Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Wunder geschehen hier nicht, 10. Februar 2008
Als 'neuartige Doppelmonografie' beschreiben die Autoren ihr Werk, und neu ist sicherlich, dass ein deutschsprachiges Buch sich so ausführlich mit zwei der größten zeitgenössischen Regisseure aus Asien beschäftigt. Als Einstieg in die Filme Zhang Yimous und Wong Kar-Wais eignet sich dieser Band allemal, zumal nebenbei auch eine kurze Einführung in die Filmgeschichte Chinas bzw. Hongkongs gegeben wird.
Bedauerlich ist aber - und deshalb gibt es auch nur gerade so 3 Sterne - dass man streckenweise das Gefühl hat, eine Zusammenstellung der Filmkritiken zu lesen, die die Autoren (beides Filmjournalisten) über die Jahre angesammelt haben und hier nur mit lose verbindenden Sätzen und Kapitelüberschriften in einem Buch vereinen. Interessant sind die Informationen über die wichtigsten Stars des asiatischen Kinos und auf jeden Fall die Interviews mit den beiden Regisseuren, aber wer sich ein bißchen im Hongkong-Kino bzw. chinesischen Film auskennt, erfährt inhaltlich nicht viel Neues. Dieses Buch proklamiert keinen wissenschaftlichen Anspruch und ist eher als unterhaltsame Einführung gedacht, dennoch ist es schade, wenn Begriffe aus der Film- und Medientheorie in den Raum geschmissen, aber nicht weiter am konkreten Filmbeispiel erläutert werden.
Zum Schluss bleibt leider noch zu sagen - und hierfür hätte das Buch eigentlich noch mehr Abzüge verdient - dass es sehr schlecht redigiert wurde und fast auf jeder Seite Tippfehler, falsche Wörter oder durcheinandergeratener Satzbau und leider auch immer wieder inhaltliche Fehler zu finden sind, wenn z.B. Bildunterschriften die falschen Namen nennen. Schade, dass sich der Verlag (auch angesichts des nicht allzu günstigen Preises) nicht etwas mehr Zeit fürs Lektorat genommen hat.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Als Einführung gelungen, 18. Februar 2008
Um eines gleich vorweg zu nehmen: Dieses Buch richtet sich nicht an Experten für das chinesische bzw. asiatische Kino, sondern möchte von seinen beiden Autoren, wie im Vorwort dargelegt, ausdrücklich als Einführung in das Werk der beiden derzeit führenden Regisseure des chinesischen Films, Zhang Yimou und Wong Kar-Wai, verstanden werden.
Dabei werden sowohl Gemeinsamkeiten wie auch Unterschiede zwischen den beiden Filmemachern im Hinblick auf ihre jeweiligen Themen und ihre voneinander unterschiedliche Erzählweise aufgezeigt. So erzeugen beider Filme durch eine Dramaturgie von Farben, die Symbolik von Gesten und rituellen Handlungen oder aber die Inszenierung von Blicken und Perspektiven eine für den jeweiligen Film spezifische Stimmung und Atmosphäre.
Während Yimous Filme stark in den - ländlichen - Traditionen und der Geschichte des chinesischen Festlands verwurzelt sind ("Rotes Kornfeld", "Rote Laterne", "Heimweg" et al.) - erst seine letzten Filme sind dem Genre des Martial-Arts-Film zuzurechnen -, fühlt sich der Melancholiker Kar-wai eher der Metropole Hongkong und ihrem auch filmgeschichtlichen Sonderstatus als britische Kronkolonie (bis 1997) verbunden und zeichnet in seinen Werken bevorzugt die seelischen Verwicklungen nach, denen seine Figuren in ihren Beziehungen zueinander ausgesetzt sind. Dabei greift er wiederholt auch Motive des Hongkong-Actionfilms sowie der Hongkong-Literatur auf. Viele Filme von Zhang Yimou basieren ebenfalls auf literarischen Werken. Filmgeschichtlich hingegen ist der Einfluss des großen japanischen Regisseurs Akira Kurosawa unverkennbar. Weitere Kapitel widmen sich beispielsweise der Funktion der Musik oder dem Stellenwert der - wenn auch eher dezenten - Erotik in Yimous und Kar-Wais Filmen. Als aktuell erweist sich das Buch nicht zuletzt durch die Einbeziehung der jüngsten Werke der beiden Meisterregisseure: "Der Fluch der goldenen Blume" und "My Blueberry Nights".
Besonders lohnenswert ist auch die Lektüre der Einzelporträts der Superstars des New Asian Cinema: Gong Li, Maggie Cheung, Zhang Ziyi und Tony Leung, die im Westen nach wie vor nicht den Kultstatus haben wie in Asien, den großen SchauspielerInnen Hollywoods und Europas aber in nichts nachstehen.
Je ein Interview mit Zhang Yimou und Wong Kar-Wai sowie eine Bio- und Filmografie der beiden Regisseure runden diese - inhaltlich - insgesamt gelungene Einführung ab.
Was die Redaktion des Textes angeht, muss ich allerdings sagen: Selten habe ich ein so miserabel (eher wohl gar nicht?!) lektoriertes Buch in den Händen gehalten wie dieses; es wimmelt nur so von orthografischen respektive grammatikalischen Fehlern und stilistischen Schwächen. Da konnte man sich mit der Veröffentlichung des Buches wohl nicht mehr gedulden. Dafür muss es leider einen Punkt Abzug geben. Bedauerlich ist auch, dass sämtliche Bilder in Schwarzweiß abgedruckt sind, angesichts der wichtigen Rolle, die die Farbe in den Werken beider Regisseure spielt.
Fazit: Wer sich gerne mit den vielfach ausgezeichneten Filmen der beiden erfolgreichsten und renommiertesten Regisseure Chinas unserer Zeit (näher) bekannt machen möchte, dem sei dieses Buch auch trotz seiner redaktionellen Defizite anempfohlen.
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