Immer mal wieder habe ich einen Krimi von Frank Göhre gelesen. Seine drei Bücher, die auf dem Kiez in Hamburg spielen, Der Schrei des Schmetterlings", Der Tod des Samurai" und Der Tanz des Skorpions" stehen zerfledert und zerlesen in meinem Buchregal. Seinen Film Abwärts" habe ich damals im Kino gesehen und später noch zweimal als Videofilm.
Ja, der Göhre kann Dialoge schreiben. Das beweist er auch in Zappas letzter Hit". Sein collageartiger Stil ist nicht verwirrend, sondern erhellend, was man ja längst nicht von allen Autoren behaupten kann. Manchmal habe ich beim Lesen das Gefühl, sie machen eine Collage, weil sie nicht in der Lage sind, ihre Geschichten einmal chronologisch stramm durch zu erzählen, denn dann wird klar, welche Brüche und Probleme ihr Plot hat und wo es in der Dramaturgie knirscht.
Nicht so bei Frank Göhre. Der beherrscht seinen Stoff!
Manche Stellen lesen sich wie ein Drehbuch, andere wieder wie ein Roman, dann wie ein Zeitungsartikel oder ein Polizeibericht. So entsteht insgesamt ein buntes Puzzle.
Zappa ist der Auftragskiller von St. Pauli. Er hat sich in der Haftzelle getötet und seine Frau, die die Pistole hereingeschmuggelt hat, ebenfalls. Zappas Tochter findet sich damit nicht ab und geht auf die Suche.
Ich mag solche Geschichten, wenn Frauen auf der Suche nach dem Mörder ihres Vaters sind oder die Umstände seines Todes aufklären wollen. Das fasziniert mich auch immer wieder an Ann-Kathrin Klaasen in Klaus-Peter Wolfs Ostfriesenkiller" und Ostfriesenblut".
Das einzige Problem mit Frank Göhres Krimi ist für mich: ich mag keine Figuren wirklich gut leiden. Auch seine Tochter nicht. Ich weiß nicht warum, aber Sympathie will sich einfach nicht einstellen.
Ganz anders ist es für mich, wenn ich mit Ann-Kathrin Klaasen durch die Kapitel fiebere und jede Verletzung, die ihr zugefügt wird erlebe, als ob mir jemand wehtun würde. Trotzdem: Zappas letzter Hit" ist ein großartiger Krimi von einem Autor, der wirklich versteht, seine Leser zu fesseln.