Pressestimmen
»Christine Feehan ist die Königin des übersinnlichen Liebesromans.« (Publishers Weekly )
»Christine Feehans Fähigkeit, fesselnde und erregende Welten zu erschaffen, ist unübertroffen.« (Romantic Times )
»Aufregend und unterhaltsam« (Booklist )
»Christine Feehans Fähigkeit, fesselnde und erregende Welten zu erschaffen, ist unübertroffen.« (Romantic Times )
»Aufregend und unterhaltsam« (Booklist )
Kurzbeschreibung
Willkommen in der Welt der Drake-Schwestern!
Die sieben zauberkräftigen Drake-Schwestern besitzen alle übersinnliche Fähigkeiten. Abigail, die dritte der Schwestern, kann Menschen dazu bringen, die Wahrheit zu sagen. Abbey hatte Aleksandr, ihre große Liebe, vor vier Jahren verlassen, da sie sich von ihm verraten fühlte. Jetzt bittet er sie erneut um ihre Hilfe. Widerstrebend arbeitet sie mit ihm zusammen und gerät dabei in höchste Gefahr. Aleksandr kämpft um ihr Leben und um ihre Liebe.
Die sieben zauberkräftigen Drake-Schwestern besitzen alle übersinnliche Fähigkeiten. Abigail, die dritte der Schwestern, kann Menschen dazu bringen, die Wahrheit zu sagen. Abbey hatte Aleksandr, ihre große Liebe, vor vier Jahren verlassen, da sie sich von ihm verraten fühlte. Jetzt bittet er sie erneut um ihre Hilfe. Widerstrebend arbeitet sie mit ihm zusammen und gerät dabei in höchste Gefahr. Aleksandr kämpft um ihr Leben und um ihre Liebe.
Klappentext
»Christine Feehan ist die Königin des übersinnlichen Liebesromans.«
Publishers Weekly
Publishers Weekly
»Christine Feehans Fähigkeit, fesselnde und erregende Welten zu erschaffen, ist unübertroffen.«
Romantic Times
»Aufregend und unterhaltsam«
Booklist
Über den Autor
Christine Feehan wurde in Kalifornien geboren, wo sie heute noch mit ihrem Mann und ihren elf Kindern lebt. Sie begann bereits als Kind zu schreiben und hat seit 1999 mehr als dreißig Romane veröffentlicht, die in den USA mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet wurden und regelmäßig auf den Bestsellerlisten landen. Auch in Deutschland ist sie inzwischen mit ihrer "Schattengänger-Saga", den "Drake-Schwestern" und der "Sea-Haven-Saga" äußerst erfolgreich.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
1.
Leuchtende Farben - Orange, Rosa und Rot - zogen sich über den Himmel und verwandelten den Ozean in eine lodernde Flamme, als die Sonne tief über dem Meer unterging. Sechs Meter unter der Wasseroberfläche verharrte Abigail Drake regungslos, geradezu hypnotisiert von der erlesenen und seltenen Schönheit des Augenblicks.
Die Delfine, die in trägen Kreisen um sie herum schwammen, boten plötzlich einen vollständig veränderten Anblick, als die orangeroten Streifen durch das Wasser schimmerten und überall Schatten warfen. Schlagartig wurde ihr bewusst, dass die Nacht anbrach und dass nur wenige Meter weiter trübes Dunkel jegliche Gefahr mühelos verbergen konnte. Sie wusste selbst, dass sie nicht allein tauchen gehen sollte. Aber angesichts eines so strahlenden Tages hatte sie einfach nicht widerstehen können, als sie die wilden Delfine entdeckt und gewusst hatte, dass sie auf der Suche nach ihr hergekommen waren.
