Mit viel Schwung und urkomischen, oft ironischen Sprachschöpfungen schildert dieses Bändchen 24 Stunden im Leben einer Vorstadtgöre, die mit ihrer Mutter nach Paris kommt und dort beim Onkel abgeliefert wird, so dass maman sich ihrem 'Scheich' widmen kann. Sie wird nämlich immer ganz komisch, die maman, wenn sie Scheiche hat...
Im Weiteren erkundet Zazie Paris, begleitet von ihrer 'Tante' Gabriel, die ein 'hormosechsueller' Striptänzer ist und einem Sammelsurium schräger Gestalten, unter ihnen ein falscher Polizist, ein Kneipier, eine Witwe, ein Taxifahrer und ein bulgarischer Busfahrer mit viel Gespür fürs Geschäft. Da sich die Metro sehr zu Zazies Unwillen im Streik befindet, erkundet Zazie Paris zu Fuß und in 'Bludschins'. Es kommt zu Konfusionen, dem 'kidnepping' von Gabriel durch ihn anhimmelnde Touristen und sogar einen Polizeieinsatz. Am Ende wird Zazie wieder von ihrer Mutter in Empfang genommen, nach eigener Aussage ist sie 'gealtert'.
Soviel zur Handlung, die aber eher nebensächlich ist, verglichen mit den Sprachübungen und Wortspielen, die Queneau veranstaltet: Lautmalerische Wortschöpfungen, grammatikalische Stilübungen - teils von den Figuren selbst spöttisch kommentiert - und dann wieder die Sprache der Straße erschüttern das Zwerchfell des Lesers beinahe permanent. Dazu wirkt das Buch durch die vielen Dialoge sehr lebendig, ja rasant. Queneau bietet hier blendende, intelligente und teils hintergründige Unterhaltung. Unbedingt lesen!