Das Zusammentreffen zweier Kulturen muss nicht immer im Konflikt enden - der Flamenco-Gitarrist Michio hat 2004 von einer Japan-Tournee mit seiner Formation Impressionen und Einflüsse mitgebracht, die jetzt in sein aktuelles Album "zambúllete" einfließen.
Dazu hat er sich für zwei seiner neun neuen Stücke den Solisten Tony Clark am japanischen National-Blasinstrument Shakuhachi geholt. Schon Michios erstes Album "Moros y Cristianos" war ein durchschlagender Erfolg in der Flamenco-Szene, die Konzerte großartige Erfolge. Mit "zambúllete" legt der Saiten-Virtuose noch eins drauf. Er hat dafür eine Musik geschaffen, die Fernweh weckt und die in den Plattenregalen von Flamenco-Puristen, Jazz-Kennern und Weltmusik-Freunden einen angemessenen Platz findet.
Die Buleriás, Tangos und Soleás atmen die Seele der Gitanos, die klagende Stimme Alicia Carrascos mit dem rauhen Chorus der Band geht unter die Haut. Michios Spiel ist von unerhörter Reinheit und tief erfüllter Schönheit. Im Einklang mit Clarks Shakuhashi gelingen in "Nostalgia" und "Komoriuta" traumschöne Crossovers von poetischer Tiefe und sanfter Melodie - diese Kombination wäre eine weitere CD-Produktion wert. Mit dem verträumten Solo "Ayeres Y Suenos" klingt ein gelungenes Album aus.