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Produktinformation
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Beließe es Jodi Picoult knappe 500 Seiten bei einer oberflächlichen, wenngleich spannenden Mystery-Lovestory, gelte sie nicht als amerikanische Schriftstellerin von Rang. Nahezu unmerklich schleicht sich ein beklemmendes Kapitel Geschichte in den fiktiven Text ein: das Vermont Eugenik-Projekt der zwanziger und dreißiger Jahre. Wissenschaftler strebten mittels kontrollierter Fortpflanzung und „freiwilliger“ Sterilisation die Erschaffung einer Idylle an, in der man lediglich Bewohner mit „idealer“ Erbmasse akzeptierte. Indianer sowie Angehörige Nervenkranker wurden fast per se als „fruchtbare Minderwertige“ abgestempelt und Verwandtschaftsverhältnisse entsprechend vertuscht. Anknüpfungspunkte hierzu bildet die Autorin mithilfe von Zeitsprüngen, insbesondere jedoch anhand der Romanfiguren: Hauptbindeglieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit sind eine moderne Genetikerin, ein alter Abenaki-Indianer, eine geheimnisvolle Frau, deren tragischer Tod eng mit dem Eugenik-Projekt zusammenhängt, und nicht zuletzt Ross Wakeman selbst.
In Jodi Picoults Werken – etwa Neunzehn Minuten – tun sich aus den Blickwinkeln vieler Personen peu à peu erschreckende, unerwartete Abgründe und Facetten verletzter Seelen auf. Meisterhaft geschrieben, bildet Zeit der Gespenster da keine Ausnahme. Angeblich sei Jodi Picoult von all ihren Romanen dieser sogar der liebste. Das mag jeder Leser selbst entscheiden – bemerkenswert ist das Resultat ihrer gründlichen Recherchen und Erzählkunst erneut allemal. – Fenja Wambold
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Mein erster Picoult,
Rezension bezieht sich auf: Zeit der Gespenster: Roman (Gebundene Ausgabe)
Dass Jodi Picoult eine der erfolgreichsten Autorinnen unserer Zeit ist, sieht man, wenn man durch die Buchhandlungen streift und ihre zahlreich ausgelegten und angepriesenen Bücher betrachtet.Jetzt hat auch mich das Picoult-Fieber gefasst und ich wurde von "meinem ersten Picoult" nicht enttäuscht! "Zeit der Gespenster" handelt von Ross Wakeman, der seiner verstorbenen Liebe Aimee nachtrauert und sich jahrelang auf Geisterjagd begibt, um sie zu finden.Am Ende seiner Kräfte angelangt, flieht er zu seiner Schwester Shelby, die mit ihrem neunjährigen Sohn Ethan in einem Ort namens Comtosook in Ost-Amerika lebt. In diesem Ort passieren übernatürliche Sachen, seitdem ein altes Gebäude abgerissen werden und auf diesem Grundstück ein Shopping-Center entstehen soll. Die Abenaki, im Osten Amerikas angesiedelte Ureinwohner, erheben Anspruch auf das Grundstück,da sich dort ein Friedhof verstorbener Vorfahren befinden soll. Ross wird von einem Bauunternehmer beauftragt, das Grundstück auf Geister zu untersuchen und stößt dabei nicht nur tatsächlich auf einen Geist, sondern auf tragische Ereignisse, die sich in den frühen 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts zugetragen haben und dessen Folgen bis in die Gegenwart reichen. In diese Ereignisse sind besonders die Abenaki und die Familie Pike verwickelt, die in dem Haus auf dem Grundstück lebte.. Der Roman erzählt Geschichten von Verlust, Liebe, Hoffnung, Wissenschaft und jahrzehntelang verborgenen Geheimnissen. Zunächst fiel es mir etwas schwer, in die Geschichte zu finden, weil anfangs so viele Charaktere vorgestellt und begleitet werden, deren Bezug zur Geschichte nicht so schnell klar wird. Durchschnittlich jede dritte Seite wechselt Picoult zu einer anderen Person. Was mir anfangs jedoch schwer fiel, empfand ich später als äußerst angenehm wegen der Abwechslung und weil ich einige Charaktere lieber "begleitet" habe als andere, da ich für gewisse Leute große