Sea Haven, ein Küstenort im Norden Kaliforniens, war ihre Heimat. Abigail war eine der sieben Schwestern, die die siebente Schwester der magischen Drake-Familie geboren hatte, und jede von ihnen besaß einzigartige Gaben. Die Drake-Schwestern waren in Sea Haven allseits bekannt und wurden beschützt und liebevoll umsorgt. Es war der einzige Ort auf Erden, wo sie sich entspannen und sie selbst sein konnten. Mit Ausnahme von Abigail, die nur hier, im Meer, wahren Frieden fand.
Vor der Küste im Norden Kaliforniens waren auch etliche Delfinarten beheimatet. Sie kannte die meisten von ihnen und konnte sie nicht nur an ihrem Äußeren voneinander unterscheiden, sondern auch an ihrem Erkennungspfiff. Ein Erkennungspfiff war so gut wie ein Name und die meisten Forscher waren sich darüber einig, dass Delfine sich gegenseitig mit ihrem Namen anredeten, wenn sie sich miteinander verständigten. Diese spezielle Gruppe von Delfinen hatte auch einen Erkennungspfiff für Abigail. Sie hatte die Tiere rufen gehört, als sie auf der Aussichtsplattform des Hauses ihrer Familie stand. Sie war monatelang fort gewesen, um in anderen fernen Meeren zu forschen, und doch hatten die Delfine sie bei ihrer Rückkehr zu Hause willkommen geheißen wie sonst auch.
Vor ein paar Jahren hatte sie sich im Rahmen ihrer Doktorarbeit intensiv mit dieser speziellen Gruppe von Delfinen befasst, sie katalogisiert und jede Kontaktaufnahme und jedes Sichten festgehalten. Ihr besonderes Augenmerk galt dabei der Kommunikation dieser Tiere. Sie war fasziniert von deren Sprache und wollte lernen, sie mit der Zeit zu verstehen. Mit zwei von den Männchen hatte sie eine Art Zeichensprache entwickelt. Und so stattete sie ihnen jedes Mal, wenn sie nach Hause kam, einen Besuch ab. Obwohl keine ihrer Schwestern zur Verfügung gestanden hatte, um gemeinsam mit ihr zu tauchen, hatte sie dem Ruf »ihrer« Delfine nicht widerstehen können und sich mit ihrem Boot auf den Weg gemacht, um sich ihnen anzuschließen.
Wenn man in den Vereinigten Staaten mit wilden Delfinen schwimmen wollte, war eine staatliche Sondergenehmigung erforderlich. Und Abigail war in der glücklichen Lage, dass ihr diese Erlaubnis für ihre Forschungen vor der kalifornischen Küste ein zweites Mal erteilt worden war. Doch sie achtete sorgsam darauf, sich unauffällig zu verhalten, damit sie keine unnötige Aufmerksamkeit auf die Anwesenheit der Delfine lenkte. Sie konnten mühelos fünfzig Meilen zurücklegen und manchmal machten sie es einem schwer, ihren Kurs zu verfolgen, doch diese Gruppe, wie auch viele andere, rief sie oft unter Verwendung desselben Pfiffs zu sich. Es war sehr ungewöhnlich, dass die Delfine sie identifiziert und ihr einen Namen gegeben hatten, und es freute sie ganz besonders, dass sie nach ihrer langen Abwesenheit über ihre Rückkehr informiert waren.
Abigail rollte sich herum und schwamm Bauch an Bauch mit Kiwi, einem großen ausgewachsenen Männchen, das eine enge Beziehung zu Boscoe, einem anderen Männchen, eingegangen war. Die beiden Männchen schwammen normalerweise synchron miteinander. Boscoe vollzog zu exakt demselben Zeitpunkt genau dieselben Bewegungen wie Kiwi und schwamm dicht neben Abigail her, als sie zu dritt gemeinsam eine träge Schleife beschrieben, während etliche andere Delfine in einem weiten geschwungenen Kreis tanzten, als hätten sie jede Bewegung im Voraus einstudiert.
