Mittelalterliche Musik, oder Musik, mit alten Einschlag, ist in. Jedoch haben viele der alteingesessenen Gruppen im Laufe der Zeit sich der Kommerzialität gebeugt, leise Melodien gegen lautes Getrommel und Dudelsäcke getauscht, und sind zum x-ten Corvus-Corax Klon verkommen. Und auch die Verwendung elektronischer Elemente ist nichts neues.
Doch dieses Münchner Ensemble ist etwas neues. Von den rythmischen Klängen der ersten Lieder, über melodisches Flöten-und Harfenspiel reiht sich auf der CD eine weite Bandbreite aneinander, und spätestens mit dem letzten Lied, der Vertonung einiger Strophen des Altersliedes Walther von der Vogelweide, sollte jedem klar sein, dass er mit dieser CD ein echtes Kleinod in der Hand hält. Melanchonisch-schwebende Musik, deren Texte, vorgetragen in Mittelhochdeutsch, Geschichten von großem Zauber erzählen, wie aber auch von dem Denken eines der größten Minnesänger, den die Welt je hervorgebracht hat, als sich sein Leben dem Ende zuneigt.
Die Interpreten, die ich zu meinem großen Glück schon öfters Live erleben durfte, überraschen hierbei nicht nur mit ihren vokalischen Künsten, als auch mit der grossen Bandbreite der verwendeten Instrumente.
Wer sich also verzaubern lassne will, oder auch nur einen Funken Intersse an Musik hat, die das Wort "Mittelalter" auch verdient: zugreifen.