Produktinformation
|
Der Filmemacher hat seine Dokumentation in drei Diskurse eingeteilt. Anhand von Interviews, Dokumentaraufnahmen, Hintergrundinformationen und Vergleichen mit anderen Künstlern erschließt sich ein Bild Brekers, das den Zuschauern diesen Mann plastisch nahe bringt. Prof. Stötzers (großer Bildhauer der ehemaligen DDR) gegensätzlicher Vergleich zu Michelangelo öffnet die Augen, Original-Wochenschau-Aufnahmen gehen durch Mark und Bein und die Erklärung des Pantographen zeigt, wie Breker seine Skulpturen auf Titanendimensionen vergrößern konnte. Brekers Lieblingsmodell, der Zehnkämpfer Stührk, beschreibt, wie er Breker Hölderlin-Gedichte vortrug. Der Philosoph und Schriftsteller Ernst Jünger erzählt von seiner Bekanntschaft mit Breker und der Kunstsammler Prof. Ludwig sagt: "Ich glaube, dass Brekers Skulpturen einen absoluten Kunstwert haben." Ludwig selbst hat eine solche in seinem Garten stehen.
Neben ernsten Erläuterungen des Gottmensch-Gedankens betrachtet Dammbeck immer wieder kritisch das Leben, das Werk und das soziale Umfeld Brekers. Noch neunzigjährig hat er mit einigen anderen Männern den Alexander-Orden gegründet, "zum Ruhme männlicher Schönheit und männlichen Genies im Geiste der Antike". Das war 1990, kurz bevor er starb. Arno Breker scheint sein Leben in einer Welt zugebracht zu haben, die dem Großartigen, dem Perfekten huldigte und nichts minderes zuließ.
Zeit der Götter ist ein äußerst kritisches Video, das die Zuschauer aufgewühlt und mit ambivalenten Gefühlen zurücklässt. Dieser Eindruck verstärkt sich noch durch die letzte Einstellung des Films -- eine alte Statue von Breker wird verdreckt und voller Algen aus dem Wasser gezogen. --Sandra Neumayer