Sympathien entwickelt habe -jedenfalls mehr als für andere. Durch den Wechsel entstehen meiner Meinung nach keine langen Passagen, durch die man sich kämpfen muss. Die Autorin schneidet in dem Roman zwar viele Themen (Eugenik, Indianerreservate,Präimplantationsdiagnostik..) an, aber ich hatte nie das Gefühl, dass irgendetwas davon unbefriedigend dargestellt und allzu oberflächlich behandelt wurde. Ich bin Geistergeschichten gegenüber sehr skeptisch, weil ich einfach nicht dran glaube, aber selbst ich als Skeptiker hatte meinen Spaß daran, diesen Roman zu lesen und manch paranormales Ereignis mit einem Augenzwinkern abzutun -Realisten, die aber eine Abneigung gegen Geistergeschichten und fantasy-stories haben, werden mit diesem Buch aber natürlich nicht glücklich werden und sollten lieber die Finger davon lassen. Fazit: Ein Buch, das einfach durch die Erzählweise, die Wendungen und die Moral überzeugt und in sich stimmig wirkt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Die Geister der Vergangenheit,
Von
Rezension bezieht sich auf: Zeit der Gespenster: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich habe schon 2 gescheiterte Versuche mit Picoult hinter mir, beim dritten Anlauf hat es schließlich doch noch geklappt.Der Klappentext lässt auf eine andere Grundthematik schließen. Auf Geister, auf Mystik, auf Paranormales. Ganz so falsch ist das nicht, jedoch ist das eigentliche Thema ein ganz anderes. Das Sterilisationsgesetz in den USA im 20. Jahrhundert. Einer der Hauptprotagonisten ist Ross Wakeman, ein ziemlich seltsamer Kauz. Andere halten ihn für einen großen Glückspilz, da er immer wieder lebendig aus lebensgefährlichen Situationen kommt. Er selbst ist darüber alles andere als erfreut, er möchte nämlich sterben um bei seiner geliebten Aimee zu sein, die Jahre zuvor bei einem Unfall verstarb. Oder zumindest will er wenigstens mit Geistern in Kontakt treten können um so Verbindung zu ihr aufzunehmen. So versucht er sich als Geisterjäger. Durch Zufall wird er von einem Bauherrn angeheuert, der ein Einkaufszentrum auf einem alten Indianerfriedhof bauen möchte, auf dem aus angeblich spuken soll. Und schon bald macht Ross Bekanntschaft mit einem Geist... Das ist noch lange nicht alles, die Story ist ziemlich umfangreich. Paranormale Erscheinungen, Verlust, Eugenik & Pränataldiagnostik, Zwangssterilisation, Benachteiligung bestimmter Bevölkerungsgruppen, all das ist auf die paar Seiten gequetscht. Die einzelnen Fäden der relativ komplexen Geschichte sind geschickt miteinander verwoben. Anfänglich war ich aufgrund der vielen Charaktere und Nebenschauplätzen etwas verwirrt, aber je mehr die einzelnen Teile miteinander verknüpft wurden, umso mehr Nebel lichtete sich in meinem Kopf. Man sollte das Buch aber wohl nicht über einen längeren Zeitraum hinweg lesen, um den Faden nicht wieder zu verlieren. Ein Teil des Buches erzählt die Geschichte rund um das Ehepaar Lia und Spencer Pike in den 30er Jahren, der Rest ist in der Gegenwart angesiedelt. Aufgrund der Fülle an Personen und Handlungssträngen auf den etwas über 400 Seiten bleibt leider die Charakterzeichnung etwas auf der Strecke, die meisten Figuren bleiben relativ blass. Nur mit Ross hat Picoult einen Protagonisten geschaffen, der mir wider Willen sympathisch war und mit dem ich mitfieberte. Kein strahlender Lebemann, sondern ein depressiver, sich als Versager fühlender, suizidgefährdeter Mann. Andere Leser mögen es als im Selbstmitleid ertrinken sehen, mir tat dieser Kerl nur unendlich leid, der einfach nicht die Kraft aufbringen kann, um ins Leben zurück zu finden. Das also ist, mehr oder weniger, der große Held des Romans. Auch das eigentliche Thema, das Sterilisationsgesetz, kam mir etwas zu kurz. Das Buch hätte meiner Ansicht nach ruhig noch ein paar hundert Seiten mehr vertragen. Fazit: Alles in allem aber ein spannender Unterhaltungsroman, der gut zum schmökern geeignet ist. Das Thema selbst wird mir in Erinnerung bleiben, die Story hingegen verblasst leider jetzt schon. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Nicht ganz mein Geschmack,
