Ein Tag, eine Nacht in der afrikanischen Millionenstadt Abidjan.
Ein fest in der Kneipe von Tante Akissi, ein Abschiedsessen für
Idjatou, die am nächsten Tag nach Brüssel fliegen will. Studenten
aus Guinea, die vor dem Terrorregime ihrer Heimat nach Abidjan
ins Exil geflohen sind, spielen das "Wahrheitsspiel". Niemand
unter ihnen ist der, für den er sich ausgibt. Das Exil verändert
die Menschen, sie werden sich fremd. Überkommende Werte und
Moralvorstellungen verlieren zwangsläufig ihre Bedeutung. Aber
die Wahrheit ist schwer erträglich: Aus dem Wahrheitsspiel wird
ein Todesspiel.
Badio, der Ich-Erzähler, als Aushilfslehrer ständig in Geldnöten,
versucht wie die anderen Studenten, sich im Moloch der Stadt
irgendwie durchzuschlagen und gleichzeitig mit der Erinnerung
und seinem Heimweh fertigzuwerden. Die Gespräche kreisen
immer wieder um Elgass, der bis zu seinem Tod Anführer der
Studentengruppe und deren Identifikationsfigur war. Wer hat ihn
umgebracht? Un´d wer hat seine minderjährige Schwester Idjatou
die Schutzbefohlene der Studenten, verführt, ausgenutzt und um
ihr Erbe betrogen? Das Wahrheitsspiel bringt alles ans Licht.