Zander - Handwörterbuch der Pflanzennamen
Der Zander" ist als Basiswerk nicht nur für Gärtner unverzichtbar. Wie schreibt man nun genau den wissenschaftlichen Artnamen? Und welche deutschsprachige Benennung ist allgemein üblich und akzeptiert? Zu welcher Pflanzenfamilie gehört die spezielle Pflanze? Dies alles sind Fragen, mit denen diejenigen früher oder später konfrontiert sind, die sich beruflich oder aus anderen Gründen mit Pflanzen befassen.
Begonnen hat alles im Jahr 1927. Professor Dr. Robert Zander bekam vom Reichsverband des deutschen Gartenbaus den Auftrag, ein Handwörterbuch der Pflanzennamen zu schaffen. Es sollte die Grundlage bilden, nach der gärtnerisch genutzte Pflanzen einheitlich benannt werden sollten. Mit der Zeit wurde der Zander" zum unentbehrlichen Nachschlagewerk für Förster, Gärtner, Pharmazeuten, Landschaftsarchitekten, Schriftsteller und viele Botaniker.
Immer wieder aber ändert sich in der Botanik die Namensgebung aufgrund neuer Erkenntnisse. Daher ist eine Aktualisierung nötig.
Mit diesem Werk liegt die aktualisierte 18. Auflage vor. Für das Autoren-Team, es rechnet sich zu den "moderaten Splittern", ist dies die dritte neue Auflage, in der sie Änderungen aufgrund positiver Kritik eingearbeitet haben. Damit dürfte, wie sie selber prognostizieren, "der Zander" fürs erste seine endgültige Form gefunden haben. In ihm sind nun etwas 20.000 "gültige" Namen und 10.000 Synonyme zu finden. Sortennamen und Gattungs-Beschreibungen fehlen in dieser abgespeckten, dafür preisgünstigeren und handlicheren Variante. Wer auf diese Erweiterungen Wert legt, der sollte zu dem großen Bruder" greifen: die vom selben Verlag herausgegebene, zweibändige und umfassendere Enzyklopädie der Pflanzennamen".
Nach einer Einführung in die botanische Namensgebung und den Prinzipien der Sortennamen erfolgen Hinweise zum Gebrauch des Buches. Auch finden sich die Autoren der Pflanzennamen in alphabetischer Reihung.
Der Schwerpunkt liegt auf der Auflistung der Gattungen und Arten in alphabetischer Übersicht von Abelia chinensis, der China-Abelie, bis zu den Gattungs-Hybriden-Orchideen Zygostylis. Von den englischen und französischen Pflanzennamen wurden die gebräuchlichsten ebenfalls aufgenommen. Der Kennzeichnung der Winterhärte wurde das mitteleuropäische Klima zugrunde gelegt. Darüber hinaus sind Winterhärtezonen Europas definiert.
Ein solches Nachschlagewerk ist - wenngleich segensreich - eine kitzlige Sache, denn eine zu Grunde liegende Klassifikation ist niemals zeitlos 100prozentig richtig. Auf der anderen Seite sind wissenschaftliche Namen, wenn sie den Regeln der Nomenklatur entsprechen, auch nicht "falsch". Doch man könnte kritisieren, dass sie "im Zander" den aktuelleren, aufgrund molekularer Erkenntnisse erstellten Darstellungsformen um einiges hinterher hinkt. Auf der anderen Seite sind sie eher zum Gärtner hin konzipiert, der immer neue und neueste Umbenennungen und Umkombinationen hasst wie die Pest. So markieren die Autoren eine Gratwanderung, die traditionellen Pfaden folgt und manche Änderungen hie und da auf moderate Art einbaut. Mit dieser Auflage ist noch keine radikale Umstellung der Klassifikation erfolgt, sie folgt im Wesentlichen der Einteilung von Arthur J. Cronquist von 1981. Somit finden sich beispielsweise die Gattungen Cimicifuga und Actea noch nicht vereint, Notocactus findet man noch nicht bei Parodia, Jovibarba rangiert als eigenständige Gattung neben Sempervivum und man findet auch keine Gattung Petrosedum. Diese Verfahrensweise halten die Autoren für sinnvoll und akzeptabel. Das wird die meisten Gärtner freuen, wenngleich nicht für alle Zeit...
ERHARDT, Walter, GÖTZ, Erich, BÖDEKER, Nils, SEYBOLD, Siegmund: Zander - Handwörterbuch der Pflanzennamen. 18., aktualisierte Auflage 2008. 992 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-8001-5408-1