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Zalmans Album
 
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Zalmans Album [Gebundene Ausgabe]

Philippe Blasband , Irmengard Gabler
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 248 Seiten
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100071107
  • ISBN-13: 978-3100071101
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.393.107 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.03.2000
Scheinbar hat man es bei dem Album mit einer "Herausgeberfiktion" zu tun: Dreizehn Personen einer jüdischen Familie erzählen nacheinander ihre Lebensgeschichte. Jakob Hessing lobt die "ungewöhnliche Erzählstruktur", warnt aber auch gleich, dass der Sache nicht nicht ganz zu trauen ist. Denn die Herausgeber berichten sogar über ihren eigenen Tod. Wie kann das sein? Die zentrale Aussage des Romans sei "die Existenz auf der Grenze von Sein und Nichtsein", schreibt Hessing. Auschwitz sei die eine große Bruchstelle in dieser "Chronik des zwanzigsten Jahrhunderts", die andere das Computerzeitalter, als dessen Vertreter die Enkel auftreten. "Sind die Erzähler dieses Albums eine Ausgeburt der virtuellen Welt, in der die Urenkel leben?" fragt daraufhin ein etwas verwirrter Hessing.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Mit Zalman und Léa fängt sie an - die Geschichte einer bemerkenswerten, zerstrittenen und doch seltsam einigen jüdischen Familie, die sich zwischen Polen und Belgien und zwischen den Eckpunkten unseres Jahrhunderts abspielt. Diese Rabinovitchs schlagen und vertragen sich wie jede Familie, beäugen einander misstrauisch, gehen sich aus dem Weg - und halten doch wie Pech und Schwefel zusammen.
Sie versammeln sich zu Hochzeiten und um Sterbebetten. Sie reden viel miteinander - und verschweigen sich doch Entscheidendes. Wie in jeder Familie gibt es eben äusserst unterschiedliche Versionen der Wahrheit - und unterschiedliche Perspektiven auf die Wirklichkeit. Ob Zalman, der Stammvater, ein Held war, der seine Familie unter Einsatz des eigenen Lebens vor einem Pogrom bewahrte, oder einfach nur ein religiöser Schwachkopf, bleibt dahingestellt. Und wer der Erzeuger des jüngsten Sohnes Arié Rabinovitch war - Zalman, sein Bruder oder ein junger Pole -, wird sich wohl nie klären lassen, genausowenig wie Ariés Tun und Treiben während des Krieges. Und soll man Sarah, die schöne Tochter, eher für ein berechnendes Luder halten oder für eine grosse Leidende? Martine, die unglückliche Enkelin, für eine Verrückte oder für eine Heilige? Ernest, ihren Grosscousin, für einen bemitleidenswerten Ausgegrenzten oder für einen selbstbewussten Künstler?
Eines ist jedoch allen 13 Porträts, die dieses einzigartige Familienalbum bilden, gemein: Nie zeigt eine Person sich ganz. Stets bleibt ein Rest von Dunkelheit - ein glitzerndes und respektgebietendes Geheimnis.

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Format:Taschenbuch
In dreizehn Portäts aus vier Generationen, an unterschiedlichen Schauplätzen, werden die verschiedenen Mitglieder einer jüdischen Familie vorgestellt, beginnend mit dem Stammvater Zalman und Stammmutter Lea in Polen, über das sterbende Familienoberhaupt Èlie in Brüssel, der noch ein letztes Mal seine grosse Familie an seinem Sterbebett zusammenführen möchte, bis hin zu dem Neugeborenen Ali Rabinovitch, den Urenkel von Zalman. Ähnlich einem Kaleidoskop werden nur kleinste Fragmente eines jeden Lebens beschrieben. Jede einzelne Geschichte berührt in irgendweiner Form die Familienchronik und jeder beschreibt sie aus seiner ureigenen Sicht und mit seiner eigenen Sprache. Der Autor hält m.E. gerade dadurch eine gewisse Distanz und umgibt die Geschichte mit einem Geheimnis. Nie zeigt sich eine Person ganz, jede umgibt ein Nebel. Mir kam es teilweise so vor, wie eine Familienaufstellung, in der Betrachter versucht einzelne Puzzlestücke mit dem Ganzen zu verknüpfen.

