Kurzbeschreibung
Denkt man an die Kunst des 17. Jahrhunderts, so fallen einem ohne weiteres die Namen großer Künstler aus Frankreich, Holland, Flandern oder Italien ein. Deutsche Künstler scheint es zu dieser Zeit kaum gegeben zu haben oder ihre Namen und Werke wurden von den Wirren und Folgen des 30jährigen Krieges, der dieses Jahrhundert überschattete, verschlungen. Daß hingegen dieser Einschätzung dennoch eine vielfältige Kunstproduktion in Deutschland herrschte, beweist die Ausstellung >Die Zeichnungen und Aquarelle des 17. Jahrhunderts<. Sie zeigt einen ersten Querschnitt der deutschen Zeichenkunst, wobei die Exponate ausschließlich aus der umfassenden Sammlung des Berliner Kupferstichkabinetts stammen. Die Vielfalt und der Umfang der Sammlung erlaubt es erstmalig, die Zeichenkunst des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation nach landschaftlichen und geographischen Gesichtspunkten auszustellen. Dabei bilden die Reichsstädte Augsburg, Nürnberg und Frankfurt sowie die Hansestadt Hamburg Schwerpunkte der Ausstellung, da sie ausgewiesene Zentren des Buchdrucks, des Buchhandels und des Verlagswesens darstellten oder bedeutende Kunstakademien beherbergten. Da die Zeichnungen der Vorbereitung und Entwicklung eines auszuführenden Kunstwerkes und Skizzen- und Studienzwecken dienten, spiegeln sie ein umfangreiches Repertoire der Ideen und Motive der damaligen Zeit wider. Dabei konzentrieren sie sich jedoch vorwiegend auf Themen und Sujets des Alten und des Neuen Testaments und Szenen des alltäglichen Lebens. Denn neben der Genremalerei wurde gerade der Historienmalerei in der barocken Kunst eine bedeutende Rolle zugewiesen, da sie der Verbreitung der Heilsgeschichte und der Heiligenlegenden diente.