Zatoichi Meets Yojimbo (Zatôichi to Yôjinbô). Japan, 1970
Mit: Shintaro Katsu, Toshiro Mifune, Ayako Wakao u. A. Regie: Kichachi Okamoto
Genre: Historienfilm > Samuraifilm > Historienaction > Eastern > Historienethno
Es handelt sich hier um einen der unzähligen Filme über den blinden Weltenbummler Zatoichi. Als Masseur wandelt er durch die gewalttätige Welt Japans und lässt sich durch die Provokationen und gemeinen Angriffe von Schurken nicht unterkriegen. Seine Stärke ist, dass man ihn als Blinden vollkommen unterschätzt. Äußerlich betrachtet wirkt Zatoichi als ganz leichte Beute. Er ist nur scheinbar unbewaffnet. In seinem Blindenstock ist ein Kurzschwert versteckt, welches er mit meisterlicher Schnelligkeit zu ziehen und gebrauchen weiß. Gleich im Anbeginn des Films wird er von einem Angreifer gejagt, vor dem er scheinbar davonläuft. Jäh bleibt er stehen, der Angreifer will ihn mit dem Schwert von hinten erwischen, doch Zatoichi hört die Form des Angriffs und weiß sich wirksam zu verteidigen. Er ist unerwartet schnell, geschmeidig - seine Verteidigung in der Vorausberechnung der feindlichen Angriffe ist perfekt. Seine Erfahrung und das Gehör ermöglichen ihm eine Verteidigung gleich einer blinden Fledermaus und ihrer schnellen Orientierungsgabe. Er verteidigt sich, indem er die Bewegungen seiner Gegner zu seinen Gunsten nutzt. Manchmal lässt er sich absichtlich zu Boden fallen oder geht in die Hocke, damit er seine Gegner zu unkontrollierten Attacken provoziert. Im letzten Moment weicht er aus und holt zum schnellen Gegenschlag aus. Seine Technik mit dem Kurzschwert wendet er an durch kreisende Innenbewegungen. Wenn seine Gegner mit den Langschwertern weit ausholen, so kommt er ihnen mit kurzen und schnelleren Bewegungen zuvor.
Dieser Film behandelt die komplexe Begegnung zwischen Zatoichi und Yojimbo (Toshiro Mifune), einem Spion des Shogun. Yojimbo umlauert Zatoichi, findet diesen aber in dessen Originalität sympathisch und lässt ihn lange in Ruhe. Es gilt in erster Linie die wirklich üblen Burschen zu bekämpfen. Als aber diese besiegt sind, gilt es zu klären, wer von den beiden der Stärkere ist.
Gleichzeitig ist Zatoichi ein Masseur. Der Zuseher möge sich nicht verwundern, wenn er den Blinden plötzlich einen Mann kneten sieht. Das gehört zu Zatoichis Beruf.
Weiters besteht die folgende Handlung zumeist aus Dialogen, in denen sich der Charakter der damaligen Epoche abbildet. Der Film entspricht der klassischen Erzählart japanischer Historienfilme in einer typischen Mischung aus langen Gesprächen, eruptionsartigen Kampfduellen, witzigen Pointen und romantischen Elementen.
Zatoichi sagt am Beginn im Selbstgespräch, dass er sich in einer irdischen Hölle wähnt, aus welcher er heraus will. Er erinnert sich an ein Dorf mit Pflaumenblütenduft, der Melodie eines murmelnden Baches und säuselndem Windhauch - und macht sich dorthin auf, um endlich Frieden und Ruhe zu finden. Doch auch diesen Ort erreichte die Gewalt und es bleibt ihm nichts Anderes über, als sich ihr zu stellen gegen sein inneres Empfinden.
Sowohl Zatoichi, als Yojimbo verehren eine Minne, das Fräulein Umeno, die ihnen als Sinnbild des Friedens und der Schönheit erscheint inmitten aller zügellosen Gewalt der Zeit. Diese Frau symbolisiert das ausgleichende Moment zwischen den beiden unterschiedlichen Charakteren, um deren Wohl sich beide Männer bemühen.
Wer die typischen japanischen Historienfilme mit langen Dialogen und dramatischen Kampfszenen mag, der wird auch diesen Film mögen.