Das Tanzen mit Delfinen war eine Wohltat. Abigail beobachtete Delfine, fotografierte sie und machte Aufzeichnungen von ihnen, doch heute Abend genoss sie schlicht und einfach ihre Gesellschaft. Ihre Ausrüstung, die sie immer bei sich hatte, war nahezu in Vergessenheit geraten, während sie für die nächsten vierzig Minuten gemeinsam dieses seltsame und faszinierende Ballett aufführten. Anfangs tauchte das Rot der untergehenden Sonne sie in feuriges Gold, doch als die Abenddämmerung anbrach, wurde es immer schwieriger, den Tanz fortzusetzen, wenn sie auch noch so gern geblieben wäre.
Widerstrebend deutete Abigail auf die Wasseroberfläche und veränderte ihre Haltung, um sich an den Aufstieg zu machen. Die Delfine schwammen in lockeren Kreisen um sie herum, ihre Körper in ihrer Geschmeidigkeit keineswegs beeinträchtigt durch die enormen Muskeln und ihre gewaltige Kraft. Es war erstaunlich, mit welcher Geschwindigkeit sie durch das Wasser schießen und so tief tauchen konnten und dabei doch so wenig Sauerstoff verbrauchten. Abigail fand sie einfach umwerfend.
Sie kam an die Oberfläche, nahm die Taucherbrille von den Augen und ließ sich auf dem Rücken treiben, während sie zu dem großen runden Ball am Himmel aufblickte. Ihr leises Lachen hallte über das Wasser. Wellen plätscherten gegen ihren Körper und spritzten ihr ins Gesicht. Sie erlaubte ihren Beinen, sanft nach unten zu gleiten, damit sie Wasser treten konnte, während sie ehrfürchtig die weißen Schaumkronen anstarrte, die vom hellen Glanz des Vollmonds in funkelnde Juwelen verwandelt wurden.
Neben ihr kam ein großer Tümmler an die Wasseroberfläche und umkreiste sie in einer anmutigen Schleife. Der Delfin schüttelte den Kopf von einer Seite auf die andere und stieß eine Serie von kreischenden und schnalzenden Lauten aus. Sie schwamm in einem trägen Kraulstil auf ihr Boot zu und verabschiedete sich von den Delfinen mit dem kurzen vergnügten Pfiff, den sie stets benutzte.
Sie brauchte nur ein paar Minuten, um ihre Kamera und den Recorder zu verstauen, bevor sie in ihr Boot kletterte. Zitternd vor Kälte warf sie einen Blick auf ihre Armbanduhr. Ihre Schwestern würden sich große Sorgen um sie machen und sie wusste, dass ihr eine Strafpredigt bevorstand. Die Delfine streckten ihre Köpfe aus dem Wasser und grinsten sie an. In ihren runden schwarzen Augen funkelte unverkennbar Intelligenz.
»Euch beiden habe ich es zu verdanken, wenn ich jetzt großen Ärger bekomme«, sagte sie zu den Männchen.
In einer vollendeten Synchronisation schüttelten sie ihre Köpfe und tauchten gemeinsam unter, doch sie verschwanden nur unter der Wasseroberfläche, um auf der anderen Seite ihres Bootes pfeifend und quiekend wieder aufzutauchen. Abigail schüttelte ebenso entschieden den Kopf. »Nein! Es ist dunkel - oder das wäre es jedenfalls, wenn wir nicht Vollmond hätten. Ihr beide tut wirklich alles, damit ich mir eine Strafpredigt von Sarah einhandle. Wenn die erst mal loslegt, dann werden wir Übrigen ganz kleinlaut.«
Sie ließ sich auf den gepolsterten Sitz sinken und kritzelte hastig ein paar Notizen, um ihre Beobachtungen festzuhalten. Auch diktierte sie immer auf Band, während sie das Boot steuerte. Für ihre Studie war es wichtig, an DNA-Proben zu kommen, um diese auf Pestizide und sonstige künstliche Giftstoffe zu untersuchen, aber auch auf übertragbare Krankheiten und natürlich auf Familienbande.
