Da zelebrierte doch im jahre 1987 der indische mystiker osho (1931-1990) nachdem er unzählige diskurse über meditation, buddha, laotse, jesus, chassidim, sufis, zen, heraklit, pythargoras, dionysios undundund gehalten hatte eine späte begegnung mit ausgerechnet nietzsches zarathustra. Der erste band "ein gott der tanzen kann" liegt hiermit vor, der zweite "ein lachender prophet" ist seit langem angekündigt. Es ist zu hoffen, das sich der verlag die mühe wert ist, den zweiten band des abenteuers auch noch zu veröffentlichen. ( Der aufbau von oshos "zarathustra. ein gott der tanzen kann" liefert einen meist zweiseitigen auszug aus nietzsche zarathustra, nebst folgenden je ~zwanzig seiten gesprochenen worten oshos. Man muss also den nietzsche zarathustra nicht unbedingt erfolgreich gelesen haben, obgleich man ihn gewiss gerne danach mit frischeren leichteren füssen zur hand nimmt. Das buch kann also auch gut als eine erste begegnung mit nietzsches zarathustra gelesen werden. ) Jeder der nietzsches zarathustra "kennt", weiss, daß in ihm reichlich herausforderungen stecken, an denen der westen schon seit langem tapfer sein talent zum missverständnis bewirbt. Ganz anders Osho, dessen unbefangene genaue immanenz und wache spielfreude im rhythmischen wechsel mit dem poetisch dichten stil nietzsches tanzen zu sehen allein schon eine echte wohltat ist. Vor allem aber stellt sich wahrhaftig das gefühl ein, es könnte aufmerksame unbeschwerte leser von nietzsches zarathustra geben, unweit von hier, die ihn mit den erhellenden und feinen augen eines gereiften kindes lesen, erlöst von den unmutigen verhebungen der esel, erlöst von dem gierigen trotz der löwen und erlöst von der erlösung.