Mohammed Choukri schreibt so authentisch, so lebensnah von seiner Jugend in Marokko, dass einem beim Lesen warm ums Herz wird. Man kann wunderbar in diese Bildersprache eintauchen, die so einfach und ohne jegliche Schnörkel geschrieben ist. Und das macht den Reiz von Choukri aus, dass man diese fremdartige Kultur erfühlen kann und das ist wie Reisen im Kopf. Man wird aber auch oft schockiert sein, von der erzählerischen Grobheit; man versucht zu verstehen, was Leben in einem solchen Land bedeutet. Viele Fragen werden einem durch den Kopf gehen. Choukri wurde aus seiner Heimat verbannt, weil er in seinen autobiografischen Texten seinen Vater angriff und die Misshandlungen schildert, die seine Familie durch ihn erfuhr.
Choukri ist ein großartiger Erzähler und eine Entdeckung wert! Ein Tip vor allem, wenn man eine Reise nach Marokko plant oder sich grad auf einer befindet. Vielleicht betrachtet man die Menschen dort gleich mit anderen Augen.