Boscoe pfiff, ein unverwechselbarer Ton, der sie lächeln ließ. Abigail beugte sich über den Bootsrand. »Danke, dass ihr mir einen Namen gegeben habt, Jungs. Wir sehen uns dann morgen wieder, falls ihr bis dahin noch nicht auf und...
Leuchtende Farben - Orange, Rosa und Rot - zogen sich über den Himmel und verwandelten den Ozean in eine lodernde Flamme, als die Sonne tief über dem Meer unterging. Sechs Meter unter der Wasseroberfläche verharrte Abigail Drake regungslos, geradezu hypnotisiert von der erlesenen und seltenen Schönheit des Augenblicks.
Die Delfine, die in trägen Kreisen um sie herum schwammen, boten plötzlich einen vollständig veränderten Anblick, als die orangeroten Streifen durch das Wasser schimmerten und überall Schatten warfen. Schlagartig wurde ihr bewusst, dass die Nacht anbrach und dass nur wenige Meter weiter trübes Dunkel jegliche Gefahr mühelos verbergen konnte. Sie wusste selbst, dass sie nicht allein tauchen gehen sollte. Aber angesichts eines so strahlenden Tages hatte sie einfach nicht widerstehen können, als sie die wilden Delfine entdeckt und gewusst hatte, dass sie auf der Suche nach ihr hergekommen waren.
Sea Haven, ein Küstenort im Norden Kaliforniens, war ihre Heimat. Abigail war eine der sieben Schwestern, die die siebente Schwester der magischen Drake-Familie geboren hatte, und jede von ihnen besaß einzigartige Gaben. Die Drake-Schwestern waren in Sea Haven allseits bekannt und wurden beschützt und liebevoll umsorgt. Es war der einzige Ort auf Erden, wo sie sich entspannen und sie selbst sein konnten. Mit Ausnahme von Abigail, die nur hier, im Meer, wahren Frieden fand.
Vor der Küste im Norden Kaliforniens waren auch etliche Delfinarten beheimatet. Sie kannte die meisten von ihnen und konnte sie nicht nur an ihrem Äußeren voneinander unterscheiden, sondern auch an ihrem Erkennungspfiff. Ein Erkennungspfiff war so gut wie ein Name und die meisten Forscher waren sich darüber einig, dass Delfine sich gegenseitig mit ihrem Namen anredeten, wenn sie sich miteinander verständigten. Diese spezielle Gruppe von Delfinen hatte auch einen Erkennungspfiff für Abigail. Sie hatte die Tiere rufen gehört, als sie auf der Aussichtsplattform des Hauses ihrer Familie stand. Sie war monatelang fort gewesen, um in anderen fernen Meeren zu forschen, und doch hatten die Delfine sie bei ihrer Rückkehr zu Hause willkommen geheißen wie sonst auch.
Vor ein paar Jahren hatte sie sich im Rahmen ihrer Doktorarbeit intensiv mit dieser speziellen Gruppe von Delfinen befasst, sie katalogisiert und jede Kontaktaufnahme und jedes Sichten festgehalten. Ihr besonderes Augenmerk galt dabei der Kommunikation dieser Tiere. Sie war fasziniert von deren Sprache und wollte lernen, sie mit der Zeit zu verstehen. Mit zwei von den Männchen hatte sie eine Art Zeichensprache entwickelt. Und so stattete sie ihnen jedes Mal, wenn sie nach Hause kam, einen Besuch ab. Obwohl keine ihrer Schwestern zur Verfügung gestanden hatte, um gemeinsam mit ihr zu tauchen, hatte sie dem Ruf »ihrer« Delfine nicht widerstehen können und sich mit ihrem Boot auf den Weg gemacht, um sich ihnen anzuschließen.
