Arnd „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“ in Buchform – das sind dem Untertitel nach „1111 Kicker-Weisheiten“, die der Radio-Comedian den Angaben des Buches zu Folge seit über 10 Jahren gesammelt hat, um wöchentlich die neuesten Entwicklungen in Bundesliga und Nationalmannschaft durch den Fleischwolf wortzuverdrehen. Auf 250 Seiten präsentiert er seine Zutaten, allesamt in freier Wildbahn eingefangen – Fußballsprüche von Spielern, Trainern und Sportreportern - emotionale Einmalartikel aus der Hitze des Gefechts, temporäre Unterbelichtungen, wohldurchdachte Weisheiten, schnippische Kommentare oder einfach nur völlig verunglückte Versuche, sich auszudrücken. Manchmal sollten Fußballer eben besser nicht reden, ansonsten kommen die Schenkelklopfer dabei heraus, die dieses Buch zuhauf präsentiert: vom Pech begünstige Mannschaften, gute Ergebnisse zwischen 1:0 und 2:0, entscheidende Punkte gegen den Nicht-Abstieg, halbe Nationen, die hinter dem Fernsehen stehen, Sanitäter, die Invasionen legen, ganz karibisch zusammengestellte Mannschaften und gut intrigierte Truppen, 0:0-Zittersiege und Oberschenkelzerrungen im linken Fuß. Den jeweiligen Kontext, in dem ein Spruch zum Brüller wird, gibt der Autor mit an; und darüber hinaus kann sich Fußball-Experte Zeigler es manchmal nicht verkneifen, so manche logische Entgleisungen noch kurz und prägnant, aber wie gewohnt knallhart, zu kommentieren. Geschmückt werden einige Zitate zudem noch mit dem Konterfei der Übeltäter, zumeist Fotos aus vergangenen Erdzeitaltern, die nach heutigem Maßstab nahe an der Zumutbarkeitsgrenze liegen und der Stimmung bei der Lektüre durchaus förderlich sind. Schmückendes Beiwerk bieten auch ein paar ausgewählte Zeitungsartikel und Werbeanzeigen über und mit Bundesligastars. Zeiglers Kicker-Weisheiten aus Jahrzehnten des (west-)deutschen Fußballs bis hin zu Trapattonis Amtsantritt in Stuttgart 2005 („Guten Tag. Ich schon wieder da!“) mit einigen Ausflügen ins prominente Ausland sind relativ lose in verheißungsvolle Kategorien unterteilt – von ‚Klassikern’, Fremdwörtern, Kultur über Logik, Poesie, Verletzungen, Trainer, Erdkunde bis hin zu Anatomie, Glaube, Sprachbarrieren und Statistik ist allerhand vertreten. Und einige Stars wie Rainer Calmund („Im Fußball ist es wie im Eiskunstlauf – wer die meisten Tore schießt, gewinnt.“), Werner Lorant („Ich wechsle nur aus, wenn sich einer ein Bein bricht.“) und natürlich der Kaiser („Ja gut. Es gibt nur eine Möglichkeit: Sieg, Unentschieden oder Niederlage!“) bekommen sogar ihre eigene Rubrik. Andy Brehme gebührt mit erlesener Kunst wie „Ich sage nur ein Wort: vielen Dank.“ Ein Sonderteil in der Kategorie „Sprachliche Finessen“. Fußballfans mit Humor sind wahrlich schlecht beraten, sich dieses kurzweilige Stöberwerk entgehen zu lassen. Jeder dürfte den ein oder anderen Ausspruch schon gehört haben, aber niemand alle. In diesem Sinne halte ich es wie Waldemar Hartmann und sage „Guten Abend, meine Damen und Herren, und – bonne noir.“