein situiertes Leben im Haus seiner Schwester führen kann. Doch wird das Erraten des Kästchens immer mehr zu einer ausgefeilten Strategie, Gumm bedient sich Tabellen, Statistiken und Berechnungen um dem Rätsel auf die Spur zu kommen. Bis er irgendwann merkt, dass es auch eine Welt außerhalb von seinem Haus gibt mit Menschen, die er kaum kennt. Zusammen mit seinem Schwager fallen ihm in dieser Welt dann vermehrt Merkwürdigkeiten auf, Sachen die verschwinden, Telephonbücher aus unbekannten Zeiten oder Zeitschriften, die er zufällig findet mit unbekannten Stars. Als er sich dann entschließt die Stadt zu verlassen, wird ihm das eigentliche Rätsel offenbar.
Dick legt einen hervorragenden Roman vor in dem er ein Wechselspiel zwischen Realität und Schein, Gedankenspiel und Taten betreibt. In der Welt von Gumm ist nichts das, was es vorgibt zu sein und Gumm selbst kann das auch nicht beeinflussen. Obwohl er sich wohlfühlt, bohrt in ihm etwas, das er aus einer anderen Zeit kennt und solange er diese Gefühl im Hinterkopf hat, kann er in seiner Welt, die ihm das eigentlich das perfekte Leben bietet, nicht glücklich sein.
Doch auch andere Personen empfinden diesen Frieden als unheimlich und trauen ihm nicht und dank dieser Bestätigung von anderer Seite kann Gumm den Mut aufnehmen um das Geheimnis zu ergründen.
Ein locker geschriebener Roman, in dem sich Dick nahe an die Metaphysik heranwagt und ganz gezielt auf die Vorgaukelung von Tatsachen abzielt, wie sie einen jeden in seiner kleinen Welt treffen können.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. Februar 2009
"Zeit aus den Fugen" wurde bereits 1959 geschrieben. Obwohl das Buch schon 50 Jahre alt ist, merkt man diesem Werk von Philip K. Dick kaum dieses Alter an. Natürlich gibt es die eine oder andere Kleinigkeit die wirklich typisch für diese Zeit ist, jedoch könnte man die Story im großen und ganzen auch auf die heutige Zeit übertragen. Ich persönlich war ein bisschen enttäuscht von der Story. Der Grund mag vielleicht auch sein, dass ich voher das Buch "Ubik" von Dick gelesen habe, welches meiner Meinung nach außerordentlich gut gelungen und spannend war. Gerade das Element Spannung habe ich bei "Zeit aus den Fugen" ein wenig vermisst. Die Geschichte ist zwar recht nett und für damalige Zeiten (1959) war sie bestimmt sehr innovativ und neu, jedoch plätschert die Geschichte auf ca. 290 Seiten ein wenig dahin. Es passiert kaum etwas. Man hat das Gefühl, dass einige Sachen nur als Seitenfüller dienen (so hat die Liebesgeschichte mit der Nachbarin keine Relevanz in der Story). Auch verwirrte mich die Story das eine oder andere mal ein wenig und an diesen Stellen konnte ich mir die Geschichte nicht wirklich bildlich vorstellen, was jedoch wichtig für mich bei einem Buch ist. Im Gegensatz zu "Ubik" bekommt man hier zum Schluss eine Auflösung der Geschichte, was das eine odere andere Phänomen erklärt. Aber es wurde meiner Meinung nicht alles aufgeklärt. So ist mir vollkommen unverständlich geblieben, warum diverse Gegenstände sich plötzlich in Luft auflösen und nur ein Zettel übrigbleibt. Diese Phänomene kommen zwar am Anfang dieses Buches vor, jedoch wird niemals eine Aufklärung angeboten bzw. das Phänomen wird mit zunehmender Dauer einfach fallengelassen. Das finde ich ein wenig Schade da mehrere Handlungsstränge aufgebaut, jedoch nicht sehr zufriedenstellend erklärt oder aufgelöst wurden. Nicht desto Trotz ist "Zeit aus den Fugen" ein ganz solides Buch welches man ohne bedenken lesen kann. Mit seinen 288 Seiten ist es somit auch relativ schnell gelesen. Leider hat die gesamte Story nicht ganz meine Erwartungen erfüllt und daher muss ich leider 2 Sterne abziehen. Aber jeder sollte sich von "Zeit aus den Fugen" selbst ein Bild machen.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. April 2003
