„Warum warnen einen die Eltern nicht vor den wirklichen Gefahren des Lebens?" fragt sich Mica Maier im dritten und letzten Band der Reihe „Mica & Marty". „Man hat mir immer gesagt: ‚Stocher nicht mit Haarnadeln in Steckdosen herum', ‚Geh nicht bei Rot über die Ampel' und: ‚Steig nicht in fremde Autos.' Aber niemand hatte je mit einem Sterbenswörtchen erwähnt, dass ich nicht in fremde Raumschiffe steigen oder mich mit Schwarzmagiern einlassen durfte. Jetzt war es zu spät."
Für die Schülerzeitung soll Mica den Zauberkünstler Marmoreo Delbosco interviewen. Sie erkennt rasch: Dieser Mann braucht keine Tricks, das ist ein echter Schwarzmagier. Als sie ihn mit dieser Erkenntnis konfrontiert, versucht er, sie seinem Willen zu unterwerfen. Doch weil Marty auf Micas Schulter sitzt, kommt es zu einer Art geistigem Kurzschluss: Mica und Marty sind vertauscht - und auf der Flucht vor Marmoreo Delbosco.
Zunächst sind die Erfahrungen im jeweils anderen Körper lustig und aufregend ... aber dann will doch wieder jeder seine eigene Identität zurück haben. Ausgerechnet Delboscos Pferd verspricht, Hilfe zu schicken. Die kommt dann auch - in Gestalt der halbmagischen Zwillingsschwestern Ruby und Amber. Was die beiden Mädchen über Delboscos Pläne und Machenschaften zu berichten haben, ist ungeheuerlich ...
Herrlich die Methode der Kontaktaufnahme mit Chaos-Ebene! Die Theorie, die dahintersteht, leuchtet mir vollkommen ein. ;-) Köstlich auch die Vorstellung vom schnöseligen Chefredakteur, der in ein Meerschweinchen mit Dauerwellen verwandelt wird. „Groovy" findet Marty das. Und ich finde den Band und die ganze Mica & Marty-Reihe rundum gelungen und bedauere, dass es keine weiteren Bände mehr davon gibt.
Man sollte die Mica- & Marty-Trilogie am besten in der vorgesehenen Reihenfolge lesen, weil Bezug auf vorangegangene Ereignisse genommen wird. Und lieber nicht in der Bahn drin schmökern - wegen der Lautloslachgefahr ...