Ein durchaus interessanter Krimi, der als Hintergrund ein heikles Thema dunkler, deutscher Geschichte integriert.Leider wirkt das Werk an vielen Stellen zu langatmig und verliert dadurch an Spannung. Ursächlich hierfür sind die verschiedenen Beziehungsebenen der beiden Hauptfiguren Kriminalhauptkommissar Brandl und Pfarrerin Ulla Wolff. Es stellt sich die Frage, wer nun der eigentliche Ermittler ist. Die Darstellung des Privatlebens von Ulla Wolff ist zu ausführlich und lenkt dadurch zu sehr vom eigentlichen Tatgeschehen ab, auch was ihren persönlichen Entschluss am Ende des Krimis betrifft. Dies grenzt schon beinahe an eine Parallelgeschichte um Eheprobleme, neue Liebe und berufliches Engagement.
Insgesamt erscheint der Schluss wenig überzeugend und trotz der Themen Jugendschutzlager, Kindheitstrauma, Mutter-Tochter- und Mutter-Sohn-Konflikt unpassend zum gesamten Handlungsverlauf. Beruhigend wirkt sich letztendlich die malerische Beschreibung des Porzer Rheinufers aus.