Obwohl die Finanzwirtschaft scheinbar eine reine Männerdomäne ist, habe ich die Kurzgeschichten genossen. Böse, zynisch, direkt. 50 Geschichten aus dem Reich der Banker und Abzocker mit der Liebe zum Detail. In dieser Welt zählen Golfhandikap, die Uhren- und Kleidermarke, Wohnlage (Blick auf den Zürichsee) und andere Männerspielzeuge. Bitterböse Seitenhiebe (am besten gefiel mir der Bundeszwerg und das Bundeshörnchen) auf UBS (im Buch EBS) und Co. Die meisten Geschichten finden ihre Fortsetzung und man erfährt mit welcher Arroganz die Finanzmogule auftreten. Da ernennt der Vorstand der EBS mal kurz einen Handlanger und schickt ihn nach Bern um schnell die Bank zu retten. (man macht sich schliesslich nicht selbst die Hände schmutzig) Der "Bundeszwerg" offeriert "ein paar Millionen" und der Handlager erwidert völlig abgebrüht: 80 Mrd. sollten es dann doch sein. Danach folgen die Eskapade der Freigabe der Konten an die USA, bis der Zwerg (wie leider auch im wahren Leben) einen Herzkaperl bekommt. Die Rettung der UBS als Kurzgeschichte. Im Nachwort eine Abrechung auf die Grossen im Business. Millionenboni bei Milliardenverlusten. (Einfach lesen und nicht darüber nachdenken.) Eine wahrhaft andere Welt. Too big to fail par excellance.