Rezension bezieht sich auf: Zeit der Gespenster: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich lese gerne Werke der Autorin Jodi Picoult, daher habe ich mich sehr gefreut, dass ein neuer Roman von ihr erschienen ist. Allerdings entspricht 'Zeit der Gespenster' nicht ganz meinen Erwartungen.Ross Wakeman hat bei einem tragischen Unfall seine Frau Aimée verloren. Diesen Verlust kann er nicht verarbeiten und versucht sich daher mehrmals das Leben zu nehmen, um mit seiner großen Liebe wiedervereint zu werden. Allerdings überlebt er alle Selbstmordversuche und entschließt sich letztendlich, Aimées Geist zu suchen. In Comtosook, einem kleinen Ort in Vermont, soll derweil ein Einkaufszentrum auf einem Grundstück gebaut werden, welches den Ruf hat, ein alter Indianerfriedhof zu sein. Es kommt zu unerklärlichen Phänomenen wie Regen aus Rosenblättern oder Kaffeemaschinen, die nur noch Limonade kochen. Wie es der Zufall will, wird Ross vom Bauunternehmer beauftragt herauszufinden, ob tatsächlich Geister auf dem Baugrundstück existieren' Das Buch ist in 3 Teile gegliedert: Der erste Teil spielt in der Gegenwart. Ross und sehr viele andere Charaktere werden instruiert, was anfangs sehr unübersichtlich ist. Die Personen werden sehr flach dargestellt und haben (noch) keinerlei Zusammenhang. Erst ab S. 52 beginnt sich das Wirrwarr an Personen zu lichten. Der zweite Teil spielt im Jahre 1932 und handelt von den ehemaligen Besitzern (Cecelia und Spencer Pike) des Grundstückes samt Haus, auf dem später gebaut werden soll. Eine neue Thematik wird eingeführt: Die Eugenik im 20.Jahrhundert, d.h. 'Die Wissenschaft von der Verbesserung der Erbeigenschaften durch kontrollierte Fortpflanzung.' (S.294). Im dritten Teil befinden sich das Geschehen wieder in der Gegenwart. Es kommt zur Auflösung der Handlung. Die Thematik gefällt mir sehr gut. Ich selbst habe bisher nicht viel über Eugenik gewusst, aber die Autorin gewährte mir einen interessanten und wie immer gut recherchierten Einblick. Im Anhang befindet sich auch ein Interview mit Frau Picoult, in dem sie u.a. erläutert, wie sie auf das Thema aufmerksam wurde. Auch eine Bibliographie fehlt nicht. Das Übernatürliche in diesem Roman ist mir allerdings zu übertrieben. Hier hatte ich mehr erwartet. Zum Beispiel werden die ganzen unheimlichen Geschehnisse von den Bewohnern von Comtosook einfach hingenommen und die Autorin schreibt nur, dass sie sich (einfach so) daran gewöhnt haben. Auch die Zusammenhänge der Personen sind mir zu unglaubwürdig. Es passieren ständig irgendwelche Zufälle, die die Personen zusammenführen und miteinander verknüpfen oder sogar zur Auflösung eines Mordfalles führen. Mein Fazit: 'Zeit der Gespenster' hat mir nicht ganz so gut gefallen wie andere Romane der Autorin, der erste Teil war mir zu verwirrend, die Auflösung stark übertrieben. Der zweite Teil war allerdings sehr interessant und die Geschichte von Cecelia fand ich sehr spannend. Das Thema Eugenik war wie immer sehr gut recherchiert und der Schreibstil von Frau Picoult ist flüssig und leicht zu lesen. Allerdings haben mich Bücher wie 'Beim Leben meiner Schwester' und 'Macht des Zweifels' von Jodi Picoult viel stärker in ihren Bann gezogen und erschienen mehr glaubwürdig, auch wenn die Handlungen natürlich ebenfalls erfunden waren;) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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