Wenn man in den Vereinigten Staaten mit wilden Delfinen schwimmen wollte, war eine staatliche Sondergenehmigung erforderlich. Und Abigail war in der glücklichen Lage, dass ihr diese Erlaubnis für ihre Forschungen vor der kalifornischen Küste ein zweites Mal erteilt worden war. Doch sie achtete sorgsam darauf, sich unauffällig zu verhalten, damit sie keine unnötige Aufmerksamkeit auf die Anwesenheit der Delfine lenkte. Sie konnten mühelos fünfzig Meilen zurücklegen und manchmal machten sie es einem schwer, ihren Kurs zu verfolgen, doch diese Gruppe, wie auch viele andere, rief sie oft unter Verwendung desselben Pfiffs zu sich. Es war sehr ungewöhnlich, dass die Delfine sie identifiziert und ihr einen Namen gegeben hatten, und es freute sie ganz besonders, dass sie nach ihrer langen Abwesenheit über ihre Rückkehr informiert waren.
Abigail rollte sich herum und schwamm Bauch an Bauch mit Kiwi, einem großen ausgewachsenen Männchen, das eine enge Beziehung zu Boscoe, einem anderen Männchen, eingegangen war. Die beiden Männchen schwammen normalerweise synchron miteinander. Boscoe vollzog zu exakt demselben Zeitpunkt genau dieselben Bewegungen wie Kiwi und schwamm dicht neben Abigail her, als sie zu dritt gemeinsam eine träge Schleife beschrieben, während etliche andere Delfine in einem weiten geschwungenen Kreis tanzten, als hätten sie jede Bewegung im Voraus einstudiert.
Das Tanzen mit Delfinen war eine Wohltat. Abigail beobachtete Delfine, fotografierte sie und machte Aufzeichnungen von ihnen, doch heute Abend genoss sie schlicht und einfach ihre Gesellschaft. Ihre Ausrüstung, die sie immer bei sich hatte, war nahezu in Vergessenheit geraten, während sie für die nächsten vierzig Minuten gemeinsam dieses seltsame und faszinierende Ballett aufführten. Anfangs tauchte das Rot der untergehenden Sonne sie in feuriges Gold, doch als die Abenddämmerung anbrach, wurde es immer schwieriger, den Tanz fortzusetzen, wenn sie auch noch so gern geblieben wäre.
Widerstrebend deutete Abigail auf die Wasseroberfläche und veränderte ihre Haltung, um sich an den Aufstieg zu machen. Die Delfine schwammen in lockeren Kreisen um sie herum, ihre Körper in ihrer Geschmeidigkeit keineswegs beeinträchtigt durch die enormen Muskeln und ihre gewaltige Kraft. Es war erstaunlich, mit welcher Geschwindigkeit sie durch das Wasser schießen und so tief tauchen konnten und dabei doch so wenig Sauerstoff verbrauchten. Abigail fand sie einfach umwerfend.
Sie kam an die Oberfläche, nahm die Taucherbrille von den Augen und ließ sich auf dem Rücken treiben, während sie zu dem großen runden Ball am Himmel aufblickte. Ihr leises Lachen hallte über das Wasser. Wellen plätscherten gegen ihren Körper und spritzten ihr ins Gesicht. Sie erlaubte ihren Beinen, sanft nach unten zu gleiten, damit sie Wasser treten konnte, während sie ehrfürchtig die weißen Schaumkronen anstarrte, die vom hellen Glanz des Vollmonds in funkelnde Juwelen verwandelt wurden.
Neben ihr kam ein großer Tümmler an die Wasseroberfläche und umkreiste sie in einer anmutigen Schleife. Der Delfin schüttelte den Kopf von einer Seite auf die andere und stieß eine Serie von kreischenden und schnalzenden Lauten aus. Sie schwamm in einem trägen Kraulstil auf ihr Boot zu und verabschiedete sich von den Delfinen mit dem kurzen vergnügten Pfiff, den sie stets benutzte.
