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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der schräge Blick des P. K. Dick,
Von
Rezension bezieht sich auf: Zeit aus den Fugen (Taschenbuch)
Es gab eine Zeit, da erschienen Philip K. Dicks Stories auf dem billigen Papier billiger Science-Fiction-Magazine, seine Romane mit reißerischen Raumschiffszenen als Titelbild im Taschenbuchformat. Oder gar nicht, wie etwa sein Dutzend Mainstream-Romane der fünfziger Jahre, die allesamt von Verlagen abgelehnt wurden und erst nach seinem Tod eine Öffentlichkeit finden sollten. Das war die Zeit des Kalten Krieges, der sich als heißer Krieg in monströsen Schlachten einer mutigen Menschheit gegen den Vernichtungswillen abgrundböser Außerirdischer zwischen den Buchdeckeln widerspiegelte. Langsam aber begann Science Fiction als Genre im Schlepptau zahlreicher Trivialromane erwachsen zu werden. Es war auch die Zeit, in der Philip K. Dick sich einen Bart wachsen ließ. Nicht nur sein erstes Kind kam zur Welt, sondern auch ein Roman, der in seiner trivialen Sprache seltsam postmoderne Fragen aufwarf und typisch für Dicks lebenslange Suche nach der Wirklichkeit war.1958 erschien Zeit aus den Fugen erstmals. Es ist die Geschichte Ragle Gumms, eines Mannes, der sich mit dem Preisgeld durchschlägt, das er aus dem Lösen eines Zeitungsrätsels gewinnt. Woche für Woche ist er den Hauptgewinner. Dennoch quält er sich mit der Frage und dem Vorwurf, ein Taugenichts zu sein. Während alle um ihn herum das saubere Vorstadtleben des Amerikas der 50er Jahre führen, wartet Gumm auf die nächste Zeitung oder träumt seiner hübschen Nachbarin hinterher. Und da sind diese merkwürdigen Deja-vu-Erlebnisse und vagen Erinnerungen, die nach dem Besuch eines Katastrophschutz-Trainings auftreten. In die gelangweilte Alltäglichkeit schleicht sich langsam ein beklemmendes Gefühl ein. Die Dinge scheinen nicht zu sein, was sie sind. Aus dem verzweifelter werdenden Suchen nach der Wirklichkeit baut Dick eine ständig wachsende Spannung auf. Was ist das für eine Welt, in der alle immer an einen zu denken scheinen? Lange vor der Trueman Show wirft Dick die Frage auf, ob Wahrnehmung und die Wirklichkeit tatsächlich deckungsgleich sind. Diese Frage taucht seltsam beiläufig im banalen Leben des Ragle Gumm auf und bleibt beim Lesen genauso beiläufig wie hartnäckig im Kopf hängen. Nebenbei, und vielleicht gar nicht mal absichtlich, zeigt Dick dabei, wie hohl der amerikanische Traum in seiner Auflage der 50er Jahre ist. Philip K. Dick starb 1982, kurz bevor mit Blade Runner die erste Verfilmung eines seiner Romane ins Kino kam. Seine Geschichten sind Vorlage für viele Kinohits (Total Recall, Minority Report,Paycheck). Um so erfreulicher, wenn Zeit aus den Fugen wie eine ganze Reihe anderer Titel nun in einer neu übersetzten und edel gestalteten Reihe wieder aufgelegt wird. Diesmal übrigens bei Heyne, in der allgemeinen Reihe. Den Kinderschuhen des Trivialromans ist Dick posthum endgültig entstiegen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
32 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Es ist sicherlich,
Von
Rezension bezieht sich auf: Zeit aus den Fugen (Taschenbuch)
nicht das beste Buch von Philip Dick - da gibt es andere, wie Blade Runner. Dennoch stellt dieses Buch eines der bedeutendsten Werke der Sci-Fi Literatur dar.Philip K. Dick erzählt in diesem Buch die Geschichte eines Mannes, der Ende der 50iger Jahre in einer amerikanischen Kleinstadt lebt. Der Beruf dieses Mannes ist etwas seltsam: Er ist Dauergewinner eines Ratespiels in einer Zeitung - und somit auch etwas wie eine landesweite Berühmtheit. Dennoch fühlt er sich nicht ganz wohl in seiner Haut, denn um ihn herum passieren immer wieder seltsame Dinge. Erst sehr langsam kommt er dahinter, dass die "Zeit aus den Fugen" ist. Lange bevor wir im Kino mit der Truman Show und der Matrix alternierende Realitäten zu sehen bekamen hat Dick (im Jahr 1959) ein Buch geschaffen was dieses Thema aufgreift und in seiner Tiefe sogar detaillierter beschreibt als die genannten Filme. Dieses Buch ist ein sehr tiefgründiges und spannendes Sci-Fi Buch, was sich von den vielen Raumschlacht-Büchern wohltuend abhebt. Daneben erschafft Dick immer wieder sehr lebendige Welten, so dass es insgesamt immer wieder erfrischend ist Dick und speziell dieses Buch zu lesen. Für Sci-Fic Fans: KAUFEN.... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Trau schau wem,
Rezension bezieht sich auf: Zeit aus den Fugen (Taschenbuch)
Ragle Gumm verbringt seine Zeit damit zu erraten, in welchem Kästchen, bei einer Auswahl von mehreren Hunderten sich ein grünes Männchen am nächsten Tag zeigen wird. Diese doch sehr seltsame Beschäftigung wird von einer Tageszeitung vorgegeben und ist ein Gewinnspile, in dem Ragle Gumm der ungekrönte Meister ist und das schon seit Jahren. Er bekommt für sein richtiges Erraten von der Zeitung immer wieder einen gewissen Geldbetrag, so dass er ein situiertes Leben im Haus seiner Schwester führen kann. Doch wird das Erraten des Kästchens immer mehr zu einer ausgefeilten Strategie, Gumm bedient sich Tabellen, Statistiken und Berechnungen um dem Rätsel auf die Spur zu kommen. Bis er irgendwann merkt, dass es auch eine Welt außerhalb von seinem Haus gibt mit Menschen, die er kaum kennt. Zusammen mit seinem Schwager fallen ihm in dieser Welt dann vermehrt Merkwürdigkeiten auf, Sachen die verschwinden, Telephonbücher aus unbekannten Zeiten oder Zeitschriften, die er zufällig findet mit unbekannten Stars. Als er sich dann entschließt die Stadt zu verlassen, wird ihm das eigentliche Rätsel offenbar.Dick legt einen hervorragenden Roman vor in dem er ein Wechselspiel zwischen Realität und Schein, Gedankenspiel und Taten betreibt. In der Welt von Gumm ist nichts das, was es vorgibt zu sein und Gumm selbst kann das auch nicht beeinflussen. Obwohl er sich wohlfühlt, bohrt in ihm etwas, das er aus einer anderen Zeit kennt und solange er diese Gefühl im Hinterkopf hat, kann er in seiner Welt, die ihm das eigentlich das perfekte Leben bietet, nicht glücklich sein. Ein locker geschriebener Roman, in dem sich Dick nahe an die Metaphysik heranwagt und ganz gezielt auf die Vorgaukelung von Tatsachen abzielt, wie sie einen jeden in seiner kleinen Welt treffen können. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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