Wichtig: Habe erst etwas mehr als 40 Seiten gelesen, aber: Bis anhin schafft es Jean Hatzfeld, einen sehr nachdenklich zu stimmen - gerade, weil das Verhalten der Interviewten, sprich das der Hutus, weitaus mehr als nur bedenklich ist. Nein, es ist grausam, für so genannt 'normale' Menschen nicht wirklich nachvollziehbar. Wenn man liest, wie normal, gewöhnlich und sogar selbstverständlich das mörderische Tun der Tutsis praktisch jeden Tag dieser Zeit für sie war, kommen wohl bei jedem Leser so einige Fragen auf: Wie kann es sein, dass ein Mensch mit solcher 'Klarheit' derart Grausames und Menschenverachtendes tut...? Und: Was ist mit diesen, wie in vielen Fällen, zu Mördern gewordenen Nachbarn, Trinkgenossen, Fussballkollegen und so weiter geschehen, dass praktisch ein rituelles Töten der Tagesordnung ohne jegliche Selbstreflexion entspricht? Daher mein bis dato-Fazit: Ein sehr zu empfehlendes Buch, gut verständlich geschrieben - und logischerweise Fragen aufwerfend.