Sie brauchte nur ein paar Minuten, um ihre Kamera und den Recorder zu verstauen, bevor sie in ihr Boot kletterte. Zitternd vor Kälte warf sie einen Blick auf ihre Armbanduhr. Ihre Schwestern würden sich große Sorgen um sie machen und sie wusste, dass ihr eine Strafpredigt bevorstand. Die Delfine streckten ihre Köpfe aus dem Wasser und grinsten sie an. In ihren runden schwarzen Augen funkelte unverkennbar Intelligenz.
»Euch beiden habe ich es zu verdanken, wenn ich jetzt großen Ärger bekomme«, sagte sie zu den Männchen.
In einer vollendeten Synchronisation schüttelten sie ihre Köpfe und tauchten gemeinsam unter, doch sie verschwanden nur unter der Wasseroberfläche, um auf der anderen Seite ihres Bootes pfeifend und quiekend wieder aufzutauchen. Abigail schüttelte ebenso entschieden den Kopf. »Nein! Es ist dunkel - oder das wäre es jedenfalls, wenn wir nicht Vollmond hätten. Ihr beide tut wirklich alles, damit ich mir eine Strafpredigt von Sarah einhandle. Wenn die erst mal loslegt, dann werden wir Übrigen ganz kleinlaut.«
Sie ließ sich auf den gepolsterten Sitz sinken und kritzelte hastig ein paar Notizen, um ihre Beobachtungen festzuhalten. Auch diktierte sie immer auf Band, während sie das Boot steuerte. Für ihre Studie war es wichtig, an DNA-Proben zu kommen, um diese auf Pestizide und sonstige künstliche Giftstoffe zu untersuchen, aber auch auf übertragbare Krankheiten und natürlich auf Familienbande.
Boscoe pfiff, ein unverwechselbarer Ton, der sie lächeln ließ. Abigail beugte sich über den Bootsrand. »Danke, dass ihr mir einen Namen gegeben habt, Jungs. Wir sehen uns dann morgen wieder, falls ihr bis dahin noch nicht auf und...
Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
1.Leuchtende Farben - Orange, Rosa und Rot - zogen sich über den Himmel und verwandelten den Ozean in eine lodernde Flamme, als die Sonne tief über dem Meer unterging. Sechs Meter unter der Wasseroberfläche verharrte Abigail Drake regungslos, geradezu hypnotisiert von der erlesenen und seltenen Schönheit des Augenblicks. Die Delfine, die in trägen Kreisen um sie herum schwammen, boten plötzlich einen vollständig veränderten Anblick, als die orangeroten Streifen durch das Wasser schimmerten und überall Schatten warfen. Schlagartig wurde ihr bewusst, dass die Nacht anbrach und dass nur wenige Meter weiter trübes Dunkel jegliche Gefahr mühelos verbergen konnte. Sie wusste selbst, dass sie nicht allein tauchen gehen sollte. Aber angesichts eines so strahlenden Tages hatte sie einfach nicht widerstehen können, als sie die wilden Delfine entdeckt und gewusst hatte, dass sie auf der Suche nach ihr hergekommen waren. Sea Haven, ein Küstenort im Norden Kaliforniens, war ihre Heimat. Abigail war eine der sieben Schwestern, die die siebente Schwester der magischen Drake-Familie geboren hatte, und jede von ihnen besaß einzigartige Gaben. Die Drake-Schwestern waren in Sea Haven allseits bekannt und wurden beschützt und liebevoll umsorgt. Es war der einzige Ort auf Erden, wo sie sich entspannen und sie selbst sein konnten. Mit Ausnahme von Abigail, die nur hier, im Meer, wahren Frieden fand. Vor der Küste im Norden Kaliforniens waren auch etliche Delfinarten beheimatet. Sie kannte die meisten von ihnen und