Zed (Sean Connery) ist ein Barbar. Von seinem steinernen Gott Zardoz wird er mit Waffen versorgt um Jagd auf seines Gleichen zu machen. Stirbt er, kommt er in den Vortex, dem Ort an dem die Unsterblichen wohnen. Eines Tages versteckt er sich jedoch in dem gigantischen steinernen Kopf seines Gottes und fliegt mit ihm in den Vortex. Dort trifft er tatsächlich auf die Unsterblichen. Diese sind ihres Daseins leid und betrachten Zed zunächst als interessantes Anschaungsobjekt. Zed spielt das Spiel zu Anfang mit, doch auch ein Barbar wie er, hat einen eigenen Willen. Und seine "Gabe" sterben zu können, macht ihn für Teile der Unsterblichen zum Messias...
Wie aus meiner kleinen Zusammenfassung ersichtlich wird, ist es nicht einfach "Zardoz" in Worte zu fassen. Philosophische Fragen wie, wonach streben wir und wenn wir alles haben, wonach kann man dann noch streben werden aufgeworfen. Diese und noch viele mehr, werden dem Zuschauer Gott sei dank nicht mit der Holzhammermethode präsentiert. Wer einen kurzen, kleinen Sci-Fi-Film für zwischendurch erwartet, der sollte um "Zardoz" einen großen Bogen machen, denn Anspruch wird hier ganz groß geschrieben.
Auch die Präsentation ist sehr ungewöhnlich, denn der Vortex befindet sich in einem abgeschiedenen Landstrich irgendwo in England und eben nicht in einer hochtechnisierten Welt. Die einzigen Ausstattungsmerkmale des Films, die auf Science-Fiction hindeuten, sind die kuppelartigen Gebilde, die in der friedlichen Gegend stehen und die skurilen Kostüme der Protaganisten, die heute eher belustigend wirken. Dennoch kommt gerade dieser ungewöhnliche, fast schon psychedelische Stil der ruhigen Gangart des Filmes zu gute und unterstreicht das Unwirkliche des Vortex sogar noch.
Obwohl man sich an den Anblick von Sean Connery in Unterhosen erst gewöhnen muss, ist er die ideale Besetzung des vermeintlich anarchischen Barbaren. Die Spezialeffekte sind logischerweise nicht mehr auf der Höhe der Zeit, doch erfüllen sie ihren Zweck voll und ganz. Einen großen Pluspunkt, den der Film verbuchen kann, ist, dass man bei jedem Ansehen immer irgendetwas neues entdeckt oder neue Impulse geliefert bekommt.
DVD: An Extras hat die DVD außer dem wirklich gelungenen Adiokommentar von Regisseur John Boorman nicht viel zu bieten. Der ist dafür aber wirklich hörenswert. Neben allerhand interessanten Fakten zur Entstehung des Films, geht Boorman vor allem auf darauf ein, was er mit bestimmten Szenen beabsichtigt hat. Dadurch erschließt sich sich einem der Film nicht unbedingt leichter, aber durch die neuen Denkanstöße erkennt man oftmals ganz neue Seiten an dem Film.
Fazit: Eine so ungewöhnliche, wie auch anspruchsvolle und vielschichtige Science-Fiction-Perle. Man muss für "Zardoz" Geduld mitbringen, aber wenn man sich wirklich auf den Film einlässt, werden die Ideen und Denkanstöße, die er liefert einen für lange Zeit nicht mehr loslassen.