Ich habe das Buch mit grosser Spannung und mit innerer Beteiligung gelesen, wobei mir manche Familienmitglieder und manche Charaktere näher standen, oder symphatischer waren, als andere. Die Geschichte ist traurig und doch in Teilen auch grotesk, vieles hat mich bewegt, einiges aber auch unbeteiligt gelassen, grad so wie im wahren Leben. Am Ende des Buches stand für mich doch letztlich ein grosses Fragezeichen, viele Details, etliche Puzzlestücke, die sich aber nicht zu einem Ganzen zusammenfügten. Das musste wohl so sein, war mit Sicherheit die Absicht des Autors und doch hätte ich so gerne noch mehr erfahren z.b. über die Tochter Rifka, die im KZ umgekommen ist, oder ob die schizophrene Martine ihrem Sohn Ali eine gute Mutter sein kann u.u.u.

„Im Grunde liegt die Wahrheit im Widerspruch, in der Tatsache, daß es nicht nur eine Wahrheit gibt, sondern die eine und die andere Wahrheit. Um der Wahrheit auf die Schliche zu kommen, muß man die Tatsache anerkennen, daß es gegensätzliche Wahrheiten gibt. Ich glaube, genau das macht eine Familie aus: subjektive Erzählungen, die sich widersprechen. Wen auch immer Sie in einer Familie zu einem Ereignis befragen - ganz gleich, ob ein tragisches oder, im Gegenteil, ein völlig belangloses -, man wird Ihnen bei getrennter Befragung ganz unterschiedliche Dinge erzählen. Mit der Zeit wird das schwindelerregend." (Philippe Blasband)

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Format:Gebundene Ausgabe
Der Roman erzählt über vier Generationen die Geschichte der Familie Rabinovitch, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor einem Pogrom aus Polen flieht, auf dem Weg nach Amerika allerdings in Belgien hängen bleibt. Die Schrecken der Naziherrschaft sind Anlass für weitere Fluchtbewegungen, doch nach Jahren finden sich die meisten überlebenden und später neu hinzu gekommenen Familienmitglieder wieder in Belgien ein.
Die Geschichte der Rabinovitchs wird jedoch nicht linear-chronologisch erzählt, sondern in einzelnen Häppchen präsentiert, indem jedes der dreizehn in einem vorangeschickten Stammbaum benannten Familienmitglieder sich selbst porträtiert. Die einzelnen Texte unterscheiden sich in Stil und Länge teilweise erheblich, zudem blicken einige als bereits Verstorbene oder Todkranke auf ihr ganzes Leben zurück, während andere ihren Standpunkt mitten darin bestimmen (bis hin zum Neugeborenen, der noch nicht viel zusammenhängendes äußern kann...)
Das auf diese Weise entstehende Gruppenbild ist somit eher ein Puzzle, bei dem sich die einzelnen Teile schrittweise ergänzen, mitunter aber auch korrigieren oder in Frage stellen, somit fast schon ein Vexierbild - bei manchen Episoden ist der Leser am Ende möglicherweise weiter von der Wahrheit entfernt als er sich am Anfang wähnte.
Einerseits liefern die versammelten Texte so etwas wie das Rohmaterial für eine Familienanalyse, neben den üblichen Beziehungsproblemen zwischen Lebenspartnern, Geschwistern und so weiter gibt es auch einige persönliche Tics bis hin zu pathologischen Befunden.
Diese gewiss nicht einzigartige Familienkonstellation erfährt in diesem Buch allerdings eine Zuspitzung durch das Motiv der vielfach gebrochenen jüdischen Existenz im 20. Jahrhundert. Vom polnischen Chassiden, der einem Pogrom zum Opfer fällt, bis zum aids-infizierten belgischen Informatiker spannt sich ein weiter Bogen, wobei die beiden mittleren Generationen von den Ereignissen zwischen 1939 und 1945 am heftigsten und nachhaltigsten betroffen sind. Ob sie sich zu ihrer jüdischen Identität bekennen oder davon distanzieren, heil kommt keine(r) von ihnen aus der Sache raus...
Das kann einem bei der Lektüre schon manchmal sehr nahe gehen - wer allerdings für diese spezifische Problematik keine Antenne hat, könnte auch weniger Sterne für gerechtfertigt halten.
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