konnte sie nicht nur an ihrem Äußeren voneinander unterscheiden, sondern auch an ihrem Erkennungspfiff. Ein Erkennungspfiff war so gut wie ein Name und die meisten Forscher waren sich darüber einig, dass Delfine sich gegenseitig mit ihrem Namen anredeten, wenn sie sich miteinander verständigten. Diese spezielle Gruppe von Delfinen hatte auch einen Erkennungspfiff für Abigail. Sie hatte die Tiere rufen gehört, als sie auf der Aussichtsplattform des Hauses ihrer Familie stand. Sie war monatelang fort gewesen, um in anderen fernen Meeren zu forschen, und doch hatten die Delfine sie bei ihrer Rückkehr zu Hause willkommen geheißen wie sonst auch. Vor ein paar Jahren hatte sie sich im Rahmen ihrer Doktorarbeit intensiv mit dieser speziellen Gruppe von Delfinen befasst, sie katalogisiert und jede Kontaktaufnahme und jedes Sichten festgehalten. Ihr besonderes Augenmerk galt dabei der Kommunikation dieser Tiere. Sie war fasziniert von deren Sprache und wollte lernen, sie mit der Zeit zu verstehen. Mit zwei von den Männchen hatte sie eine Art Zeichensprache entwickelt. Und so stattete sie ihnen jedes Mal, wenn sie nach Hause kam, einen Besuch ab. Obwohl keine ihrer Schwestern zur Verfügung gestanden hatte, um gemeinsam mit ihr zu tauchen, hatte sie dem Ruf »ihrer« Delfine nicht widerstehen können und sich mit ihrem Boot auf den Weg gemacht, um sich ihnen anzuschließen. Wenn man in den Vereinigten Staaten mit wilden Delfinen schwimmen wollte, war eine staatliche Sondergenehmigung erforderlich. Und Abigail war in der glücklichen Lage, dass ihr diese Erlaubnis für ihre Forschungen vor der kalifornischen Küste ein zweites Mal erteilt worden war. Doch sie achtete sorgsam darauf, sich unauffällig zu verhalten, damit sie keine unnötige Aufmerksamkeit auf die Anwesenheit der Delfine lenkte. Sie konnten mühelos fünfzig Meilen zurücklegen und manchmal machten sie es einem schwer, ihren Kurs zu verfolgen, doch diese Gruppe, wie auch viele andere, rief sie oft unter Verwendung desselben Pfiffs zu sich. Es war sehr ungewöhnlich, dass die Delfine sie identifiziert und ihr einen Namen gegeben hatten, und es freute sie ganz besonders, dass sie nach ihrer langen Abwesenheit über ihre Rückkehr informiert waren. Abigail rollte sich herum und schwamm Bauch an Bauch mit Kiwi, einem großen ausgewachsenen Männchen, das eine enge Beziehung zu Boscoe, einem anderen Männchen, eingegangen war. Die beiden Männchen schwammen normalerweise synchron miteinander. Boscoe vollzog zu exakt demselben Zeitpunkt genau dieselben Bewegungen wie Kiwi und schwamm dicht neben Abigail her, als sie zu dritt gemeinsam eine träge Schleife beschrieben, während etliche andere Delfine in einem weiten geschwungenen Kreis tanzten, als hätten sie jede Bewegung im Voraus einstudiert. Das Tanzen mit Delfinen war eine Wohltat. Abigail beobachtete Delfine, fotografierte sie und machte Aufzeichnungen von ihnen, doch heute Abend genoss sie schlicht und einfach ihre Gesellschaft. Ihre Ausrüstung, die sie immer bei sich hatte, war nahezu in Vergessenheit geraten, während sie für die nächsten vierzig Minuten gemeinsam dieses seltsame und faszinierende Ballett aufführten. Anfangs tauchte das Rot der untergehenden Sonne sie in feuriges Gold, doch