Zum Inhalt:
Ragel Gumm lebt in einer idyllischen amerikanischen Kleinstadt der 50er Jahre. Mit fast schon fanatischem Ergeiz nimmt Ragel Tag für Tag an einem obskuren Rätselwettberwerb der Zeitung teil - und er ist stets der Gewinner..seit Jahren.
Doch irgendetwas stimmt mit Ragels Welt nicht: Die Dinge sind nicht so wie sie scheinen. Seltsame Ereignisse mehren sich. Nachdem sich ein Kiosk vor Ragels Augen in Luft auflöst, begibt er sich auf die Suche nach einer Wahrheit, die ihn an die Grenzen seiner Psyche bringen wird...
Zum Buch:
Selten habe ich ein Buch nächtelang nicht aus der Hand legen können. "Zeit aus den Fugen" nimmt den den Leser unweigerlich mit auf die Odyssee des Hauptcharakters. Seite für Seite begleitet der Leser Ragel Gumm auf seiner Suche, ohne jemals einen Informationsvorsprung zu haben.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. Januar 2001
Zeit aus den Fugen zieht den Leser in eine Atmosphäre der Unstimmigkeiten, der er sich genau wie Gumm bis zum Ende des Buches nicht mehr entziehen kann. Dick entwarf eine Welt, die oberflächlich perfekt und unterschwellig am Zerfallen ist. Fesselnd und in sich Schlüssig bis zum Ende ist dieses Buch ein echter, unheilvoler und gerade deswegen ein wunderschöner Science-Fiction-Roman. Die Tatsache, dass die Thematik der Geschichte so oft abgekupfert wurde, spricht gerade für Dicks Originalität. Dieses Buch gehört in jedes Bücherregal eines Science-Fiction-Fans .
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. April 2003
Die Geschichte dreht sich um einen scheinbaren Durchschnittsbürger, Reagle Gumm. Das Besondere an ihm: er arbeitet nicht, sondern verdient sich seinen Lebensunterhalt durch Gewinne in einer Zeitschrift. Jeden Tag muss er durch Studieren von Mustern und Rastern erraten, wo das kleine grüne Männchen das nächste Mal auftaucht. Um das zu tun, gibt es in der Zeitung einen Hinweis - den er aber gar nie beachtet. Irgend etwas in seinem Unterbewusstsein sagt ihm, dass es extrem wichtig ist, dass er immer und lückenlos gewinnt. Verwunderung, warum es offensichtlich seit beinahe 3 Jahren klappt, nie zu verlieren, hat er keine.
Irgendwann beginnt er jedoch, an seinem Verstand oder der Welt um ihn zu zweifeln. Aus Gewohnheit will er an einer Lichtschnur ziehen, die es gar nicht gibt; jemand anders will 3 Stufen anstatt der 2, die vorhanden sind, erklimmen. Alles deutet darauf hin, dass es etwas geben muss, das hinter all dem steht. Etwas, das diese Vorkommnisse und noch andere Merkwürdigkeiten erklärt.
Philip K Dick beschreibt in diesem Buch wieder einmal eine Realität, die sich verschiebt, die man anzweifelt - oder ist Reagle Gumm nur verrückt? Im Laufe des Lesens kristalisiert sich immer mehr ein Verdacht, der sich letztlich auch bestätigt. Alles ist in sich völlig logisch und erklärbar, trotzdem aber phantastisch und eigentlich beinahe unvorstellbar.
Fazit: wirklich lesenswert
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Juli 2011
Meine Vorrezensenten haben den Plotz bereits ausführlich erötert, daher hier ein paar ergänzende Gedanken:

Zeit aus den Fugen enthält typische Elemente eines Philip K Dick Romans wie plötzlich auftauchende Erinnerungsfetzen, von denen man nicht weiss, ob sie real oder eingebildet sind, die Paranoia, die sich als bedrohliche Gewißheit entpuppt, die Unsicherheit gegenüber der äußeren Realität, sprachphilosophische und erkenntnistheoretische Fragestellungen - ist die Wirklichkeit nur eine Inszenierung, und wenn ja, von wem - meine eigene Projektion oder die einer fremden Macht?

Gut gefallen haben mir die krimihaften Züge, durch die sich der Leser mit der Hauptfigur Ragle Gumm, geplagt von Deja-Vus und unguten, aber vertrauten Ahnungen, auf die Suche nach der Lösung seiner Paranoia macht. Nach und nach fügen sich die Puzzleteilchen für Protagonisten und Leser zusammen, und erst auf den letzten Seiten entpuppt sich die umfassende, verstörende Dimension des Plots, die - wie oft bei PKD - die vermeintliche Realität auflöst.

Was mich positiv überrascht hat, sind die gesellschaftskritischen Züge des Romans: Dick entwirft eine Vorstadtidylle mit typischen amerikanischen Themen der 1950er Jahre: Angst vor der Wasserstoffbombe, Mode und Fernsehen, den "großen Zeitvertreib der Nation", dem Eigenheim mit Vorgarten, Ehepaaren, bei denen der Mann arbeiten geht, während die Hausfrau sich brav ums Kochen und die Kinder bemüht. Sogar der kleine Flirt mit der Nachbarin fehlt nicht. Diese Fassade wird im doppelten Sinn nicht hinterfragt: Keine der Figuren fragt sich, was eigentlich jenseits des Tellerrandes von Old Town liegt, im übertragenen Sinn interessiert sich niemand für das System hinter der Fassade oder Illusion. Alle sind bemüht, die Fassade aufrecht zu erhalten - ist es da Zufall, daß sich die schöne Scheinwelt in Luft auflöst, als Ragle Gumm sich daran macht, über den Tellerrand hinaus zu blicken?

Einziger Kritikpunkt sind die bei Dick oft zu flach geratenen Charaktere, die hinter der Plotgestaltung zurück liegen. Trotzdem 5 Punkte, da charakteristischer PKD-Roman!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Dezember 2009
Dem Kleinstädter Ragle Gumm geht es äußerlich gut. Er ist der Dauergewinner eines Zeitungswettbewerbes, welcher ihm das Auskommen sichert, er lebt bei der Familie seiner Schwester und seine Nachbarin fühlt sich zu ihm hingezogen. Doch innerlich ist Ragle sehr unzufrieden. Der Wettbewerb spannt ihn bis zu 14 Stunden täglich ein, in der Öffentlichkeit erkennt ihn jeder und zunehmend fallen ihm Dinge auf, die keinen Sinn zu ergeben scheinen. Er beschließt, aus der ihm bekannten Welt auszubrechen. Doch Ragle erkennt bald, das ihm von einer unsichtbaren Macht immer wieder neue Steine in den Weg gelegt werden.

Jeder kennt bestimmt irgendeine Verfilmung (z. B. "Total Recall") von Philip K. Dick's Vorlagen. Und so vermutete ich auch in diesem Fall eine gewohnte Ladung an Science-Fiction und Action wie im genannten Beispiel. Diese Geschichte hier ist jedoch anders.
Bevor sich Ragle Gumm auf die Lösungssuche begibt, stellt der Autor erst einmal gewissenhaft die Welt im Jahre 1959 in den Vordergrund und im speziellem das Leben der Familie Gumm/Nielson. Welcher Tätigkeiten sie nachgehen und welche Rolle die Nachbarn (Black) spielen.

Und neben einem Schreibstil zum Verlieben hätte die Geschichte gar nicht ansprechender aufgebaut sein können, um mein Interesse an weiteren Dick-Büchern zu erwecken.

Der einzigste Haken - wer die "Truman-Show" schon kennt, wird hier etwas weniger überrascht werden können, da die Ähnlichkeiten zum Film kaum zu leugnen sind.

Ein Blick in dieses elektrisierende Werk lohnt sich aber schon allein aufgrund der glaubhaft geschilderten Verwirrung, welche Ragle immer stärker an seiner Wahrnehmungsfähigkeit zweifeln lässt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. Mai 2011
Ragle Gamm lebt in einer amerikanischen Kleinstadt der fünfziger Jahre.
Sein Beruf - er gewinnt täglich das Preisausschreiben einer Zeitung,
Stunden verbringt er jeden Tag damit, es zu lösen. Und seltsamerweise
scheint die Zeitung ihn zu bevorzugen, darf er doch als einziger mehrere
Lösungen abgeben, wenn er sich unsicher ist. In seiner Freizeit flirtet er
mit seiner Nachbarin - er lebt damit, daß er stadtbekannt ist und auch ein
wenig als Müßiggänger angesehen wird.

Aber irgendwie hat er das Gefühl, daß etwas mit der Welt nicht stimmt. Er
hat Deja-Vu-Erlebnisse, manchmal verschwinden Gegenstände und lassen nur
ein Blatt Papier zurück. Als ihm auffällt, daß er in seinem ganzen Leben
die Stadt noch nicht verlassen hat, versucht er es - Dabei stellen sich
ihm Schwierigkeiten in den Weg, jeder scheint darauf aus zu sein, ihn
daran zu hindern. Je hartnäckiger er es versucht, desto mehr scheint die
Wirklichkeit zu bröckeln.

Lange vor der Trueman-Schow und Matrix beschäftigt sich der Autor mit dem
Thema, daß ein Mann an der Realität zu zweifeln beginnt und sich auf die
Suche begibt, ob sich hinter den für ihn erkennbaren Kulissen noch eine
weitere Welt befindet. Dabei wird ganz allmählich Spannung aufgebaut,
insgesamt einer unterhaltsamer und tiefgründiger Roman.
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