"Zartbitter" war eine der ersten CDs, die ich von Hirsch hatte, seinerzeit mit 2 anderen CDs von ihm für sündhaft viel Geld in Österreich gekauft (Hamburg-Wien-Hamburg per Bahn an einem Tag), sei es drum. Hat sich die Fahrt gelohnt? Nun ja, zu der Zeit auf jeden Fall. Heute, mit etwas Abstand betrachtet, vielleicht weniger, aber es war eine andere Zeit ..., doch genug der Erinnerungen, was bringt die Musik?
Entgegen meines Vor-Rezensenten finde ich durchaus mehr als nur die 3 Klasse-Titel, insbesondere "Angst" enthält ein ebenso bedrohlich wirkendes wie auch atmosphärisch dichtes Wortspiel und gehört mit "Schneeflockengeschichte", "Wienerlied" und "Wiegenlied" zu den Top-Titeln dieser CD. 3 Titel sind m.E. jedoch eher über bzw. sind im historischen Kontext zu sehen, "Coming of Age" war die Film-Melodie eines Filmes mit Hirsch ("Trokadero"), "Mein Freund vom Rock'n'Roll" und "Der Sonne entgegen" erscheinen mir heute mehr denn früher als deplaziert bzw. Lückenfüller.
Die anderen, nicht weiter genannten, Titel sind guter Hirsch-Durchschnitt, weder besonders stark, noch besonders schwach.
Fazit: "Zartbitter" gehört zwar nicht unbedingt zu den Highlights von Hirsch, enthält jedoch einige davon, insbesondere die 4 o.a. Titel. Für Sammler ist die, lange Zeit nicht erhältliche, CD ein Muss, für Hirsch-Neulinge vielleicht etwas harte Kost, insbesondere wegen des "Wiegenliedes", welches durchaus eine gewisse Vorbildfunktion für das "Schlaflied" von den Ärzten gehabt haben könnte.