als die Abenddämmerung anbrach, wurde es immer schwieriger, den Tanz fortzusetzen, wenn sie auch noch so gern geblieben wäre. Widerstrebend deutete Abigail auf die Wasseroberfläche und veränderte ihre Haltung, um sich an den Aufstieg zu machen. Die Delfine schwammen in lockeren Kreisen um sie herum, ihre Körper in ihrer Geschmeidigkeit keineswegs beeinträchtigt durch die enormen Muskeln und ihre gewaltige Kraft. Es war erstaunlich, mit welcher Geschwindigkeit sie durch das Wasser schießen und so tief tauchen konnten und dabei doch so wenig Sauerstoff verbrauchten. Abigail fand sie einfach umwerfend. Sie kam an die Oberfläche, nahm die Taucherbrille von den Augen und ließ sich auf dem Rücken treiben, während sie zu dem großen runden Ball am Himmel aufblickte. Ihr leises Lachen hallte über das Wasser. Wellen plätscherten gegen ihren Körper und spritzten ihr ins Gesicht. Sie erlaubte ihren Beinen, sanft nach unten zu gleiten, damit sie Wasser treten konnte, während sie ehrfürchtig die weißen Schaumkronen anstarrte, die vom hellen Glanz des Vollmonds in funkelnde Juwelen verwandelt wurden. Neben ihr kam ein großer Tümmler an die Wasseroberfläche und umkreiste sie in einer anmutigen Schleife. Der Delfin schüttelte den Kopf von einer Seite auf die andere und stieß eine Serie von kreischenden und schnalzenden Lauten aus. Sie schwamm in einem trägen Kraulstil auf ihr Boot zu und verabschiedete sich von den Delfinen mit dem kurzen vergnügten Pfiff, den sie stets benutzte. Sie brauchte nur ein paar Minuten, um ihre Kamera und den Recorder zu verstauen, bevor sie in ihr Boot kletterte. Zitternd vor Kälte warf sie einen Blick auf ihre Armbanduhr. Ihre Schwestern würden sich große Sorgen um sie machen und sie wusste, dass ihr eine Strafpredigt bevorstand. Die Delfine streckten ihre Köpfe aus dem Wasser und grinsten sie an. In ihren runden schwarzen Augen funkelte unverkennbar Intelligenz. »Euch beiden habe ich es zu verdanken, wenn ich jetzt großen Ärger bekomme«, sagte sie zu den Männchen. In einer vollendeten Synchronisation schüttelten sie ihre Köpfe und tauchten gemeinsam unter, doch sie verschwanden nur unter der Wasseroberfläche, um auf der anderen Seite ihres Bootes pfeifend und quiekend wieder aufzutauchen. Abigail schüttelte ebenso entschieden den Kopf. »Nein! Es ist dunkel - oder das wäre es jedenfalls, wenn wir nicht Vollmond hätten. Ihr beide tut wirklich alles, damit ich mir eine Strafpredigt von Sarah einhandle. Wenn die erst mal loslegt, dann werden wir Übrigen ganz kleinlaut.« Sie ließ sich auf den gepolsterten Sitz sinken und kritzelte hastig ein paar Notizen, um ihre Beobachtungen festzuhalten. Auch diktierte sie immer auf Band, während sie das Boot steuerte. Für ihre Studie war es wichtig, an DNA-Proben zu kommen, um diese auf Pestizide und sonstige künstliche Giftstoffe zu untersuchen, aber auch auf übertragbare Krankheiten und natürlich auf Familienbande. Boscoe pfiff, ein unverwechselbarer Ton, der sie lächeln ließ. Abigail beugte sich über den Bootsrand. »Danke, dass ihr mir einen Namen gegeben habt, Jungs. Wir sehen uns dann morgen wieder, falls ihr bis dahin noch nicht auf und davon seid.« Inzwischen hatte sich die Dunkelheit vollends herabgesenkt. Sie war immer