Das vorliegende Buch stellt eine auf acht fundamental-analytisch orientierten Faktoren beruhende Methode zur Aktienauswahl vor: u.a. sind die Gewinnsituation und -entwicklung, Umsatzwachstum, Free Cashflow, operatives Ergebnis und Eigenkapitalrentabilität für die Auswahl relevant. Bereits anhand der aufgezählten Faktoren wird deutlich, dass hier folglich nicht um die 'Quadratur des Kreises' handelt, sondern eher um die konsequente Anwendung eines Modells auf Basis (alt-) bekannter Kennzahlen.
Dennoch ist es Navellier damit offenbar gelungen, das ihm zur Verwaltung übertragene Vermögen erfolgreich zu vermehren und auch die nach seiner Methode erstellten US-Börsenbriefe werden im Allgemeinen positiv bewertet. Die hierauf verweisende, immer wieder erkennbare Eigenwerbung und ostentative Selbstbeweihräucherung innerhalb des Buches ist übrigens fast schon brachenüblich und sollte einfach überlesen werden - auch wenn es manchmal schwer fallen mag!
Ebenfalls brachenüblich ist es, das angedeutete quantitative Modell - hier muss der Leser Verständnis aufbringen - nicht detailliert offenzulegen. Die Hinweise auf die Relevanz der vorgenannten Kennzahlen und der Verweis auf eine zugehörige Website (mit den Stichworten 'navellier get rich with growth' leicht zu googeln) müssen genügen. Stattdessen enthält das Buch noch eine Reihe allgemeiner Börsenregeln und Wall-Street-Wahrheiten bzw. entlarvter Unwahrheiten auf Basis der persönlichen Erfahrungen des Autors, die nach Meinung des Rezensenten der New York Times den besonderen Reiz ('...real joy...') des Buches ausmachen.
Ob das stimmt, möge jeder Leser selbst entscheiden - mir erscheint es häufig als 'um-den-heißen-Brei-herum-Gerde'. Insgesamt ist der hier angedeutete Ansatz zur Aktienauswahl aber nicht uninteressant, wenngleich im Verhältnis zu der von Greenblatt vorgestellten 'Börsenzauberformel', die mit nur zwei Faktoren auskommt, mit etwas mehr Aufwand verbunden. Wer jedoch diese Mühe nicht scheut und einen fundamentalwert-orientierten Ansatz verfolgen möchte, kann dieses Buch für eine erste Orientierung ganz gut verwenden. Die vorgenannten negativen Aspekte verhindern aus meiner Sicht jedoch eine bessere Beurteilung.